Asien

Chinas Banken drosseln Kreditvergabe an Immobiliensektor

Die Aktienmärkte in Hong Kong und Shanghai tief im Minus – über den Versuch, Luft aus einer Blase zu lassen.

Abverkauf in Hong Kong
Abverkauf in Hong Kong

Mit deutlich Kursverlusten haben die Aktienmärkte im Reich der Mitte auf die Nachricht reagiert, dass die Industrial Bank Co. die Kreditvergabe an Immobilienunternehmen stoppt. Gleichzeitig sorgen die neuen Daten des National Statistics Bureau für Ernüchterung: in Peking waren die Hauspreise im letzten Monat nur noch um 0,4% gestiegen, in Shanghai um 0,5%. Das ist jeweils der geringste Anstieg seit Herbst 2011.

Für viele der chinesischen Immobilienunternehmen könnte es in diesem Jahr eng werden: ca. 57 Milliarden US-Dollar werden dieses Jahr zur Rückzahlung fällig bei den sogenannten Property Trusts. Mit der nun erschwerten Kreditvergabe durch die offiziellen Banken dürften die chinesischen Immobilienpreise auch in Großstädten ihr Hoch erreicht haben – mit schwerwiegenden Folgen für das Bruttoinlandsprodukt im Reich der Mitte.

Mit dem Versuch, die entstandene Blase am Immobilienmarkt zu bremsen, geht die chinesische Führung daher ein hohes Risiko ein. Ihr Fokus hat sich verschoben von einer rein auf Wirtschaftswachstum fokussierten Politik hin zu Stabilisierung und Konsolidierung. So sagte der People’s Bank of China Governor Zhou Xiaochuan beim G20-Treffen am Wochenende: „The Chinese government attaches great importance to economic risk …, paying particular attention to shadow banking supervision.“

Auch die hoch verschuldeten Provinzregierungen Chinas treten auf die Bremse und fahren Kredite an den Immobiliensektor zurück: so stieg die Verschuldung der Provinzregierungen seit Ende 2010 von 10,7 Billionen Yuan (2,94 Billionen US-Dollar) bis zum Juni 2013 auf 17,9 Billionen Yuan – das entspricht 32% des Bruttoinlandsprodukts Chinas.

Dass in China die Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen, zeigt auch der Wechselkurs des (frei gehandelten) Offshore-Yuan, der in der letzten Handelswoche knapp 1% zum US-Dollar verloren hat – der größte Rückgang seit September 2011. Die Überbewertung der chinesischen Währung ist nun auch in den Fokus von Spekulanten gerückt: so hat George Soros eine Shortposition auf den Yuan eröffnet, da er von einem Zusammenbruch der Kreditblase in China ausgeht.



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