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Dax: Das „letzte Zucken der toten Katze“?

FMW-Redaktion

Nachdem der Dax vorgestern endlich einmal wieder Stärke gezeigt hatte, setzte sich der Siegslauf gestern zunächst einmal fort. Aber es waren dann die leicht schwächeren US-Indizes, die den deutschen Leitindex ausbremsten: der Index hatte zunächst die extrem wichtige Widerstandszone 12300-12345 durchbrochen, fiel dann aber wieder zurück und handelt derzeit auf X-Dax-Basis klar unter der 12300er-Marke:

So weit, so unklar. An sich ist eine solche kleine Korrektur, die der X-Dax heute zeigt (mit einem Abwärtsgap), nicht ganz ungewöhnlich – aber die Bullen haben doch vergeblich gehofft, dass der Sprung über die wichtige Marke bei 12345 Punkten Stopps der Bären ziehen und der Dax dann schon aufgrund dieser Short-Eindeckungen weiter steigen würde. Die US-Märkte aber machten einen Strich durch diese Rechnung – und bestätigten damit unsere gestrige Vermutung, dass die Wall Street nicht gerade euphorisch auf die Meldung reagieren würde, dass der Ex-Goldman-Banker Gary Cohn aus dem Rennen um den Chefposten bei der Fed sei.

Heute stehen keine Konjunkturdaten an – im Fokus daher das Geschehen um den US-Dollar, nachdem Trump gestern mit seiner Forderung, die US-Schuldenobergrenze abzuschaffen, den Greenback faktisch zum Abschuß frei gegeben hat. Vieles sieht nun danach aus, dass der Euro weiter steigen wird – nicht vorwiegend aus innerer Stärke, sondern weil der Dollar so schwach ist. Zwar ist der Dax zuletzt gestiegen, obwohl der Euro weiter zulegen konnte, aber die Frage ist doch, ob nicht das alte Muster wiederkehrt, wonach Euro-Stärke den Dax belastet!

Weil heute nichts kommt von der Konjunktur-Seite, steht desweiteren der Hurrikan Irma im Fokus. Vermutlich ist es so: je größer die Verwüstungen in Florida am Wochenende (so Irma wirklich Florida erfasst – derzeit sieht es so aus, als seien auch Georgia und South Caroina betroffen), desto stärker auch die Auswirkungen auf die Aktienmärkte (Versicherungen etc.).

Zurück zum heutigen Geschehen beim Dax: der Index muß (am besten heute!) den Ausbruch bestätigen, je eher, desto besser. Passiert das nicht, wäre das ein Fehlausbruch, der dann weitere Kursverluste einleiten und den vermeintlichen Siegeslauf als „das letzte Zucken der toten Katze“ (dead cat bounce) entlarven würde..



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1 Kommentar

  1. Herr Fugmann, jetzt tuns net schon wieder so bärische Überschriften formulieren.
    da fällt nix, nie wieder, ich bin der allerletzte permabär seiner art der offiziell sich die hörnerprothese aufsetzt

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