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DAX daily: Die Entscheidung fällt bei 12.800 – Norden oder Süden?

Stefan Jäger

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am

Die Entscheidung, ob es den Dax in der aktuellen Handelswoche nach Norden oder Süden führt, liegt an der neuralgischen Marke von 12.800. Am Freitag rutschte der Deutsche Leitindex zum Wochenschluss ins Minus und beendet die Handelswoche mit einem Verlust von insgesamt 136 Punkten bei 12.764. Das Tageshoch lag noch bei 12.911 Punkten, bevor der Dax einen auf den Kopf bekommen hat und bis zum Tagestief bei 12.633 gefallen ist. Ein Grund dafür war der schwächer als erwartete Einkaufsmanagerindex der Euro-Zone, dieser lag im August (51,6) 3,3 Punkte tiefer als noch im Juli (54,9). Demzufolge sind einige Anleger in Deckung gegangen, da der aktuelle Wert nicht wirklich zu den stark gelaufenen Börsen passt.

Kurzfristig war der Dax zwischen zwei Chartmarken gefangen. Auf der Oberseite scheiterte der Deutsche Leitindex immer wieder an der runden 13.000er Marke oder knapp darüber. Demgegenüber fand er an der Unterstützungsmarke bei 12.800 mehrfach Halt. Am Freitag hat er jedoch das erste Mal seit dem 10.08. wieder unter der 12.800er Marke geschlossen. Für heute und die nächsten Tage ist daher die Zone von 12.800 bis 12.830 ein Entscheidungsbereich. Schafft es der Dax darüber anzusteigen, dann könnte es zu einem erneuten Angriff auf die 13.000er Marke kommen. Ein Scheitern wäre indessen ein negatives Signal und würde weiteres Korrekturpotenzial eröffnen. Folglich könnte der Dax die Ziele auf der Unterseite bis 12.500 oder sogar bis 12.200 abarbeiten.

News und fundamentale Daten

Die Corona-Pandemie rückt erneut in den Blickpunkt, ungeachtet dessen bleiben die Anleger bisher gelassen. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn die kommenden Wirtschaftsdaten enttäuschen. Zwar stehen für heute keine nennenswerten Konjunkturdaten auf der Agenda, dennoch ist die Handelswoche mit interessanten Daten gespickt. Insbesondere ist der Dienstag für die deutsche Wirtschaftslage aufschlussreich. Dann werden nämlich die endgültigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt aus dem zweiten Quartal veröffentlicht. Zudem sehen wir auch den wichtigen Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, den ifo-Geschäftsklimaindex. Die Daten können zu stärkeren Impulsen im Dax führen, daher dienen sie auch als interessantes Trading-Event. Aus den USA erscheint außerdem noch das vom Conference Board erhobene Verbrauchervertrauen.

Während der Wirtschaftskalender für Mittwoch mit den US-Auftragseingängen für langlebige Güter nur spärlich gefüllt ist, geht es am Donnerstag mit diversen Daten weiter. Aus den USA sehen wir erneut eine Vorabschätzung des Bruttoinlandsprodukts (Q2) und die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten. Zudem spricht der Fed-Vorsitzende Powell zur aktuellen Geldpolitik und der Lage der Wirtschaft. Am Freitag sehen wir ebenfalls noch das GfK Konsumklima, welches das Vertrauen der deutschen Bürger in die konjunkturelle Entwicklung beschreibt. Im Vormonat hatte sich der Index bereits von der Coronakrise erholt gezeigt – setzt sich auch diesmal die Erholung beim Verbrauchervertrauen fort?

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der Bereich bei 12.800 bis 12.830 spielt für den Verlauf der nächsten Tage eine große Rolle. Vorbörslich notiert der Dax gerade 100 Punkte über dem Schlusskurs vom Freitag und wird höchstwahrcheinlich mit einem Aufwärts-Gap starten. Angetrieben durch die immer weiter steigenden US-Indizes könnte der Dax die wichtige Marke bei 12.800 nachhaltig überstiegen. Bei der Eröffnung könnte der Dax einen kurzen Rücksetzer bis  zur 12.800 oder zum heutigen Pivot Punkt bei 12.787 vollziehen, um dann erneut anzusteigen. Auf dem Weg nach oben liegen die ersten Widerstände an der 12.835 und am Tageshoch von Freitag bei 12.911. Schafft es der Dax sich so weit nach oben zu arbeiten, wäre das ein positives Signal. Ein weiterer Widerstandsbereich liegt zwischen 12.945 (PP R1) und der 12.960. Darüber könnte noch das offene Gap bei 12.977 geschlossen werden, bevor es zur runden 13.000er Marke geht.

Scheitert der Dax bei dem Versuch den Bereich 12.800 bis 12.830 nachhaltig zu überwinden, dann könnte ws wieder gen Süden gehen. Eine erste Unterstützung liegt bei 12.787, darunter folgt dann noch die 12.750. An dieser Stelle könnte der Dax wieder drehen. Allerdings würde ein Unterschreiten die Abwärtsbewegung beschleunigen. Im Folgenden könnte es zum Pivot Punkt S1 bei 12.636 und dem Tagestief von Freitag bei 12.633 gehen. Darunter liegen noch Unterstützungen bei 12.550 (61,8 % RT) und bei 12.520, aber diese würden nur bei sehr hoher Volatilität, ausgelöst zum Beispiel durch News, angelaufen werden.

DAX daily: Tagesausblick 24.08. - M15-Chart - alle Marken

Dax Unterstützungen (US):

12.800 – mehrfach Boden

12.787 – Pivot Punkt

12.700 – Stundenchart

12.660 – SMA50-Tagesbasis

12.656 – 50 % RT vom Anstieg 31.07.

12.636 – Pivot Punkt S1

12.633 – Tagestief 21.08.

12.550 – 61,8 % RT vom Anstieg 31.07.

12.520 – Dreifachboden

Dax Widerstände (WS):

12.850 – Pivot Punkt

12.911 – Tageshoch 21.08.

12.945 – Pivot Punkt R1

12.977 – offenes Gap 19.08.

13.000 – Psychologische Marke

13.052 – Tageshoch 18.08.

13.075 -Tageshoch 13.08.

13.101 – Tageshoch 12.08.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    24. August 2020 08:33 at 08:33

    Ob es fällt oder steigt entscheidet weltweit nur noch die Apple Aktie.

    • Stefan Jäger

      Stefan Jäger

      24. August 2020 09:04 at 09:04

      Moin Torsten,
      ein paar wenige Aktien können mittlerweile ganze Indizes bewegen (S&P, Nasdaq), dazu gehört insbesondere die Apple-Aktie mit einer Marktkapitalisierung von 2 Billionen. Gesund ist das sicherlich nicht, dadurch wächst auch das Klumpenrisiko in den Märkten.
      Good Trades

      • Avatar

        Torsten

        24. August 2020 12:51 at 12:51

        Heute wieder Apple im vorbörslichen Handel, wie ift soll noch der Aktiensplit und der Impfstoff gefeiert werden. Das sind keine Märkte mehr, sondern von US Seite manipulierte Märkte, zumal die meisten Gewinne außerbörslich gemacht werden mit kleinem Einsatz.

        Das passt zum Lügen König Trump!

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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