Folgen Sie uns

Aktien

Coronavirus: Erste Auswirkungen auf deutsche Firmen

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Nachdem vorgestern Abend Apple aufgrund des durch das Coronavirus weitgehend still stehenden China-Geschäfts eine Umsatzwarnung aussprechen mußte, zeichnen sich nun auch die ersten Folgen für deutsche Unternehmen ab!

So berichtet das in Thüringen und München ansässige Unternehmen Adva Optical (gelistet im SDAX) in einer Ad hoc-Mitteilung:

„Wie die aktuelle Situation in China aufgrund des COVID-19/Corona Virus verdeutlicht, unterliegen quartärliche Prognosen aufgrund temporärer Unsicherheiten oder exogener Einflussfaktoren insbesondere in ADVAs Industrie zu hohen Schwankungsbreiten.
Aufgrund der gegenwärtigen Situation in China erwartet der Vorstand Engpässe bei ADVAs Zulieferern. Aus Sicht des Vorstands führt dies höchstwahrscheinlich zu einer negativen Proforma Betriebsergebnismarge für das Q1 2020. Ob und in welchem Umfang sich die Situation in China noch weiter verschlechtern oder auch verbessern wird, kann gegenwärtig noch nicht belastbar vorhergesehen werden.“

Aufgrund dieser Gewinnwarnung fällt die Aktie von Adva Optical aktuelle um gut -9%.

Zwei Etagen höher (sprich im Dax) gibt heute adidas eine erste Einschätzung zum Stand der Dinge in  Sachen Coronavirus: seit dem chinesischen Neujahr (25.Januar) liegt laut Aussagen des Konzerns der Umsatz 85% unter dem Umsatz des Vorjahres. Viele eigene Geschäfte, aber auch die von Geschäftspartnern, die adidas-Produkte vertreiben, seien geschlossen, so der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Auch in Japan und Südkorea laufe das Geschäft schlecher als üblich, während andernorts bislang jedoch noch keine Rückgänge zu verzeichnen seien..

Wie schwierig die Lage einzuschätzen ist, gibt adidas in schönstem Bürokraten-deutsch dabei offen zu: „Angesichts der sich täglich verändernden Lage lässt sich das Ausmaß der Gesamtauswirkungen auf unser Geschäftsjahr 2020 zu diesem Zeitpunkt nicht zuverlässig quantifizieren“.

Die Aktien von adidas, lange der Highlyer im Dax, sind heute bei den Schlußlichtern im Dax. Die Aktie vollzog Mite und Ende Januar eine Top-Bildung im Bereich 310 bis 315 Euro und handelt derzeit im Bereich 284 Euro.

Derartige Meldungen werden sich, so viel scheint sicher, in den nächsten Tagen und Wochen häufen. Besonders gespannt darf man etwa auf die Aussagen von Volkswagen sein, das bekanntlich in China seinen mit Abstand größten Absatzmarkt hat.

Was aber machen die Aktienmärkte daraus? Steigen sie weiter, im Ur-Vertrauen auf den Notenbanken-Put? Oder obsiegen die Kennzahlen der Firmen, wie sie die Berichtssaison bzw. Gewinnwarnungen dann zeigen werden? So oder so: je länger die Krise durch das Coronavirus andauert, umso absurder wirken – trotz Anlagenotstand – die derzeitigen Allzeithochs der Aktienindizes..

Adidas verzeichnet massive Umsatzrückgänge ein China aufgrund des Coronavirus

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Roberto

    19. Februar 2020 11:05 at 11:05

    Adidas aktuell bei 291,–Euro und damit fast 2,0 % im plus.
    Einen besseren Beweis dafür, das sich die Börsen komplett entkoppelt haben, kann man nicht bekommen.

    • Avatar

      Sven

      19. Februar 2020 11:25 at 11:25

      Und gestern 90 Milliarden Dollar Repo-Zuschüsse durch die FED. Man bedenke: Auf Allzeithoch, bei Apple-Umsatzwarnung mit brutalem 1,8-Prozent-Ausverkauf…😄

      wenn die Weltwirtschaft demnächst nur geringste Schwächesignale sendet, langen die Notenbanken erst richtig zu. Dann ist dieses Geplänkel derzeit endlich vorbei und es schießt wieder nach oben. Ist doch klar, dass keiner aus dem Markt will, wenn das beste erst noch kommt…

      • Avatar

        BrettonWood

        19. Februar 2020 13:12 at 13:12

        Die langen so richtig zu das die Reichsbank damals aussieht wie eine Kirchenmaus….bald bedruken wir Noten nur noch einseitig und den Espresso lieber vor dem trinken bezahlen, damit man aicher genig dabei hat uns sich der Preis wöhrend des Trinkens nicht verfünfacht 🥳🥳

  2. Avatar

    sabine

    19. Februar 2020 11:28 at 11:28

    Zu VW kann ich jetzt schon sagen, daß der Umsatz sich neigt. Vielleicht -20% VW, AUDI -30%, Skoda -10%, Bugatti 10%. Man wird mit Haldenproduktionen es noch schönrechnen können. Aber überall ist bereits Kurzarbeit, übrigens schon seit Jan. 2019. Im 2. Halbjahr kam eine Erholung, auf etwas unter 2018 Niveau. Und jetzt gehts halt wieder runter. Seit KW 2 in 2020. Noch nicht so schnell wie in 2019, aber ähnlich sicher. Das könnte diesmal ein scheibchenweiser Absturz werden. Ab April könnte es wieder wenden oder weiter nach unten, je nach Virus. Am Auto hängt immer noch das Meiste in D.

    • Avatar

      Claudia

      19. Februar 2020 12:45 at 12:45

      Ab April könnte es sich wieder wenden oder weiter nach unten gehen. Sie besitzen ja die analytische Brillanz eines Börsen-Profis. Morgen könnte Gold fallen oder weiter steigen…

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick auf die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

weiterlesen

Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen