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Crash der Aktienmärkte: Warum diese Krise anders ist!

Folgt auf den Crash der Aktienmärkte der Crash der Anleihemärkte? Der Haupttreiber der Krise ist ein biologischer Feind, der auf einen entfesselten und entarteten Kapitalmarkt trifft, mit extrem manipulierten Zinsen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Der Crash der Aktienmärkte kam unvermittelt und heftig! Was erleben wir da gerade – als Bürger, die extrem heftig im gewohnten Leben beeinträchtigt sind, oder auch als Anleger am Kapitalmarkt, die Depotbestände abschmelzen sehen, wie Schnee in der Frühlingssonne? Eine krisenhafte Zuspitzung in nahezu allen Lebensbereichen mit einem erzwungenen Stillstand der Wirtschaft in vielen Ländern und dem schnellsten Crash der Aktienmärkte aller Zeiten.

Crash der Aktienmärkte: Die Unkalkulierbarkeit der Bedrohung

Der Haupttreiber der Krise ist ein biologischer Feind, der auf einen entfesselten und entarteten Kapitalmarkt trifft, mit extrem manipulierten Zinsen, überschuldeten Wirtschaftssubjekten und Staaten, die ein Wachstum mit extrem hoher Inanspruchnahme von weiteren Schulden generiert haben (USA).

Zur Eindämmung der Virusinfektion muss man einen Stillstand der Wirtschaft in Kauf nehmen, dessen konjunkturelle Auswirkungen nicht abschätzbar sind. Noch bevor die sprichwörtliche Tinte auf dem Papier getrocknet ist, auf dem die Prognose geschrieben ist, kann man diese bereits wieder in den Papierkorb werfen. Fest steht eines: Der wirtschaftliche Schaden wird mit jedem Tag größer, an dem die Eindämmungsmaßnahmen für die Pandemie Bestand haben – und diese Größenordnung ist eben nicht voraussehbar oder  antizipierbar.

Crash: Die Psychologie schlägt unbarmherzig zu

„Fight or Flight“ oder die Kampf-oder-Flucht-Reaktion ist eine über 100 Jahre alte psychologische Erkenntnis, die das Verhalten von Menschen unter einer großer Stresssituation beschreibt. Der Urmensch hatte beim Knurren eines Tieres oder beim Aufziehen eines Unwetters nicht lange Zeit für komplexe Überlegungen – er mußte schnell handeln, um sein Leben nicht zu verlieren. Dies ist in unseren Genen angelegt, immer noch auch beim heutigen Wohlstandsbürger.

Bezogen auf den Crash an der Börse bedeutet das oben beschriebene „Fight or Flight“: raus aus den riskanten Positionen, bevor man seine Gewinne verliert oder Schlimmeres. Oder die Entscheidung dagegenzuhalten (als Kampfsituation) bis es zu schlimm wird – und man im Tief dann doch noch aufgibt. Später wurde in der Psychologie dieses menschliche Verhalten auf „Freeze, flight, fight or fright“ erweitert, weil es in der Urzeit auch das Erstarren und die Regungslosigkeit gab, in der Hoffnung so seinem Schicksal zu entgehen.

Eine Reaktion, die aber in der jetzigen Situation des Crash nicht so einfach weiter hilft. Vielleicht dem Aktienmarkt, wenn Anleger aus Frustration nicht mehr auf ihr Depot sehen. Oder den Dax ignorieren. Beobachten konnte man dies nach der Dotcom-Krise von 2000, als Anleger, die zu Kursen von 66 Euro (zweite Kapitalerhöhung) und mehr erworbenen Telekom-Aktien nicht mehr beachteten und diese Altpapiere noch Jahrzehnte später im Depot liegen haben.

Es gibt derzeit viele Beispiele für ein Krisenverhalten des modernen Menschen, welches noch sehr auf Instinkten aufgebaut ist. Der Mensch ist ein Jäger und Sammler, damit legt er in Extremsituationen Vorräte an – macht Hamsterkäufe, teilweise auf absurde Art (Toilettenpapier) – oder auch wie viele Amerikaner, die sich in dieser Krise noch Waffen und Munition besorgen, anscheinend in der Angst, künftig ihr Hab und Gut mit Waffengewalt verteidigen zu müssen.

Warum die Psychologie hier so stark zum Zuge kommt, ist die Tatsache, dass man für die jetzige Situation keinen Anker hat, also kein Vorbild für die Beschreibung, wie das Ganze ausgehen könnte. Das macht diesen Crash anders. Es gibt Meldungen über eine Infektionsquote von 60-70 % in der Bevölkerung, von Millionen Toten und von einer starken Rezession, die Millionen Arbeitsplätze kosten und die Weltwirtschaft in den Keller ziehen wird. Das alles macht extreme Angst, so dass keiner weiß, wo es einen Boden geben könnte nach dem blitzartigen Crash.

Aber hier liegt auch der Hoffnungsschimmer: Was ist, wenn die Maßnahmen zeitnah wirksam werden und auch die wärmere Jahreszeit ihren Teil zur Eindämmung beiträgt?

Und ganz nüchtern betrachtet, bleibt festzustellen, dass Covid-19 selbst bei weltweiter Ausbreitung die Menschheit nicht umbringen wird. Vor allem werden es jüngere Menschen gar nicht großartig bemerken, wenn sie sich infiziert haben. Selbst im hoch betroffenen Italien gibt es meines Wissens noch keinen einzigen Todesfall eines Menschen unter 30 Jahren. Zugegeben ein sehr schwacher Trost für die Älteren.

Gibt es historische Vergleiche?

Nicht, wenn man auf den Zeitraum der globalisierten Wirtschaftswelt zurückblickt. Das Sars-Virus von 2002/2003 hatte trotz seiner Gefährlichkeit gerade mal 8096 dokumentierte Fälle, mit 776 Toten und eine Verbreitung in 27 Ländern. Das verwandte Coronavirus Covid-19 hat bereits jetzt eine weitaus höhere Verbreitungsrate – mit sehr viel mehr Virustoten – und wir sind noch nicht auf Peak Corona, zumindest nicht im Westen. Nach dem exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen in den letzten Wochen, kann man, auch unter Berücksichtigung von wirksamen Eindämmungsmaßnahmen, binnen zwei bis drei Wochen, noch mit einer siebenstelligen Infiziertenzahl rechnen.

Die Gegenmaßnahmen

Da gibt es zum einen die Eindämmungsmaßnahmen der Staaten, über die schon ausführlich berichtet wurde, ebenso wie die monetären und fiskalischen Maßnahmen, die durch den Crash von Börse und Wirtschaft zu einer Geldflut nie gesehener Dimension führen werden, in „unseliger Allianz“ mit einem gewaltigen Anstieg der Staatsverschuldungen. Allen voran Donald Trump, der in den nächsten Wochen nicht nur die Weichen für seine Wiederwahl stellen möchte, sondern alle staatlichen Maßnahmen einsetzen wird, um den unweigerlich kommenden Einbruch des Konsums abzumildern – indem er die staatliche Gelddruckmaschinen anwirft, wie es noch kein Präsident vor ihm getan hat.

Problemlösung in Anlehnung an den Kultfilm „Kir Royal“, in dem der reiche Fabrikant den Journalisten mit den Worten bedroht und umstimmen will: „Ich sch..ß dich sowas von zu mit meinem Geld“.

Fazit

Konjunkturzyklen sind das natürlichste in einer Marktwirtschaft und führen regelmäßig nach spätestens einem Jahrzehnt zu massiven Kurseinbrüchen. Der jetzige Crash ist etwas ganz Besonderes, weil sich zum normalen wirtschaftlichen rezessiven Geschehen ein unberechenbarer biologischer Feind hinzu gesellt hat, der vor allen Dingen aus psychologischer Sicht in der Lage ist, große Schäden anzurichten. Es gibt kein Schema F für einen solchen Fall und der Mensch und noch mehr der Börsianer hasst Unsicherheit. Die Frage aller Fragen lautet: Wo ist der Boden?

Bei allem Optimismus, mit dem man an die Bekämpfung einer so schweren pandemischen Bedrohung (für Ältere und Vorerkrankte) herangehen muss, gibt es ein Thema, welches schon jetzt seine Schatten vorauswirft. Wie soll man die Schulden in Zukunft tilgen, die Zinsen dafür aufbringen und eine mögliche Inflation in Zaum halten? Zunächst werden wir in den nächsten Tagen und Wochen ständig auf die Zahlen der John-Hopkins-Universität (Worldometer) mit den aktuellen Infektionsziffern starren und anschließend möglicherweise auf die Kurse und Renditen bei den Anleihen, nicht nur für mich ein großes Thema für die Zukunft.

Aber dann: Folgt auf den Crash der Aktienmärkte der Crash der Anleihemärkte?

Dieser Crash der Aktienmärkte durch das Coronavirus ist anders als vorherige Abstürze der Finanzmärkte

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Mike Lohmann

    19. März 2020 11:23 at 11:23

    Die vielfach hochgelobten Topbanker hätten problemlos ein einziges Mal die Gewinnkurve mit den Aktienkursen der Unternehmen vergleichen können um auf die gleiche Bewertung von Schulkindern zu kommen, dass hier zwischen Realität und Kursfnatasie ein völlig extremes Missverhältnis besteht(bestand). Da im SchlarAffenland der Notenbanker anscheinend nur Lehrbüchleinspezialisten entscheidungen treffen, muss dringend verlangt werden, dass nur noch solche am Schalthebel der Finanzen und Politik zugelassen werden, die auch einen normalen Intelligenztest bestanden haben.

  2. Avatar

    Ranzentier

    19. März 2020 12:33 at 12:33

    Die Neuinfektionen sind gestern in China auf 0 gesunken. Beginn war dort nach Unterzeichnung des Handelsdeals Mitte Januar…da sind jetzt 2 Monate rum…in Europa begann das Ganze zeitversetzt erst Mitte Februar …wird heißen es ist Mitte April alles vorbei…im Juni/Juli werden wir uns nicht mehr über Corona unterhalten…so schnell wie der Absturz da war wird er auch wieder weg sein, wie die letzten 3 kurzen (aus heutiger Sicht) Abstürze im Februar 2018 und Dezember 2018.
    Ich prophezeie ATH’s bis zur Wahl in den USA.

  3. Avatar

    Patrick Bateman

    19. März 2020 13:17 at 13:17

    Man könnte auch grundsätzlich in Frage stellen, ob die entfachte Panik eine sichere Grundlage hat. Denn ein wissenschaftlicher Diskurs zu einigen Fragen hat noch nicht wirklich stattgefunden. Es gibt ein paar Fakten, und ganz viele Annahmen.
    Drastische Maßnahmen, wie wir sie zur Zeit erleben, können einzig und allein dadurch gerechtfertigt werden, dass wir es mit einem dramatischen exponentiellen Wachstum zu tun haben.
    Dazu wurde zunächst mal die Annahme gemacht, dass die SARS-CoV-2 Epidemie mit „Patient Zero“ in Wuhan begann, vielleicht im Dezember, vielleicht auch früher. Verschwörungstheorien spinnen sich um diese Annahme, auf die ich nicht eingehe. Die Verbreitung des Virus zu diesem Zeitpunkt ist jedenfalls nicht zweifelsfrei zu bestimmen.
    Eine neue Simulationsstudie der Columbia-University geht nun von 5-10 fachen Infiziertenzahlen aus, und macht dabei die Annahme, dass zum Zeitpunkt der Abriegelungsmaßnahmen in Wuhan (damals offiziell knapp 700 Infizierte) 14% erfasst wurden.
    Meine persönliche Meinung dazu ist, dass diese Annahme eher deutlich zu hoch ist, also der auf die offiziellen Zahlen anzuwendende Faktor deutlich > 10 liegt. Die aktuelle Groß-Untersuchung in Shenzen geht jetzt davon aus, dass 91% keine oder moderate Symptome zeigen,nicht 80%.
    Beide Studien werden von Professor Hendrik Streeck erwähnt, vermutlich der wichtigste Virologe zum Thema zur Zeit in Deutschland (Quelle FAZ). Er geht auch für Italien von einem extrem hohen Durchseuchungsgrad aus. Dies alles deutet darauf hin, das die Letalität von SARS-CoV-2 deutlich niedriger ist, als bisherige Schätzungen.
    Bekannt ist hingegen:
    Wir haben deutschlandweit jedes Jahr im Mittel ca. 40.000 – 50.000 Todesfälle durch Lungenentzündung, verstärkt in der Grippesaison (lungenaerzte-im-netz). Woran natürlich auch unterschiedliche Viren ihren Anteil haben, insbesondere auch Influenza.
    Wenn aber die Basis (Anzahl Infizierter zu Beginn einer Simulationsrechnung) so weit abweicht von Annahmen, die gemacht werden/wurden, bedeutet das auch, dass wir längst nicht so eine dramatische exponentielle Verbreitung des Virus haben wie angenommen. Fest steht, dass die Zahl der Tests auf SARS-CoV-2 exponentiell ansteigt.
    Zur Zeit sind wir noch in einer Phase, in der sich die Panik immer mehr hoch schaukelt. Wer das nicht mitmacht, wird diskreditiert und kommt öffentlich kaum zu Wort. UK klinkt sich aus dieser Panik übrigens weitgehend aus. Wir werden sehen, wer mit welcher Strategie richtig fährt.

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      Hinterfrager

      19. März 2020 14:00 at 14:00

      Nochmals: Es gibt keine Impfung, es gibt keine Medikamente, schwere Fälle sterben qualvoll an Atemnot, für Sozialdarwinismus (Ältere/Gebrechliche/Behinderte vs. Jüngere) darf es in einer Demokratie keinen Platz geben – und für gesellschaftsfeindlichen Egoismus auch nicht!

      Boris Johnson hat übrigens bereits eine Kehrtwende eingelegt – vielleicht auch, damit seiner Insel mit ihrem hochleistungsfähigen NHS (hüstel) Bilder wie diese erspart bleiben…

      https://twitter.com/tancredipalmeri/status/1240414011608444929

    • Avatar

      Hinterfrager

      19. März 2020 14:24 at 14:24

      P.S.: An der von ihnen so bezeichneten „Panik“ hängen ganz konkrete Menschenleben – und denken Sie immer daran, dass das auch ihre ganz persönlichen Liebsten sein könnten. Welche übrigens nicht nur in Oberitalien buchstäblich ein Gesicht bekommen, etwa in Bergamo, wo sich Zahl der Todesanzeigen binnen kurzer Zeit vervielfacht hat…

      https://www.youtube.com/watch?v=iQaQBqH0txs

      Nun, was nützt einem dann noch ein randvolles Bankkonto oder Depot?

      • Avatar

        Lausi

        19. März 2020 20:01 at 20:01

        Ich freu mich schon auf meine goldenen und silbernen Grabbeigaben. Sollen ja sehr nützlich & hilfreich im Jenseits sein. ;-)

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Dax mit 40 Aktien – ist die Reform wirklich eine Wende?

33 Jahre nach Einführung des Dax 30 kommt im nächsten Jahr eine Reform – ändert sich dadurch seine Bedeutung in der weltweiten Börsenszene? Zweifel sind angebracht!

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

33 Jahre nach Einführung des Dax 30 kommt im nächsten Jahr eine Reform des deutschen Leitindex, unter anderem mit einer Erweiterung auf 40 Werte. Anstoß war der Skandal um Wirecard, seiner Insolvenz und seinem wochenlangen Verbleib im Index, weil es eben den Regeln so entsprach. Aber wird diese Indexaufstockung wirklich eine gravierende Änderung seiner Bedeutung in der großen Börsenszene einleiten? Zweifel sind angebracht, denn ein Alleinstellungsmerkmal des deutschen Index bleibt bestehen.

Dax 30, der Underperformer unter den großen Börsenindizes

Das Grundproblem unseres Leitindex ist zunächst einmal seine Grundkonstruktion. Es handelt sich bei ihm – im Gegensatz zu den anderen großen internationalen Indizes – um einen Performanceindex, bei dem die jährlichen Dividendenausschüttungen miteingerechnet werden. Der Dax steht in dieser Berechnung mit 13300 Punkten (Stand 26. November) weniger als vier Prozent unter seinem Allzeithoch vom Februar diesen Jahres. In einer Kalkulation als internationaler Kursindex (ohne Dividenden) liegt er mit 5751 Punkten, sogar noch fast 10 Prozent tiefer als bei seinem Hoch vom März 2000 mit 6266 Punkten. Der Dax hatte 15 Jahre gebraucht, bis er dieses Hoch wieder erreichen konnte (2015), seither rennt er immer wieder dagegen an.

Zum Vergleich der S&P 500: Jahreshoch des Jahres 2000 – 1527 Punkte, Jahreshoch 2020 – 3642 Punkte. Und dabei wurde sogar der Extremwert in der Internet-Bubble als Vergleich herangezogen.

Dax 30, das Leichtgewicht unter den Indizes

Das nächste Thema ist die Marktkapitalisierung des deutschen Leitindex. Mit seinen aktuellen 1,2 Billionen Euro Marktbewertung liegt er nur im Mittelfeld der großen Indizes, obwohl er eigentlich die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt repräsentieren sollte. Zum Vergleich der S&P 500, der es umgerechnet bereits auf sagenhafte 27,2 Billionen Euro bringt, auch der japanische Nikkei 225 liegt im zweistelligen Billionenbereich.

Aber selbst kleinere europäischen Volkswirtschaften haben größere Marktkapitalisierungen. FTSE 100 (Großbritannien) 1,92 Billionen Euro, CAC 40 (Frankreich) 1,76 Billionen Euro, die erheblich kleinere Schweiz liegt mit ihrem SMI und 1,15 Billionen Marktkapitalisierung fast gleichauf.

Was bringt die Aufstockung auf 40 Titel?

Zuerst würde man sich den internationalen Indizes bei der Zahl der im Index gelisteten Aktien annähern. Nicht dem S&P mit seinen 500 Titeln, aber Großbritannien (100) und vor allem Frankreich (40). In der Marktkapitalisierung würde man aus jetziger Sicht auf gut 1,35 Billionen Euro steigen, wenn man potenzielle Aufsteiger aus dem MDax hinzu addiert. Die drei größten Titel aus der zweiten Reihe sind derzeit Airbus (25,4 Bio. €), Symrise (13,2 Bio. €) und Zalando (11,3 Bio. €), wobei beim marktschweren Flugzeugbauer schon wieder ein Fragezeichen steht, wegen seines ausländischen Firmensitzes.

Weitere Regeländerungen

Darüber wurde bei FMW schon berichtet deshalb nur kurz die Änderungen: Künftige Dax-Neulinge müssen vor ihrer Aufnahme einen operativen Gewinn in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen. Neuaufnahmen wie die von Delivery Hero wären künftig nicht mehr möglich. Eine Konsequenz aus dem Wirecard-Skandal ist, dass ab März 2021 Firmen nach einer 30-tägigen Warnfrist aus dem Index ausgeschlossen werden können, wenn sie ihre testierten Geschäftsberichte und vierteljährlichen Quartalsmitteilungen nicht fristgerecht veröffentlichen. Außerdem überprüft die deutsche Börse zweimal im Jahr die Aufstellung im Dax. Es geht dann um die Marktkapitalisierung der Unternehmen und nicht mehr um den Börsenumsatz. Der Nachweis einer Mindestliquidität wird ausreichen.

Fazit

Bei allen Bemühungen um eine Steigerung der Attraktivität des deutschen Leitindex bleibt das Grundproblem – die Akzeptanz der Aktie für die Kapitalanlage. Nur 15 Prozent der Deutschen besitzen direkt oder über Fonds Aktien, über 50 Prozent des Dax befinden sich in ausländischen Händen. Zum Vergleich: 2,4 Billionen Euro liegen in Deutschland auf unverzinslichen Konten, das Zweifache der Marktkapitalisierung des deutschen Leitindex. Was mit diesem Geld in Zukunft geschehen wird, in einer sich wahrscheinlich noch verstärkenden „finanziellen Repression“ (Inflation?) ist ziemlich absehbar. Ein Umdenken täte Not, etwas im Stile des norwegischen Staatsfonds.

An der Grundproblematik wird auch eine Erweiterung des DAX auf 40 Werte nichts ändern. Wie hatte Warren Buffett schon vor Jahren Kritikern der „gefährlichen“ Aktienanlage entgegnet: „„Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte, eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11497 Punkte.“

Was ändert sich durch die Reform des Dax?

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Aktienmärkte: Der Chart, der die Welt erklärt! Videoausblick

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte gestern am US-Feiertag erwartungsgemäß uninspiriert – auch heute ist durch den verkürzten Handel in den USA am Black Friday nicht viel zu erwarten. Aber übergeordnet gilt: es gibt einen Chart, der die ganze (Wirtschafts-)Welt erklärt: dieser Chart zeigt, dass seit den 1980er-Jahren die Schulden schneller wachsen als die Wirtschaft! Und dieser Trend explodiert seit der Finanzkrise geradezu, die Coronakrise wiederum bringt dann die nächste Eskalationsstufe in Sachen Schulden und Geld drucken. Die Notenbanken versuchen mit ihrem Liquiditäts-Exzess diese Verschuldungs-Spirale und damit die Wohlstandsillusion am laufen zu halten – die Aktienmärkte und die Anleihemärkte spiegeln diesen Exzess geradezu beispielhaft wider!

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DAX daily: Nichts los ohne die Wall Street – Dax bleibt unter 13.300

Stefan Jäger

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Es hatte sich abgezeichnet, im Dax geht einfach gar nichts ohne die US-Börsen. Die Wall Street kann zwar nach dem Feiertag heute wieder ins Geschehen eingreifen, dennoch ist kaum Besserung in Sicht. Die meisten Amerikanern nutzen den heutigen Black Friday als Brückentag. Somit muss man erneut mit einem geringem Handelsvolumen rechnen. Die Handelsspanne im deutschen Leitindex betrug gestern stolze 42 Punkte. Dabei hat der Dax ein Minus von 3 Punkten erzielt und schloss bei 13.286 Punkten. Wie bereits in den Tagen zuvor konnte der Index wieder keinen Schlusskurs über der 13.300er Marke zustande bringen. Dementsprechend geht das Ringen um den Bereich in die nächste Runde.

Nachdem Bund und Länder eine Ausweitung der Maßnahmen beschlossen haben, bleibt das Thema auch danach noch heiß diskutiert. Die aktuellen Lockdown-Restriktionen werden sich früher oder später in der Wirtschaft bemerkbar machen, das ist wahrscheinlich auch ein Grund für die ausbleibenden Impulse in Richtung der Februar-Höchststände. Die Anleger sind in dem derzeitig stark newsgetriebenen Marktumfeld in Wartestellung, vielleicht folgt am Montag schon die nächste Impfstoff-Meldung?

News und fundamentale Daten

Nachrichtentechnisch sieht es heute dürftig aus, daher schauen wir doch noch einmal auf das gestern veröffentlichte GfK-Konsumklima. Der Index der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat nämlich deutlich gemacht, was sich die meisten wohl schon gedacht haben – der Lockdown light hat auf die Verbraucherstimmung gedrückt. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung haben stärker nachgelassen als erwartet. Der aktuelle Dezember-Wert von -6,7 ist nach dem November -3,1 und dem Oktober -1,6 erneut rückläufig. Unter dem Strich kann man das schon als einen Trend bezeichnen.

Wie man gestern eindrucksvoll sehen konnte, werden die Aktienmärkte von den US-Börsen angetrieben. Die Stimmung bei den Anlegern an der Wall Street kann kaum euphorischer sein, das zeigt auch der Fear & Greed Index an. Dieser notiert nicht nur im „extrem Gier“ Bereich, sondern steigt auch noch weiter an, von zuvor 88 auf jetzt 91.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

An der derzeitigen Chart-Situation hat sich weiterhin nichts geändert, demnach haben die wichtigen Marken auch noch Bestand. Die regelmäßigen Leser(innen) unter Ihnen kennen die Marken wahrscheinlich schon auswendig. Wir alle warten auf den überfälligen Ausbruch aus der 300-Punkte-Range. Dafür müsste der Dax die Widerstandszone zwischen 13.300 und 13.340 endlich hinter sich lassen. Dadurch würde sich zuerst ein Ziel bei 13.460 ergeben. Danach könnte der Dax noch die 13.600 anlaufen, dann hätte er die Spanne der Seitwärtsrange nach oben abgearbeitet.

Oder der Dax leitet eine überfällige Korrektur ein, um vor der Jahresendrally nochmal durchzuatmen. Dafür müsste der Dax zunächst die Unterstützung bei 13.235 brechen. An der 13.140 folgt eine weitere Unterstützungszone. Darunter befindet sich die Unterkante der Range, in dem Bereich zwischen 13.050 und 13.000 fand der Dax mehrfach Halt. Fällt der Index schließlich unter die 13.000, dann ergeben sich Ziele bei 12.870 und 12.700. Wahrscheinlich werden wir erst in der kommenden Woche erfahren, wohin die Reise geht.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 27.11. - H1-Chart - die Wall Street ist zurück

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.370– Pivot Punkt R2

13.323 – Pivot Punkt R1

13.286 – Pivot Punkt

13.238 – Pivot Punk.t S1

13.202 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.274 – Tagestief 26.11.

13.235 – Tagestief 25.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.300 – neuralgischer Punkt

13.340 – mehrfacher WS

13.373 – Nachthoch

13.460 – September-Hoch

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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