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China: Geht es jetzt Fonds an den Kragen?

FMW-Redaktion

In China deutet sich die nächste Kampagne gegen Akteure am heimischen Finanzmarkt an: waren es zunächst ausländische Hedgefonds, die ins Visier staatlicher Behörden gekommen waren, so erweiterten sich die Untersuchungen gegen einheimische Broker-Unternehmen, die diesen Hedgefonds einen verdeckten (und damit unregulierten) Zugang zu den Märkten Chinas ermöglicht hatten. Dann kamen die Short-Seller in verdacht, für den Crash verantwortlich zu sein, andere – darunter hochrangige Manager und CEOs – wurden wegen angeblichem Insider-Handel verhaftet.

Nun scheinen die Vermögensverwalter Chinas an der Reihe zu sein. So verbreiteten sich heute Nacht in China Gerüchte, dass es eine Razzia bei Harvest Fund Management, einem der größten Vermögensverwalter des Landes gegeben habe. Die Regulierungsbehörde habe dabei Computer beschlagnahmt und Angestellte gezwungen, Tonbänder und Logins für Kommunikationsmittell der Firma herauszugeben. Die Untersuchung, so hieß es zunächst, richte sich auch gegen drei andere Vermögensverwalter in China. Später hieß es durch offizielle Medien, dass es nicht zu Razzien gekommen sei, es vielmehr eine „reguläre Inspektion“ gegeben habe. Noch ist nicht klar, was sich wirklich abgespielt hat.

An den Märkten Chinas sorgten diese Meldungen zunächst für Verunsicherung, doch die tiefer als erwartet ausgefallenen Verbraucher- und Erzeugerpreise schürten die Erwartung weiterer Stimulusmassnahmen durch die Regierung, zumal auch die Umsätze bei Landverkäufen in den zehn größten Städten Chinas im Vergleich zum Vormonat um 29,1% gefallen waren.

Morgen findet in China der „Single day“ statt – ein gigantisches, von Alibaba erfundenes Konsumfest über das Internet. Die chinesische Post schätzt, dass in dieser Woche mehr als 760 Millionen Pakete in China ausgeliefert werden.



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