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Dax: Abgepumpt!

Der Dax zeigt im größeren Zeitfenster eine klare Umkehrformation, die sich durch die anschließende lange rote Kerze eindrucksvoll bestätigt hat. Derzeit deutet wenig darauf hin, dass sich an diesem Abwärtstrend etwas ändern könnte…

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Der Dax hat in den letzten Tagen Stück für Stück abgepumpt. All das geht nicht sehr dynamisch, es ist eher ein salami-artiger Abgabedruck: Scheibchen für Scheibchen. Das liegt auch daran, dass der deutsche Leitindex gewissermaßen Orientierungs-Schwierigkeiten hat: normalerweise bildet der Dax den S&P500 (respektive den S&P-Future) ab, mit einem Seitenblick auf den Dow Jones und den Nasdaq. Nun aber klaffen die US-Indizes seit dem Trump-Sieg weit auseinander, mit einem starken Dow Jones, einem sehr schwachen Nasdaq, und dem S&P dazwischen. Solche Abweichungen sind alles andere als normal – und wenn es so ist, dass der Nasdaq ein Frühindkator für die kommende Richtung ist (so war es meist in der Vergangenheit), dann wäre das ein fatales Zeichen!

Auch den asiatischen Märkten ist die gute Laune inzwischen vergangen, es dominieren die roten Vorzeichen:

Shanghai Composite -0,89%
CSI300 -1,01%
ChiNext -1,71%
Nikkei -0,45%

Der X-Dax startet schon deutlich unter der 10500er-Marke:

dax02-12-16

Offensichtlich ist: der Dax handelt in einem intakten Abwärtstrend, der Angriff auf die obere Begrenzung dieses Abwärtstrend ist gescheitert, seitdem geht es kontinuierlich bergab.

Im größeren Zeitfenster sieht man, was abläuft:

dax02-12-163

Die beiden Kreise zeigen eine klare Umkehrformation, die sich durch die anschließende lange rote Kerze eindrucksvoll bestätigt hat. Derzeit deutet wenig darauf hin, dass sich an diesem Abwärtstrend etwas ändern könnte. Das also ist die Ausgangslage vor den am Wochenende anstehenden „event-Risiken“ Referendum in Italien und Präsidentschaftswahl in Österreich.

Aus dieser charttechnischen Sicht also könnte man sagen: die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Renzi das Referendum verlieren wird!

Nun sagen sich die Märkte derzeit: macht nix, ist doch beim Brexit und beim Trump-Sieg auch gutgegangen, wird auch diesmal gut gehen. In dieser Sorglosigkeit, in der Neigung, Kurs-Ereignisse aus der Vergangenheit in die Zukunft zu projezieren, liegt eine schwerwiegende Gefahr. Denn: der Organismus ist durch den Brexit nun bereits deutlich angeschlagen, sodass der nächste Schlag dann die Statik komplett aus den Angeln heben würde! Nun hört man allenthalben: wenn es ein Gap nach unten geben würde am Montag, dann stünden viele bereit, die Dips zu kaufen. Abwarten!

Und selbst wenn Renzi gewinnen würde, ist keine dauerhafte Rally zu erwarten: schnelle Kursgewinne, impulsiv, das schon. Aber wahrscheinlich wäre das keine Trendwende, sondern nur eine Pause. Das Jahr 2017 wirf schon seine Schatten voraus, und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es ein Krisen-Jahr werden wird – die Weichen jedenfalls sind in diese Richtung gestellt!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Seb

    2. Dezember 2016 09:23 at 09:23

    Hallo FMW-Redaktion,

    es hat sich mir immer noch nicht ganz erschlossen was die Renzi am Sonntag in dem Referendum abfragt. Es geht wohl um Änderungen in der Verfassung o.ä.?

    Frage: Warum ist Gewinn Renzi aus Börsensicht positiv und Niederlage negativ zu bewerten. Was geschieht wenn Renzi gewinnt?

    Danke!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      2. Dezember 2016 09:30 at 09:30

      @Seb, faktisch will Renzi die Macht des 2.Senats stark beschränken, um besser „durchregieren“ zu können. Gewinnt Renzi, wäre die Wahrscheinlichkeit eines Euro-Austritts Italiens deutlich minimiert, daher wäre das für die Märkte positiv. Wenn er gewinnt, dürfte der Euro massiv aufwerten (eher kurzzeitig), ebenfalls die Aktienmärkte (auch kurzzeitig)..

  2. Avatar

    Denker

    2. Dezember 2016 11:35 at 11:35

    Renzi wird wie gewollt gewinnen,… wenn nicht wird auch nichts passieren. Es wird weiter inflationiert,inflationiert,inflationiert…, weckt mich wieder wenn es irgendwann richtig zur Sache geht,… Frohe Festage

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