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Crash voraus? US-Aktien zu teuer? Man folge einfach nur der Geldspur der CEO´s

Claudio Kummerfeld

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Steht ein Crash am US-Aktienmarkt bevor? Sind US-Aktien schon lange zu teuer? Zahlreiche Beobachter mahnen immer wieder. Und das durchaus zu Recht, weil wir inzwischen den längsten Bullenmarkt überhaupt erleben. Zumindest eine kräftige Korrektur wäre angebracht, damit der Markt einmal wieder durchatmen kann. Aber ist das wirklich so? Oder ist das nur die subjektive Sicht von all zu pessimistischen Kommentatoren?

Den US-Konzernen geht es derzeit mehr als gut. Keine Spur von einem Crash. Sie verdienen gut, Präsident Trump hat ihre Steuern gesenkt, und sie können ihre gigantischen Auslandsvermögen zu drastisch reduzierten Steuersätzen zurück nach Hause holen. Also, wo ist das Problem? Es läuft sogar derart gut, dass laut aktuellen Analysen das Volumen der Aktienrückkäufe der US-Aktiengesellschaften im laufenden Jahr 2018 mit 835 Milliarden Dollar (und vermutlich 1 Billion im Gesamtjahr) schon höher liegt als im Gesamtjahr 2007 mit 810 Milliarden Dollar.

Wir erinnern uns. 2007 brach der US-Immobilienmarkt schon zusammen, aber der Aktienmarkt hatte das zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich gemerkt. Aber die Euphorie am Markt war auf ihrem Höhepunkt, und die Unternehmen kauften mit ihrem reichlich vorhandenen Cash eigene Aktien zurück. Das aktuelle Volumen ist das Allzeithoch! Alleine das sollte einem zu denken geben. Aber da gibt es noch mehr. Man müsste doch denken, dass die Konzernbosse im Zuge dieses perfekten Marktes mit ihrem privaten Geld Aktien ihrer Unternehmen kaufen. Klingt doch logisch, oder?

Aber sie tun derzeit genau das Gegenteil. Mit 10,3 Milliarden Dollar im August haben die sogenannten Corporate Insiders (Führungskräfte von börsennotierten Unternehmen) extrem viele Aktien der eigenen Firmen verkauft. Das vorige Hoch für einen Monat August lag ebenfalls im Jahr 2007 bei 9,3 Milliarden Dollar. Exakt errechnen konnte man diese Daten, weil alle Insider sie bei der Börsenaufsicht melden müssen.

Im September sieht es kaum anders aus. Es wurden Aktien im Wert von 7 Milliarden Dollar verkauft. Der vorige Höchstwert in den letzten zehn Jahren lag im September 2012 mit 5,7 Milliarden Dollar. Man sieht also: Die Konzernbosse stoßen momentan verdammt viele eigene Aktien ab (noch mehr als 2007) während sie mit dem Cash der Unternehmen die Unternehmensaktien von der Börse aufkaufen um die Kurse hochzutreiben.

Da kann sich jeder seinen Teil denken! Ist das die Flucht der Bosse, die mehr wissen als all die kleinen Lemminge an der Börse? Zumindest ist es ein klares Indiz dafür, dass die Bosse selbst die Kurse für extrem hoch halten. Sonst würden sie ja kaum in so großem Umfang verkaufen! Das ist keine Garantie für einen kurz bevorstehenden Crash. Aber zumindest ist es ein Zeichen, dass die Protagonisten selbst kaum noch an weiter steigende Kurse glauben.

Steht ein Wall Street Crash bevor?

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Marko

    8. Oktober 2018 13:46 at 13:46

    „Wir erinnern uns. 2007 brach der US-Immobilienmarkt schon zusammen, aber der Aktienmarkt hatte das zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich gemerkt. Aber die Euphorie am Markt war auf ihrem Höhepunkt, und die Unternehmen kauften mit ihrem reichlich vorhandenen Cash eigene Aktien zurück. Das aktuelle Volumen ist das Allzeithoch! Alleine das sollte einem zu denken geben. “

    Ich erinnere Euch :

    Fakt ist : Die EZB hat bis heute nicht gesagt : „Lehman“ ist vorbei
    Fakt ist : die EZB verlangt Einlangezinssätze von den EUR-Banken.
    Fakt ist : Die EZB „macht nix“, wegen Italien usw…
    Fakt ist : der EUR ist „eigentlich“ zu teuer, warum wohl … ?

    Fakt ist :

    Den Anleihe und den Aktienmarkt (als Gesamtmarkt) sollte man schon beachten, oder ? :)

    • Avatar

      G3ckOoo

      8. Oktober 2018 17:04 at 17:04

      Ich würde eher sagen der Dollar ist zu teuer. Aktuell flüchtet doch das gesamte Kapital der Welt dort hin. Ich bin gespannt was passiert, wenn der US Markt einknickt. Dann fließt doch das Geld wieder zurück.

      Die Amis versuchen doch ihre Stellung mit aller Macht zu verteidigen. Genauso den Petro-Dollar. Man wird sehen ob USA Vs Rest der Welt gelingt. Ich denke das wird ein Eigentor.

  2. Avatar

    Marko

    8. Oktober 2018 14:23 at 14:23

    Was ich damit sagen will : Die EZB hat das Heft in der Hand.

    Die EZB hätte die Zinsen erhöhen sollen, aber : Europa ist nun mal so.

    Und ja, meines Erachtens sind die „Amis“ zu teuer, aber hier in Europa ? Ernsthaft ?!?

    Sind dann die Anleihemärkte „billig“ ? Die Immobilienmärkte ?

    Was wichtig ist : Die EZB muss reagieren,

    was sie aber erst im Jahr 2019 wird…

  3. Avatar

    altbär

    8. Oktober 2018 16:22 at 16:22

    Einfach gesagt, die Bosse verkaufen weil sie anscheinend eine Korrektur erwarten u. sie kaufen für die Firma somit überteuerte Aktien ! !
    Was ist denn die Aufgabe eines jeden Arbeitnehmers ?
    1. Die eigene Tasche füllen.
    2. Die Firma schädigen.
    Das geht einem Arbeitnehmer mit einem Bruchteil des Gehalts u.einem riesigen Pflichtbewusstsein nicht in den Kopf.
    Irgendwann werden diese Nimmersatten von der Gesellschaft ausgeschlossen.Ich kenne schon einige dieser Typen , die sich iin der Öffentlichkeit kaum mehr zeigen dürfen.

    • Avatar

      Simply

      8. Oktober 2018 17:02 at 17:02

      Die deutsche Öffentlichkeit wird sich erst dann bewegen, wenn der Euro auseinander bricht und Sie die Einzigen in der EU sind (inklusive Schulden). Bis dahin kann es noch dauern,…
      Bis dahin wissen die Nimmersatten zumeist wie Sie das öffentliche Interesse gegen andere richtet. Der durchschnittliche Arbeitnehmer schaut sich lieber Brot und Spiele an, als …
      Prost.

  4. Avatar

    Marko

    8. Oktober 2018 19:40 at 19:40

    Ach wirklich, wenn der EUR auseinander bricht.

    So stehen wir auf „Status-Quo“, und sogar „darüber“ d.h. der Bundesbankladen „übernimmt“ Europa komplett.

    Wieso haben „die“ das eigentlich gemacht, bzgl. des EUR ?

    „Sie“ wollten den „Bundesbankladen“ schwächen… „Sie“ dachten, die DM würde geschwächt sein, sollte es den EUR, eine sogenannte „Gemeinschaftswährung“ gäben.

    Die „Rechnung“ sehen Griechenland und Italien ! Die zwei, die überhaupt nix im EUR zu suchen haben…

  5. Avatar

    Marko

    8. Oktober 2018 20:16 at 20:16

    Und ein „Neustart“ des EUR oder irgendwas ähnliches würde keinen Sinn machen.

    Die Deutsche Bundesbank würde alles und zwar alles dominieren, in Europa.

    Das wäre natürlich das Ende von Europa,also Zölle „eigene Währungen“, die man „abwerten kann“ usw….
    Bei dem Punkt : eigene Währungen hätten die „Südländer“ kein Problem, der Witz wäre, es gibt danach niemand, der den Südländern hilft… Ausserdem müssten die „Südländer“ Wahnsinns- Anleiherenditen bezahlen.

    Also, ist ohne dem EUR alles besser ?

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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