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Coronavirus: Erste Auswirkungen auf deutsche Firmen

Nachdem vorgestern Abend Apple aufgrund des durch das Coronavirus weitgehend still stehenden China-Geschäfts eine Umsatzwarnung aussprechen mußte, zeichnen sich nun auch die ersten Folgen für deutsche Unternehmen ab!

So berichtet das in Thüringen und München ansässige Unternehmen Adva Optical (gelistet im SDAX) in einer Ad hoc-Mitteilung:

„Wie die aktuelle Situation in China aufgrund des COVID-19/Corona Virus verdeutlicht, unterliegen quartärliche Prognosen aufgrund temporärer Unsicherheiten oder exogener Einflussfaktoren insbesondere in ADVAs Industrie zu hohen Schwankungsbreiten.
Aufgrund der gegenwärtigen Situation in China erwartet der Vorstand Engpässe bei ADVAs Zulieferern. Aus Sicht des Vorstands führt dies höchstwahrscheinlich zu einer negativen Proforma Betriebsergebnismarge für das Q1 2020. Ob und in welchem Umfang sich die Situation in China noch weiter verschlechtern oder auch verbessern wird, kann gegenwärtig noch nicht belastbar vorhergesehen werden.“

Aufgrund dieser Gewinnwarnung fällt die Aktie von Adva Optical aktuelle um gut -9%.

Zwei Etagen höher (sprich im Dax) gibt heute adidas eine erste Einschätzung zum Stand der Dinge in  Sachen Coronavirus: seit dem chinesischen Neujahr (25.Januar) liegt laut Aussagen des Konzerns der Umsatz 85% unter dem Umsatz des Vorjahres. Viele eigene Geschäfte, aber auch die von Geschäftspartnern, die adidas-Produkte vertreiben, seien geschlossen, so der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Auch in Japan und Südkorea laufe das Geschäft schlecher als üblich, während andernorts bislang jedoch noch keine Rückgänge zu verzeichnen seien..

Wie schwierig die Lage einzuschätzen ist, gibt adidas in schönstem Bürokraten-deutsch dabei offen zu: „Angesichts der sich täglich verändernden Lage lässt sich das Ausmaß der Gesamtauswirkungen auf unser Geschäftsjahr 2020 zu diesem Zeitpunkt nicht zuverlässig quantifizieren“.

Die Aktien von adidas, lange der Highlyer im Dax, sind heute bei den Schlußlichtern im Dax. Die Aktie vollzog Mite und Ende Januar eine Top-Bildung im Bereich 310 bis 315 Euro und handelt derzeit im Bereich 284 Euro.

Derartige Meldungen werden sich, so viel scheint sicher, in den nächsten Tagen und Wochen häufen. Besonders gespannt darf man etwa auf die Aussagen von Volkswagen sein, das bekanntlich in China seinen mit Abstand größten Absatzmarkt hat.

Was aber machen die Aktienmärkte daraus? Steigen sie weiter, im Ur-Vertrauen auf den Notenbanken-Put? Oder obsiegen die Kennzahlen der Firmen, wie sie die Berichtssaison bzw. Gewinnwarnungen dann zeigen werden? So oder so: je länger die Krise durch das Coronavirus andauert, umso absurder wirken – trotz Anlagenotstand – die derzeitigen Allzeithochs der Aktienindizes..

Adidas verzeichnet massive Umsatzrückgänge ein China aufgrund des Coronavirus



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5 Kommentare

  1. Adidas aktuell bei 291,–Euro und damit fast 2,0 % im plus.
    Einen besseren Beweis dafür, das sich die Börsen komplett entkoppelt haben, kann man nicht bekommen.

    1. Und gestern 90 Milliarden Dollar Repo-Zuschüsse durch die FED. Man bedenke: Auf Allzeithoch, bei Apple-Umsatzwarnung mit brutalem 1,8-Prozent-Ausverkauf…😄

      wenn die Weltwirtschaft demnächst nur geringste Schwächesignale sendet, langen die Notenbanken erst richtig zu. Dann ist dieses Geplänkel derzeit endlich vorbei und es schießt wieder nach oben. Ist doch klar, dass keiner aus dem Markt will, wenn das beste erst noch kommt…

      1. Die langen so richtig zu das die Reichsbank damals aussieht wie eine Kirchenmaus….bald bedruken wir Noten nur noch einseitig und den Espresso lieber vor dem trinken bezahlen, damit man aicher genig dabei hat uns sich der Preis wöhrend des Trinkens nicht verfünfacht 🥳🥳

  2. Zu VW kann ich jetzt schon sagen, daß der Umsatz sich neigt. Vielleicht -20% VW, AUDI -30%, Skoda -10%, Bugatti 10%. Man wird mit Haldenproduktionen es noch schönrechnen können. Aber überall ist bereits Kurzarbeit, übrigens schon seit Jan. 2019. Im 2. Halbjahr kam eine Erholung, auf etwas unter 2018 Niveau. Und jetzt gehts halt wieder runter. Seit KW 2 in 2020. Noch nicht so schnell wie in 2019, aber ähnlich sicher. Das könnte diesmal ein scheibchenweiser Absturz werden. Ab April könnte es wieder wenden oder weiter nach unten, je nach Virus. Am Auto hängt immer noch das Meiste in D.

    1. Ab April könnte es sich wieder wenden oder weiter nach unten gehen. Sie besitzen ja die analytische Brillanz eines Börsen-Profis. Morgen könnte Gold fallen oder weiter steigen…

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