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DAX daily: Heute großer Verfallstag – Nullnummer oder Ausbruch?

Stefan Jäger

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am

Der Dax stand gestern im Schatten der Wirecard-Aktie. Was ist denn da bitte los? Das haben sich wohl alle gefragt, die mit staunenden Augen auf die Wirecard-Aktie geschaut haben. Diese hat mit einem Tagesverlust von knapp 62% jeden Börsianer geschockt. Im Gegensatz dazu, war der Blick auf den Dax eher zum Gähnen. Wie die Tage zuvor hat sich nicht viel getan. Bis auf einen kleinen Ausreißer nach oben, ging es weiter in der übergeordneten Range von 12.150 bis 12.430 hin und her. Immerhin konnte er ein neues Wochenhoch bei 12.484 markieren. Das Tagestief wurde bei 12.188 eingebucht. Zum Xetra-Schluss lag der Dax mit 0,81% (-100 Punkte) im Minus und hat den Handel bei 12.281 beendet.

Entweder sehen wir bis zum Verfall einen ruhigen Verlauf oder die Stillhalter müssen nochmal nachjustieren. Dieses seitwärts Geplänkel macht Händlern und Tradern keinen Spaß. Zumindest besteht heute die Chance, dass sich das ändert. Dafür müsste der Dax aus seiner Seitwärtsphase ausbrechen. Oder ist der große Verfall nur eine Nullnummer? Um 13:00 Uhr wissen wir mehr. Häufig sind Verfallstage Wendepunkte.

News und fundamentale Situation

Für alle Wirecard-Interessierten geht der Wirtschaftskrimi heute in die zweite Runde. Wie verhält sich die Aktie nach dem dramatischen Kursabsturz? Könnte es sogar noch schlimmer kommen oder war es gestern eine Übertreibung gen Süden? Weiterhin sind viele Fragen im Fall Wirecard noch unbeantwortet. Auch am heutigen Tag wird Wirecard im Fokus stehen. Es wurde bereits darüber berichtet, dass Kredite in Höhe von 2 Milliarden Euro auf der Kippe stehen, sollte Wirecard heute keine Bilanz vorlegen. Ob es wirklich so weit kommt oder ob die Gläubiger Wirecard einen Aufschub gewähren, werden wir höchstwahrscheinlich im Laufe des Handelstages erfahren. Hier eine Zusammenfassung der gestrigen Ereignisse.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der Dax kommt relativ unverändert aus dem Nachthandel. Eine Stunde vor Eröffnung liegt der Kurs bei 12.310. Also nicht weit entfernt von seinem gestrigen Schlusskurs bei 12.281. Der Dax bewegt sich weiterhin zwischen der SMA200 und der 61,8% Erholung. Um aus der neutralen Zone auszubrechen, müsste sich eine Partei der Bullen und Bären durchsetzen . Für die Bullen wäre ein Ausbruch aus der Range und das Überschreiten des gestrigen Tageshoch bei 12.484 ein gutes Zeichen. Andererseits könnten die Bären die Oberhand gewinnen, wenn der Dax das Tagestief bei 12.188 rausnimmt und die SMA200 unterschreitet. Auf der Unterseite befinden sich die nächsten Unterstützungen bei 12.100 und der runden 12.000er-Marke. Auf der Oberseite liegen die nächsten Anlaufpunkte bei 12.420 und dem gestrigen Tageshoch 12.484. Darüber liegt noch das offene Insel-Gap bei 12.530.

Dax Unterstützungen (US):

12.188 – Tagestief 18.06.

12.150 – SMA200 Tageschart

12.100 – 38,2% Retracement

12.000 – psychologische Marke

Dax Widerstände (WS):

12.416 – 61,8% Erholung

12.488 – 76,4% Erholung

12.530 – Insel-Gap 10.06.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Dax daily: Großer Verfallstag - Nullnummer oder Ausbruch?

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Mutwürger

    19. Juni 2020 10:24 at 10:24

    Ausbruch ist nicht auszuschließen, die Widerstände sind aber hartnäckig und lassen sich gut als potenzielle SL´s definieren.
    Ich bin heute wieder Mal auf der Short-Seite.

  2. Avatar

    Marko

    19. Juni 2020 10:38 at 10:38

    Hallo Herr Jäger,

    das hier ist eine Top-Analyse von Ihnen.

    Bravo ! Der Markt, der Aktienmarkt, will trotzdem nach „oben“. Den „Anleihemarkt“ lassen wir mal aussen vor.. ;)

    Wenn nicht heute, am „Hexensabbat“, dann am Montag.

    Vg
    Marko

    • Stefan Jäger

      Stefan Jäger

      19. Juni 2020 11:33 at 11:33

      Danke, das freut mich zu hören.
      Nach 13:00 Uhr, wenn der Spuk vorbei ist, kann der Dax gerne wieder einen Trend aufnehmen. Am kommenden Montag geht’s dann weiter mit dem Dax daily.
      Bis dahin wünsche ich Ihnen und allen anderen Lesern ein schönes Wochenende.

  3. Avatar

    Shorti

    19. Juni 2020 12:24 at 12:24

    Mutwürger lag in letzter Zeit oft richtig mit den Short – Einstiegen während @ Marko seit DAX 13800 immer Long ist.@ Marko ist eher der Brexit – u.Anleihen- Spezialist !

  4. Avatar

    Andreas

    19. Juni 2020 13:06 at 13:06

    Privat-Anleger sich heute mal wieder zu 70% short im DAX. Bin mal gespannt ob er so tatsächlich fallen kann. Wünschen würde ich es mir jedenfalls.

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Aktienmärkte: Die Wiedergeburt der Zykliker und die Risiken

Die neue Welle des Coronavirus hat Folgen für die Aktienmärkte: zuletzt hatten sich zyklische Aktien erholt – aber diese Erholung steht nun auf dem Spiel

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am

Das letzte Halbjahr der Aktienmärkte war die Periode für Hightech, für die so genannten FANG-Aktien, wie man sie ursprünglich abkürzte. Die großen Profiteure der Pandemie, die ihr Geschäft durch das Social Distancing inmitten einer Rezession sogar ausweiten konnten. Doch still und heimlich waren auch zyklische Aktien gestiegen, denen die Aktienmärkte beim Wiederanspringen der Wirtschaft Potenzial zuerkannte. Jetzt werden mehr und mehr Zweifel laut darüber, ob die Märkte nicht zu viel eingepreist haben, die Wirtschaftserholung stockt, den Zyklikern droht etwas Ungemach.

Aktienmärkte: Der Nasdaq 100 überstrahlte alle

Anfang September wurde sie gestartet, die erwartete Korrektur des Nasdaq 100, nach fast 78 Prozent plus binnen sechs Monaten und den darin enthaltenen Einzelwerten Apple, Alphabet, Amazon, Facebook und Microsoft. Diese repräsentieren bereits fast die Hälfte der Marktkapitalisierung im Nasdaq 100 – und selbst im riesigen S&P 500 etwa ein Viertel der Bewertung. Trotz eines Rückschlags von 14 Prozent in der Spitze sieht das Ganze noch nicht nach einer richtigen Korrektur aus. Aber gleichzeitig haben sich still und leise die zurückgebliebenen Zykliker zurückgemeldet, deren KGV im S&P 500 mit 20 deutlich niedriger liegt als jenes der Techwerte.

Hierzu ergab die letzte Umfrage der Bank of America unter den großen Fondsmanagern, dass die Profis bei Versicherern, Fondsgesellschaften und Pensionskassen so viele zyklische Werte eingesammelt hätten, wie seit dem Januar 2018 nicht mehr. Und gerade diese Branche korrigierte am Montag beim Abverkauf der Aktienmärkte stärker als die Highflyer im Nasdaq 100.

Die Zykliker im Dax

Gerne wird mit dem Finger auf den deutschen Leitindex gedeutet, der über Jahre hinweg dem großen Bruder in den USA, dem S&P 500, hinterherläuft. Aber war dies auch in den letzten Monaten so? Konnte der Dax im letzten Halbjahr von seinem Tief von 8255 Punkten Ende März nicht auch 60 Prozent zulegen? Verursacher dieser Performance waren nicht nur die spärlich im Index vertretenen Techwerte wie SAP oder Infineon, sondern auch die alten Industriewerte. Allen voran Daimler, die fast 100 Prozent zulegen konnten, wie auch Volkswagen und BMW, die stärker als der DAX gestiegen waren. Oder auch HeidelCement oder der Chemiekonzern Covestro. Alles in die Aktienmärkte eingepreiste Hoffnungen auf eine weitere Erholung der Wirtschaft.

Jetzt wackeln die konjunkturabhängigen Titel

Die aktuelle Entwicklung bringt die zyklischen Werte in neue Bedrängnis. Corona und seine steigenden Zahlen sind Themen nicht nur für die Aktienmärkte, sondern vor allem auch für alle dafür zuständigen Politiker in Europa. In Spanien und Großbritannien glaubt man schon, dass die Sache außer Kontrolle geraten sei. Aber auch Deutschland wird davon stark betroffen, zu erkennen an der Lufthansa, die immer mehr ums Überleben kämpft – oder den Reisekonzern TUI, der sein Programm weiter zusammenstreicht. Und wieder einmal die Bankenwerte. Diese haben korrigiert und kommen auch nicht wieder hoch – altes Thema: ohne Zinsen keine Erträge. Ohne Bankentitel aber gibt es keine vollständige Erholung der Indizes.

Die neueste Konjunkturprognose des Münchner Ifo-Instituts brachte positive aber auch negative Botschaften.

Für dieses Jahr schätzt das Institut für das deutsche Bruttoinlandsprodukt ein Minus von 5,2 Prozent und damit deutlich niedriger als bei der letzten Schätzung von minus 6,7 Prozent. Sollte dies so eintreten, käme es im Coronajahr 2020 nicht zur schärfsten Rezession seit Kriegsende, denn in der Finanzkrise 2009 hatte das Minus 5,7 Prozent betragen.

Aber das Ifo-Institut prognostiziert für 2021 ein geringeres Wachstum aus dem Tal heraus, von 5,1 Prozent (OECD 5 Prozent). Sehr zum Leidwesen der Zykliker und des Dax. Ist das der Grund dafür, warum der deutsche Leitindex seit dem 8. Juni über drei Monate in einer Seitwärtsphase beharrt und jeder Ausbruch nach oben verhindert wurde? Daher muss ich noch mal auf den Ifo-Index am Donnerstag zurückkommen, der um 10:00 Uhr bekanntgegeben wird. Dessen neuester Stand wird einen kleinen Einblick geben auf die Aussichten für die (alte) deutsche Industrie, inklusive der zyklischen Werte.

Fazit

Der erste Teil der V-förmigen Erholung der Wirtschaft ist geschafft, jetzt kommt der asymmetrische Teil, sprich die in die Länge gezogene Erholung, gespickt mit einigen Rückschlägen. Corona in der kalten Jahreszeit und die US-Wahlen sind Unsicherheitsfaktoren, trotz der Versprechen der Notenbanken alles zur Unterstützung der Wirtschaft (und der Aktienmärkte) zu tun. Dies und das Modeakronym TINA ziehen ein Sicherheitsnetz unter die Aktienmärkte, können aber nicht verhindern, dass es zu weiteren Bereinigungsphasen kommen wird. Wenn die Einschränkungen durch Covid-19 weiter einen dunklen Schatten auf Wirtschaftssektoren wie Luftfahrt, Freizeit und Tourismus, Gastronomie und Hotellerie werfen – dafür ist ihr Gewicht an der Wertschöpfung eines Landes einfach zu hoch. Gleichzeitig dämpft dies das Wachstum der Zykliker, um zum Eingangsthema zurückzukehren..

Die neue Welle des Coronavirus und die Folgen für die Aktienmärkte

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Finanznews

Aktienmärkte: Starker Dollar als Warnzeichen? Videoausblick

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte in den USA konnten im gestrigen Tagesverlauf ihre Erholung fortsetzen – aber ist die fortgesetzte Stärke des Dollar ein Warnzeichen? Gold fällt im asaitischen Handel unter die 1900er-Marke, der Euro fällt unter die Marke von 1,17. Seit März diesen Jahres (also seit Beginn der Coronakrise) gibt es eine extrem negative Korrelation zwischen dem Dollar und Risiko-Assets, aber noch reagieren die Aktienmärkte auf die Stärke der US-Währung nicht. Ignorieren sie damit ein wichtiges Warnsignal? Charttechnisch spricht vieles für eine weitere Stärke des Dollars, und wenn die negative Korrelation zwischen der US-Währung und den Aktienmärkten nicht plötzlich endet, könnte es ungemütlicher werden..

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