Hintergrund

Chinas erster Zahlungsausfall

Erstmals in der Geschichte Chinas kann ein Unternehmen eine Unternehmensanleihe nicht mehr bedienen – und die Regierung Chinas verweigert die Rettung. Shanghai Chaori, ein Solarzellenhersteller, bediente heute nur einen Bruchteil der anstehenden Zahlung und markiert damit den ersten echten Zahlungsausfall. In Reaktion darauf stiegen die Risikoprämien am chinesischen Kreditmarkt so stark wie seit fast vier Monaten nicht mehr. Mehrere geplante Neuemissionen für Unternehmensanleihen wurden nach dem Zahlungsausfall von Shanghai Chaori abgesagt.

Dass die chinesische Regierung, nach der Rettung von zwei zahlungsunfähigen Trusts in den letzten Wochen, diesmal nicht einschreitet, werten Ratingagenturen wie S&P und Moody´s als starkes Signal an die Märkte. Dies sei ein Bekenntnis zu freieren Märkten und fördere gleichzeitig die Disziplinierung der Kreditmärkte.

Auch in anderen Bereichen waren die Reaktionen auf den Zahlungsausfall Chaoris drastisch. So fielen die seit kurzem als Futures handelbaren Stahlpreise um 4%, ebenso die Kohle-Futures. Um drastischere Verluste zu vermeiden, wurde der Handel in den beiden Futures mit Laufzeit Mai für den Rest des Tages gestoppt (Limit down).

Der Zahlungsausfall Chaoris dürfte jedoch erst der Anfang sein, wie die Liste der Problemkandidaten zeigt, die in naher Zukunft vor ähnlichen Problemen stehen:

ChinaDefault

 

(Chart von Bank of America Merill Lynch, zerohedge.com)

 

 

 

 

 

In 2014 und 2015 werden sich die auszuzahlenden Summen für Trusts noch einmal deutlich erhöhen, wie die Statistik von Bank of America Merrill Lynch; Wind zeigt:

ChinaDefault2

 

 

 

 

 

 

 

Glänzende Perspektiven also für die extrem gehebelten Kreditmärkte Chinas. Interessant wird sein, ob die Regierung nun bei weiteren Zahlungsausfällen bei ihrer Politik des Stillhaltens bleibt – oder doch einschreitet, um Kettenreaktionen zu unterbinden..



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