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DAX daily: Die Aktienmärkte bleiben volatil – Wochenausblick

Der rasante Anstieg der US-Renditen bestimmt derzeit das Geschehen an der Wall Street und im Dax und führt zu einer erhöhten Volatilität. Dementsprechend hat der deutsche Leitindex eine bewegte Handelswoche hinter sich. Sobald der Index die 14.000er Marke überwinden konnte, hat ihn die Höhenangst geplagt, folglich ging es steil abwärts. Dementgegen hat ihn das Netz bei 13.670 wiederholt aufgefangen und dabei als Sprungbrett gedient. Die hohe Volatilität zeigt, wie nervös die Anleger an den Aktienmärkten sind. Die Handelswoche beendete der Dax schließlich mit einem Minus von 93 Punkten (-0,67) bei 13.786. Auf Wochenbasis steht damit ein Verlust von 1,5% zu Buche.

Die Inflationssorgen haben deutlich zugenommen, was sich in den 10-jährigen Anleiherenditen widerspiegelt. In der vergangenen Woche sind die Renditen auf über 1,5% angestiegen, das Tempo in dem der Anstieg erfolgt, ist das, was den Aktienmärkten sorgen bereitet. Innerhalb eines halben Jahres sind die Renditen von 0,5% auf fast 1,6% angewachsen. Setzt sich diese Entwicklung fort, dann dürfte sich die Unsicherheit erhöhen und für weitere Rückschläge sorgen. Bisher sind die Korrekturen aber nur von kurzer Dauer, da ein „günstigeres“ Kursniveau schnell wieder neue Käufer anzieht.

Die Volatilität dürfte demzufolge noch etwas länger ein Begleiter an den Aktienmärkten bleiben. Rücksetzer im Dax bis an den Unterstützungsbereich bei 13.400/500 sind ebenso wahrscheinlich, wie ein erneutes Anlaufen der Hürde bei 14.100 Punkten. Allerdings wäre ein Bruch der Unterstützung bei 13.400 als Warnsignal zu werten. Dazu würde es aber nur kommen, wenn die Anleger von ihrer Buy-the-Dip Mentalität abrücken. Ist das derzeit wahrscheinlich? Ich denke nein, denn die Zuflüsse durch Notenbanken, Regierungen, aber auch die Millionen von neuen Kleinanlegern, die sich an den Aktienmärkten tummeln, lassen noch keine größere Korrektur zu. Als Händler sollte man jedoch die Entwicklung der Renditen im Auge behalten.

News und fundamentale Daten

Am kommenden Donnerstag steht mal wieder eine Rede von Fed-Chef Powell im Fokus. Dabei wird er erneut versuchen das Inflationsgespenst zu verscheuchen, um die Sorgen der Anleger zu beschwichtigen. In der Vorwoche gelang ihm das zweimal, schafft er es auch diesmal? Im Gegensatz zur EZB-Präsidentin Lagarde hat Powell noch keine Andeutungen gemacht, wie man auf weiter steigende Anleiherenditen reagieren würde.

Zudem stehen heute mit den Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes schon interessante Wirtschaftsdaten auf der Agenda. In der Nacht wurde zuerst der HSBC Einkaufsmanagerindex aus China veröffentlicht. Die Daten sind mit 50,9 etwas schwächer als erwartet (51,5) ausgefallen. Um 9:55 Uhr folgen dann die EMI-Daten aus Deutschland, die Erwartungen liegen auf einem hohen Niveau von 60,6. Danach erscheinen um 10:00 Uhr noch die Daten aus der Euro-Zone sowie um 16:00 Uhr aus den USA.

Der um 14:00 Uhr veröffentlichte Verbraucherpreisindex Deutschland könnte zusätzliche Hinweise über die aktuelle Inflationserwartung geben. Am Dienstag stehen dann noch die Verbraucherpreise aus der Euro-Zone auf dem Plan. Die Daten könnten Einfluss auf den Dax haben, demnach lohnt sich ein Blick darauf. Darüber hinaus stehen diese Woche mit den US-Arbeitsmarktdaten am Mittwoch (ADP) und Freitag (Non Farm Payrolls) weitere bedeutsame Konjunkturdaten im Fokus.

Auch in dieser Woche sehen wir wieder eine Flut an Quartalsberichten deutscher Unternehmen. Unter anderem legen am Donnerstag die Dax-Konzerne Merck, Henkel und Vonovia ihre Zahlen vor. Aus der zweiten Reihe öffnen die Pandemie-Gewinner HelloFresh und Zoom ihre Bücher, aber auch KION, Sixt, ProSiebenSat.1, Evonik und Lufthansa.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Zum Wochenauftakt könnte der deutsche Leitindex mit einem Aufwärts-Gap in den Handel starten. Vorbörslich notiert der Kurs freundlich bei circa 13.870. Um die Erholung fortzusetzen, muss das 61,8% Retracement bei 13.906 überschritten werden. Oberhalb von 13.906 liegen die nächsten Widerstände bei 13.956 und im Bereich der 14.000er Marke. Über der 14.000 befinden sich Widerstände bei 14.026, 14.051 und 14.071. Wie zuvor könnte der Dax dort erneut abprallen. Erst an nachhaltiger Anstieg über 14.000 würde weiteres Aufwärtspotzenzial bis 14.132 freisetzen.

Unterhalb von 13.906 droht der Dax wieder abzurutschen. Eine erste Unterstützungszone liegt bei 13.853/830. Darunter könnte sich der Abwärtsdruck erhöhen und den Index bis 13.787 führen. An dieser Stelle dürfte sich dann entscheiden, ob es erneut aufwärts geht oder die Unterstützungen bei 13.734 und 13.670 angelaufen werden. Ein Bruch des Tiefs bei 13.641 würde das Chartbild weiter eintrüben.

Im Gegensatz zum Dax sieht das Chartbild beim S&P500 und Nasdaq angeschlagener aus. Der S&P500 ist aus seinem mehrmonatigen Trendkanal gefallen. Kann er diesen nicht zurückerobern, dann droht eine Fortsetzung der Korrektur, das würde auch den Dax belasten. Händler sollten daher die US-Anleiherenditen im Auge behalten. Steigen die Renditen weiter, dann dürfte sich auch die Volatilität erhöhen.

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Dax daily: Tagesausblick - H1-Chart - steigende Renditen erhöhen die Volatilität

Dax Unterstützungen (US):

13.853 – vormals WS

13.787 -mehrfache US

13.734 – Punkt 2 Bodenbildung (13.641)

13.670 – Doppelboden

13.641 – Tief 26.02.

13.614 – 61,8% Retracement (14.190 -13.270)

13.600 – 61,8% Extensioin (Top im daily)

Dax Widerstände (WS):

13.906 – 61,8% Retracement (H1)

13.956 – 161,8% Extension (Tief 13.641)

14.000 – psychologische Marke

14.051 – Tageshoch 25.02.

14.077 – 261,8% Extension (Tief 13.641)

14.132 – ex Allzeithoch

Disclaimer

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