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Dax: Alles eine Frage des Treibstoffs!

Es ist derzeit nicht einfach für die Aktienmärkte! Sorgen vor höheren Kosten und damit sinkenden Margen, die Annahme, dass China stärker abkühlt (auch wegen des Handelskriegs), geopolitische Absonderlichekeiten (Saudi-Arabien!) sowie die Auseinandersetzung zwischen der EU und der italienischen Regierung als Kampf der Weltanschaungen – all das sind hart verdaubare Brocken für die Aktienmärkte. Und dazu noch die Kampfansage der Fed..

Und so traf es gestern besonders diejenigen stark, die in Zeiten des Wachstums-Glaubens noch in den Himmel gewachsen waren: die Tech-Werte an der Wall Street, dabei paradigmatisch eine Netflix-Aktie: ein Unternehmen, das seine Bewertung nur mit stetigem Wachstum rechtfertigen kann und dabei hoch verschuldet ist. All das wird dann ein Problem, wenn der Glaube an das Wachstum schwindet und die Schuldenlast teurer wird – und genau das ist derzeit im großen Maßstab der Fall!

Auffallend ist doch: die Psychologie der Märkte hat sich geändert! Man zweifelt am Wachstum, plötzlich redet JP Morgan von der hohen Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA in den nächsten zwei oder drei Jahren – bis vor kurzem meinten die Amerikaner noch, sie lebten auf einem anderen Planeten und seien unschlagbar.

Was ist da passiert? Vermutlich war der entscheidende Knackpunkt die Aussagen von Jerome Powell, die dann im Fed-Protokoll bestätigt wurden: die Notenbank wird auf die Bremse treten durch Zinsanhebungen über die neutrale Rate hinaus. Subtext: game over, Party vorbei, die Bar hat geschlossen. Das ist für Gewohnheits-Trinker natürlich ein harter Schlag: wer in den letzten Jahren stets kostenlos saufen konnte, bekommt schlechte Laune und ist verunsichert, wenn der Ausschank sich verweigert.

Das gilt besonders für die Wall Street, aber auch für den Dax, der schon länger mißgestimmt ist. Und daher sollte man bei jederzeit möglichen Erholungen auch vorsichtig bleiben: der Treibstoff Liquidität war es, der die Aktienmärkte nach oben gebracht hat – und wenn der Treibstoff ausgeht, bleiben viele am Straßenrand liegen!

Die Verbalintervention der Chinesen heute gibt noch einmal Hoffnung – aber kann es China wirklich richten? Mittelfristig wohl nicht, Peking wird sehr mit sich selbst beschäftigt sein angesichts der immer deutlicheren Probleme (deutliche Rückgange der Autoverkäufe und Smartphone-Bestellungen etc. als Anzeichen für Abschwung).

Daher sollte man das heutige Aufwärts-Gap beim X-Dax auch mit Vorsicht genießen:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Es wartet auf der Oberseite sehr viel Widerstand: zunächst der Bereich 11670 Punkte, dann die 11710, dann – noch wichtiger weil Trippel-Top – der Bereich 11785/90.

Es ist sehr viel kaputt gegangen in Sachen Charttechnik beim Dax – und es wird sehr schwer, das zu reparieren. Es müßte irgendeinen „game changer“ geben, etwas, was das Spiel verändert (etwa wenn die Fed zurück rudern würde – aber das wird sich nicht tun, bis der Schmerz der Märkte übergroß ist!) damit sich die Perspektiven wirklich deutlich aufhellen.

Und solange das nicht der Fall ist, sind – schlicht gesagt – Erholungen weiter Verkaufs-Gelegenheiten!

 

 


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