Asien

Chinas Konjunktur beginnt zu schwächeln – nur der Anfang..

Von Markus Fugmann

Die Autobasätze in China sind erstmals seit zwei Jahren rückläufig: sie fielen im Juni um 3,4% im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt wurden 1,5 Millionen Fahrzeuge verkauft, wie der chinesische Automobilverband am Freitag mitteilte.

Doch das wird nur der Auftakt sein für immer schlechtere Konjunkturdaten. Und das aus folgenden Gründen: erstens hat der massive Boom an den Aktienmärkten die reale Konjunktur geschwächt: die Menschen haben das vorhandene Geld in den Aktienmarkt investiert, weniger in Verbauchsgüter. Es ist kein Zufall, dass die Aktienmärkte immer weiter stiegen, während gleichzeitig die Konjunkturdaten immer schwächer wurden. Der eine oder andere hat etwas Geld herausgezogen (aus den Gewinnen) und sich dann einmal etwas geleistet – aber das waren eher die Wenigsten, die Gier nach noch mehr Gewinn war allgegenwärtig. Mehr Kredit, mehrt Aktien, mehr Reichtum – so die allgegenwärtige Logik. Hatte nicht die Partei gesagt, dass sie für steigende Aktienmärkte sorgen würde? Und für die meisten Chinesen hat die Partei immer recht. Dass dem offenkundig nicht so ist, hat der Crash gezeigt, den Peking nicht in den Griff bekam. Das verunsichert die Bevölkerung weiter.

Nun ist die Situation dramatisch: die meisten Zocker Chinas haben alles verloren. Wenn ein Markt um mehr als 30% fällt, kann man sich vorstellen, was das für diejenigen bedeutet, die hoch gehebelt investiert sind: ihre Verluste sind dann auch gehebelt, viele dürften nun alles verloren haben oder sogar schwer verschuldet sein. Diese Menschen, die vorher normale Konsumenten waren, fallen als Nachfrager in den nächsten Monaten, vielleicht Jahren aus, müssen Immobilien verkaufen, um die angefallenen Schulden zu bezahlen etc. Insgesamt gab und gibt es in China 90 Millionen Tradingkonten, knapp vier Billionen Dollar an Marktkapitaliserung wurden in weniger als drei Wochen vernichtet. Da Chinas Privat-Zocker 80% des Marktes stellen, haben chinesische Privatanleger mehr als drei Billionen Dollar weniger Geld in den Taschen als noch vor drei Wochen!

Und das ganze geht noch weiter: die Panik am Aktienmarkt hat auch die chinesischen Banken schwer getroffen. Wie schwer, wissen wir noch nicht. Aber eins ist sicher: sie werden bei der Kreditvergabe noch vorsichtiger sein. Faktisch ist China damit in eine Abwärtsspirale eingetreten, die auch Deutschland als Exportland schwer treffen wird. VW etwa verkauft die Hälfte seiner Fahrzeuge in China, es gibt zahllose Mittelständler hierzulande, für die China extrem wichtig ist. Da kommt eine große Tsunami-Welle auf uns zu. Sagen Sie nicht, Sie seien nicht gewarnt gewesen!



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1 Kommentar

  1. Nur keine Panik!Frau Raute sagt:Den Menschen geht es auch weiterhin gut,denn wenn wir demnächst Griechenland gerettet haben,nehmen wir uns China vor!Denn heute gehört uns Deutschland&morgen die ganze Welt,hiess das mal!Ich befürchte,dass es auch diesmal mit einer Kapitulation endet!Der Döring heisst aber U.v.d.L.!

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