Devisen

China: Devisenreserven sinken im August wie noch nie zuvor

FMW-Redaktion

Chinas Devisenreserven sind im August so stark gesunken wie noch nie – das zeigen heute veröffentlichte Daten der chinesischen Notenbank PBOC. Demnach haben die Zentralbank und staatliche Banken im August Devisenreserven im Wert 723,8 Milliarden Yuan verkauft (113,7 Milliarden Dollar). Im Juli waren es nur 249,1 Milliarden Yuan gewesen.

Insgesamt lagen die Devisenreserven im chinesischen Bankensystem im August bei 28,2 Billionen Yuan Ende August, Ende Juli waren es noch 29,16 Billionen Yuan. Und das wiederum bedeutet, dass derzeit in großem Umfang Kapital aus China abfließt und die Liquidität im Bankensystem geringer wird. Um die austrocknende Liquidität im Bankensektor zu bekämpfen, muss Chinas Notebank daher immer wieder Liquidität ins System pumpen – und das wiederum geht nur durch den Verkauf von Devisenreserven der Notenbank. Eine Art Teufelskreis!

Chinas Devisenreserven sind nun seit drei Monaten in Folge rückläufig. Um dem entgegen zu wirken, versucht Peking offenbar, mehr und mehr Kontrolle über den Yuan-offshore-Markt in Hongkong zu erlangen. Bereits in der letzten Woche hatten chinesische Banken dort massiv zu Gunsten des Yuan interveniert – und damit den Markt, der auf eine weitere Abwertung des Yuan spekuliert, auf dem falschen Fuß erwischt. Chinesische Medien rechtfertigen die Interventionen damit, dass die Differenz zwischen dem onshore-Markt (wo der Yuan nach Maßgabe der Notenbank gehandelt wird) und dem offshore-Markt nicht zu groß werden dürfe. Faktisch bedeuten diese Interventionen am offshore-Markt aber, dass die freie Handelbarkeit des Yuan wieder stärker eingeschränkt wird – und genau das wiederspricht den Forderungen des IWF, der die freiere Handelbarkeit der chinesichen Währung als Voraussetzung für die Aufnahme in die Sonderziehungsrechte fordert.



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