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Chinas Devisenreserven sinken weiter .. und eine indirekte Warnung an westliche Hedgefonds

Von Markus Fugmann

Chians Devisenreserven sind im Juli so stark gefallen wie seit März diesen Jahres nicht mehr. Wie heute Nacht veröffentlichte Daten der chinesische Notenbank zeigen, beträgt der Rückgang im Juli zum Vormonat 42,5 Milliarden Dollar auf nun 3,65 Billionen Dollar. Einer der Gründe dürfte sein, dass die Notenbank massive Gelder eingesetzt hat, um den Crash an den Aktienmärkten zu stoppen.

Unterdessen hat die chinesische Regulierungsbehörde China Securities Regulatory Commission bei einem Treffen mit Brokerhäusern des Landes diese aufgefordert, sich aktiv für die Stabilisierung der Aktienmärkte einzusetzen. Gleichzeitig sollten die Broker nach Angaben des stellvertretenden Chefs der Behörde, Zhang Yujun, ihre Kontrolle über „Programm-Trading“ verstärken und so „bösartige Leerverkäufe“ unterbinden helfen. Erst in dieser Woche hattte die Algo-Trading-Firma Virtu mitgeteilt, dass man nun an den chinesischen Märkten aktiv sei (zunächst an den Rohstoffmärkten, doch ist eine Ausweitung geplant).

China hatte zuvor westliche Banken für den Crash mitverantwortlich gemacht – sie hätten ihre Kursziele für den Shanghai Composite gesenkt, möglicherweise um durch Leerverkäufe dann profitieren zu können, wie die Regierung durch Medien lancieren ließ. Bislang ist aber nur ein Konto des amerikanischen Hedgefonds Citadel eingefroren – doch wird dem Hedgefond bislang nicht ungesetzliches Verhalten vorgeworfen. Aus Kreisen von Hedgefond-Managern heisst es, man beobachte sehr genau, wie die chinesischen Behörden nun mit Citadel umgingen – und werde dementsprechend das eigene Verhalten justieren.

Es gibt keine offiziellen Zahlen, aber nach Schätzungen agieren hunderte westlicher Hedgefonds an den chinesischen Märkten. Diese haben vielfach Wege gefunden, chinesische Aktien zu handeln, ohne die üblichen Investment-Kanäle zu benutzen. Diese Kanäle sind nicht illegal, umgehen jedoch die leicht kontrollierbaren und für Chinas Regulierungsbehörden sichtbaren Wege. Möglich ist dies nur durch Kooperationen mit chinesischen Brokern – insofern ist die Einbestellung der chinesischen Broker bei der Regulierungsbehörde zum Rapport eine indirekte Warnung an die westlichen Hedgefonds, dass China dem „Treiben“ der Hedgies nicht mehr lange tatenlos zusehen wird!

Gleichwohl stellt die schiere Zahl der Trading-Konten im Reich der Mitte die Behörden vor große Probleme: alleine am Markt in Shanghai bestehen ca. 120 Millionen Trading-Konten – und das ist auch von einer chinesischen Super-Behörde nicht flächendeckend kontrollierbar.



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