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DAX daily: Der Dax bildet über der 13.000er Marke eine Range aus

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Am gestrigen Donnerstag hat der Dax einen Großteil seiner Vortagsgewinne wieder abgegeben. Zu Beginn des Handelstages lag der Kurs noch bei einem Tageshoch von 13.218 Punkten. Im Verlauf des Handels ist der Leitindex schließlich auf ein Tagestief bei 13.087 abgerutscht und hat mit einem Verlust von 93 Punkten (-0,71 %) bei 13.096 geschlossen. Auf der Oberseite kommt der deutsche Leitindex nicht über die 13.220 hinaus. Und auf der Unterseite findet er immer wieder Halt an der 13.000er Marke. Mit anderen Worten, der Dax bildet derzeit eine Range zwischen 13.000 und 13.220 aus.

Trotz wenig Impulsen der US-Notenbank, konnten die US-Indizes im Gegensatz zum Dax ihre Rally zumindest vorübergehend fortsetzen. Der Nasdaq hat dabei die 12.000er Marke überschritten und der S&P500 konnte zum ersten Mal die 3.500er Marke bezwingen. Währenddessen ist der Fear & Greed Index auf „Extreme Greed“ geklettert. Das Erreichen von runden Marken führt folglich zu kurzfristigen Verschnaufpausen in den jeweiligen Indizes. Darüber hinaus sehen wir derzeit viele Faktoren, die für eine Korrektur sprechen – darauf bin ich in den vorherigen Ausblicken bereits mehrfach eingegangen. Den Umständen kann sich der Dax auch nicht entziehen und sollte daher bald den Weg gen Süden aufnehmen.

News und fundamentale Daten

Die Rede von Powell hatte zwar nur wenig Auswirkung auf die US-Indizes und den Dax, trotzdem konnte sie manch einen Beobachter überraschen. Die US-Notenbank ändert nämlich ihre geldpolitische Strategie und hat konkrete Details zu ihrem Vorhaben öffentlich gemacht. Powell sprach von einem neuen flexiblen Rahmenwerk, dass notwendig in einer Welt mit niedrigen Zinsen sei. Wie zuvor vermutet, wird sich das Inflationsziel zukünftig an Durchschnittswerten orientieren und nicht wie bisher an festen Punktzielen. Die Änderungen sprechen wie nicht anders zu erwarten war für eine lockere Geldpolitik.

Vor wenigen Minuten wurde das GfK Konsumklima (Sep) für Deutschland veröffentlicht. Dieses beschreibt das Vertrauen der deutschen Bürger in die konjunkturelle Entwicklung und gilt als Frühindikator für die Verbraucherausgaben. Der Wert liegt unter der Erwartung bei -1,8 (Prognose 1,2; vorher -0,3). Damit befindet sich das Konsumklima seit März immer noch im negativen Bereich. Später erscheinen um 16:00 Uhr noch das US-Konsumentenverhalten und Verbrauchervertrauen der Uni-Michigan.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Die Asien-Rampe hat den Dax mal wieder unterstützt. Dementsprechend notiert er vorbörslich ein gutes Stück über seinem gestrigen Schlusskurs (13.096). Auf dem Weg nach oben liegt der erste Widerstand bei 13.190. Kann er diesen überwinden, dann folgt der Pivot Punkt R1 bei 13.212 und das gestrige Tageshoch bei 13.218. Hier hat sich ein Widerstandsbereich gebildet, an dem der Dax mehrfach gescheitert ist. Schafft er es jedoch darüber anzusteigen, dann folgt die nächste Hürde im Bereich von 13.260 bis 13.270, bevor es zum Juli-Hoch bei 13.313 geht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Dax weiterhin in seiner Range pendelt ist groß. Bisher fehlen einfach die Impulse die Marke bei 13.220 zu übersteigen bzw. die runde 13.000 zu unterschreiten.  Am heutigen Pivot Punkt bei 13.112 liegt eine erste Unterstützung. Durchbricht er diese, dann folgt die 13.100er Marke, um die er seit Tagen pendelt. Darunter liegt dann noch die 13.060. Der entscheidende Unterstützungsbereich befindet sich zwischen der 13.020 und der 13.000er Marke. An dieser Stelle könnte der Dax wieder nach oben abdrehen. Auf der anderen Seite wäre ein Unterschreiten ein bärisches Signal. In der Folge könnten sich dadurch tiefere Ziele ergeben. Weitere Unterstützungen liegen bei 12.987 (PP S1), dem 50 % Retracement bei 12.945 und dem Pivot Punkt S2 bei 12.891.

Dax daily: Tagesausblick 28.08. - M15-Chart

Dax Unterstützungen (US):

13.116 -Pivot Punkt

13.101 – mehrfacher WS + US

13.062 – 15-Minutenchart

13.020 – 38,2 % Retracement

13.000 – psychologische Marke

12.987 – Pivot Punkt S1

12.945 – 50 % % Retracement

12.891 – Pivot Punkt S2

12.870 – 61,8 % Retracement

Dax Widerstände (WS):

13.188 – 15-Minutenchart

13.212 – Pivot Punkt R1

13.218 – Tageshoch 27.08.

13.270 – Fibo Extension

13.313 – Juli-Hoch

13.341 – Pivot Punkt R2

13.425 – 423,6 % Extension

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Koch

    28. August 2020 10:21 at 10:21

    Die FED ändert ihre geldpolitische Strategie!Selten so gelacht.Da wird ja suggeriert,dass die FED das Heft des Handelns noch in den Händen hält.In den USA ist so ziemlich alles überschuldet.Staat,Konsumenten,Kommunen und Alterssicherungssysteme.Der Wunsch der Regierenden,sich mittels höherer Inflation auch dieses Mal zu entschulden,wird am Unmut der Bevölkerung scheitern.Da der Rest der Welt bei der Schuldenorgie verständlicherweise wenig Bock auf amerikanische Staatsanleichen nahe der Nullinie hat,sieht’s nicht so toll aus für Uncle Sam.R.I.P.America!

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Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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am

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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