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China: Bombige Nachrichten aus dem Reich der Mitte

Von Markus Fugmann

Es brummt in China derzeit – zumindest wenn man den Aussagen chinesischer Spitzenpolitiker glaubt. So sagte heute etwa Li Keqiang gegenüber dem EU-Kommissions-Vize Jyrki Katainen (also dem Stellvertreter Jean-Claude Junckers): das Wachstum verlaufe „in vernünftigen Bahnen“, der Zustand des Arbeitsmarktes sei gut.

Heute Nacht aber die Meldung, dass die Gewinne der staatlichen Industrieunternehmen Chinas im August um knapp 9% eingebrochen sind – deutlich stärker als erwartet. Das immerhin haben die westlichen Medien wahrgenommen.

Dann heute auch die Veröffentlichung der Verkaufszahlen von Immobilien in Peking (und das hat der Westen nicht wahrgenommen): in den ersten 25 Tagen im September sind die Verkäufe um 30% zum Vormonat zurück gegangen. Und das, obwohl traditionell der September der beste Monat für Immobilien ist im Reich der Mitte (gefolgt vom Oktober). So sind im September in Peking, so stellt es die Propgaanda dar, zu wenige Angebote auf dem Markt gewesen: nur 6000 Einheiten statt wie im Durchschnitt 14.000 Einheiten. Also nicht fehlende Nachfrage, so die Message, sondern fehlendes Angebot als Ursache für die katastrophalen Zahlen! Ganz sicher..

Aussagekräftig auch, dass heute die Longmay Group, größter Kohleproduzent im Nordosten Chinas, bis zu 100.000 Menschen entlassen wird – und damit fast die Hälfte der Belegschaft. Grund ist, dass das Unternehmen hoffnungslos überschuldet ist und mit dem Stellenabbau (neben der Schließung von Produktionsstätten) versucht, irgendwie noch die Kurve zu kriegen. Longmay ist da sicher nur das erste Unternehmen – andere werden folgen..

Und das zeigt: Premier Li Keqiang ist doch reichlich optimistisch wenn er meint, dass die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt „in vernünftigen Bahnen“ verlaufen würden..



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2 Kommentare

  1. Heute war Feiertag für Hongkong und Shanghai, morgen und der Tag danach sind beide wieder im Handel, 1.10 wieder Feiertag für Hongkong und Shanghai, für Shanghai gehen die Feiertage weiter bis zum 7.10. Vielleicht platzt schon morgen die Immobilienblase, dass würden dann zwei böse Tage für China. Da könnten auch Yellen, Draghi und Abe nichts daran ändern. Morgen heißt es, Augen auf und gut positionieren.

    1. @Mr.Jones, nur Hongkong hatte heute Feiertag, Shanghai war normaler Handel

      Viele Grüsse!

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