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Fed-Zinsanhebung? Gold, Devisen – und Goldman Sachs

FMW-Redaktion

Es herrscht alles andere als Klarheit vor der Zinsentscheidung der Fed am Donnerstag: während die Fed Fund Futures eine Wahrscheinlichkeit von 30% einpreisen, dass die Fed bereits auf der Sitzung in dieser Woche die Zinsen anheben wird, geht der Goldmarkt davon aus, dass die Chance dafür knapp über 50% liegt. Und der Devisenmarkt? Vor allem am Freitag legte der Euro deutlich zum Dollar zu – aber die Frage ist, ob diese Bewegung wirklich die Zinserwartungen des Marktes widerspiegelt, oder doch nur das Bedürfnis nach einem sicheren Hafen, den der Euro derzeit erstaunlicherweise darstellt aus der Sicht der Märkte.

Aber der Goldmarkt geht am Eindeutigsten davon aus, dass die Zinswende jetzt kommt: Investoren haben in den letzten drei Wochen 2,6 Milliarden Dollar aus ETPs abgezogen. Daten vom 11.September der CFTC zeigen, dass Spekulanten ihre Long-Positionen um 36% zurück gefahren haben, dagegen stieg die Anzahl der Short-Kontrakte um 18%.

Ganz anders hingegen sieht das Goldman Sachs: die Fed werde die Zinsen nicht vor Dezember diesen Jahres anheben, aber in dieser Woche signalisieren, dass eine Zinsanhebung bevorstehe. Gleichzeitig werde sie „dovisher“ im Statament – und damit eine gemixte Botschaft geben, glauben die Goldmänner. Nach wie vor rechnet Goldman mit einem Euro-Dollar-Kurs von 0,95 – obwohl die Charttechnik dieses Szenario nicht wirklich unterstützt derzeit.

Das Problem der Fed ist ihre Doppel-Rolle: einerseits Notenbank der USA, andererseits aber eben auch ein Stück weit die Notenbank der Welt insgesamt, weil ihre Entscheidungen immense globale Auswirkungen hat. Die US-Konjunkturdaten würden eine Zinsanhebung zwingend nahelegen, die Entwicklungen an den Finanzmärkten, hier vor allem die Abwwertung des Yuan, müssten sie eigentlich davon abhalten, um den Dollar nicht noch weiter aufwerten zu lassen.

Und daher ist es sogar wahrscheinlich, dass wir am Donnerstag immer noch nicht wirklich Bescheid wissen: wenn die Fed die Zinsen dann nicht anhebt, und gleichzeitig sagt, sie wird sie aber zeitnah anheben (ausser die Daten sprechen dagegen) – dann ist nicht wirklich klar, wie es weiter geht. Es könnte also vor allem die fehlende Klarheit sein, die insbesondere die Aktienmärkte weiter unter Druck bringt..



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