Indizes

Dax: Der Handelskrieg kommt an der Börse an!

Keine Frage: das sah schon einmal besser aus für den Dax! Das gilt übergeordnet für die charttechnische Ausgangslage, nachdem der Index gestern die Chance einer Gegenreaktion nach dem vorherigen Abverkauf versäumt hat. Aber auch heute sah es schon besser aus: die asiatischen Märkte überwiegend freundlich, die US-Futures höher, der X-Dax ebenfalls höher getaxt – aber dann mit X-Dax-Eröffnung wieder der Rücksetzer bei den US-Futures wie auch beim Dax.

Dazu Dollar-Stärke auf breiter Front (daher Edelmetalle und Rohstoffe unter Druck, das britische Pfund auf 7-Monatstief etc.) – aber ein schwächerer Euro scheint dem Dax nun nicht mehr zu helfen. Blickt man auf den Dax-Chart, so sieht das nach einer baldigen Entscheidung aus! Diese Entscheidung würde fallen, wenn der Dax vom gegenwärtigen Niveau nach unten kippt und dabei dann auch noch die 12600er-Unterstützung durchbricht:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Vereinfacht gesagt: bricht die 12600, ist der „Chart nach unten offen“ mit den weiteren Zielpunkten bei 12540, 12420 und 12325/30. Der Auslöser für eine solche Bewegung könnte sein, dass den Märkten immer klarer wird, dass der Handelskrieg negative Konsequenzen haben wird – sichtbar jetzt in der Gewinnwarnung von Daimler, deren Aktien vorbörslich um -3% fallen (aber auch BMW, Continental und VW unter Druck). Daimler ist damit das erste, aber sicher nicht das letzte große Unternehmen, dass vor geringeren Erträgen in der Zukunft warnt. Faktisch ist damit der Handelskrieg nun auch ganz konkret an den Märkten angekommen: ein deutsches Unternehmen warnt, weil es Autos in den USA nach China importiert und dabei jetzt höhere Kosten (und damit geringere Gewinnmargen) hat!

An der Wall Street ist davon noch nicht viel zu sehen, aber das Thema wird fraglos auch dort ankommen. Lange kann man sich daher die derzeitige Ignoranz wohl nicht mehr leisten – faktisch reproduziert ja die Wall Street den Glauben Trumps, dass die USA aus einer Position der Stärke heraus agieren und daher den Handelskrieg nur gewinnen könnten. Die Erfahrung aber zeigt, dass niemand einen Handelskrieg wirklich gewinnen kann, sondern alle die Verlierer sind. Die einen etwas mehr (Deutschland), die anderen vielleicht etwas weniger (USA?).

Eine Welt, die derart vernetzt ist, soll sich also nun „ent-netzen“ – nichts anderes bedeutet ja das Wort Protektionismus: vermeintlicher Schutz des Eigenen auf Kosten der Anderen. Wer glaubt, dass das ohne große Erschütterungen vor sich gehen könnte, irrt gewaltig! Es ist nun wirklich Zeit, dass die Aktienmärkte – und vor allem die Wall Street – sich dieser Realität stellen!



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

23 Kommentare

  1. Es ist Zeit, dass sich die Aktienmärkte der Realität stellen, oder das alte Sprichwort kommt wieder zum Zuge:
    MAN KANN DIE REALITÄT IGNORIEREN, ABER MAN KANN DIE KONSEQUENZEN DES IGNONIERENS
    NICHT IGNONIEREN !

    1. Aber woher wissen Sie, dass Sie die Realität richtig sehen und Millionen von Anlergern falsch liegen?

      1. Tm, Millionen von Menschen rauchen, soll ich jetzt auch rauchen? So viele Menschen können sich doch nicht irren. Millionen von Menschen fressen sich im McDonalds die Bäuche voll, soll ich ab sofort auch mein Mittag und Abendessen im „Megges“ zu mir nehmen?
        Millionen von Anlegern sind in der Dotcom-Blase im höheren Bereich eingestiegen. Die haben bestimmt die Realität richtig gesehen, nicht wahr?
        Es ist bestimmt klug All in in Aktien zu gehen, das machen dich Millionen Anleger. Beschwerden bitte später bei tm abgeben.

        1. :-) gute Antwort auf den ersten Blick, aber keine wirkliche Antwort. Wenn Sie die Behauptung aufstellen, die Börse ignoriert die Realität, die Sie korrekt sehen, muss das ja auf irgendwelchen Annahmen, Beobachtungen, Daten beruhen. Die Realität ist doch, dass das KGV beim DAX zur Zeit bei 14 liegt, also keineswegs besonders hoch.

          BTW: Es gibt glaube ich mehr Nichtraucher als Raucher und sicherlich mehr Leute, die Mittags nicht bei McD essen als Menschen, die dort essen.

          1. Fragen sie sich mal warum der DAX bei einem neunjährigen Bullenmarkt immer noch ein kgv von 14 hat. Liegt es vielleicht daran weil hier eher die „alten Urzeitfirmen“ vertreten sind, im Vergleich zum Nasdaq zum Beispiel, wo wir zukunftsunternehmen haben. Es hat seine Gründe warum der DAX ein kgv von 14 hat.
            Dazu empfehle ich dem heutigen Artikel von fmw, mittlerer Abschnitt:
            https://finanzmarktwelt.de/upload-filter-internet-abgeschaltet-dramatische-folgen-detail-erklaerung-rettungsmoeglichkeit-93445/

            Btw: Es gibt glaube ich mehr McDonalds Besucher und Raucher als Anleger.

          2. Naja, woran das liegt, ist ja erstmal zweitrangig. Fakt ist, dass der DAX ein solch eher niedriges KGV aufweist und damit – zumindest bei dieser Kennziffer – keine Anzeichen von irrationaler Übertreibung zeigt. Beim Nasdaq Composite beträgt das KGV 23,8 – im historischen Vergleich eher niedrig.

            Also woran machen Sie die angebliche Ignoranz der Realität durch die Börsen fest? Oder anders gefragt: Wo müssten DAX und Nasdaq Ihrer Meinung nach aktuell stehen und wieso?

          3. tm, Einfach die Geldmenge der 3 QEs der FED rausrechnen sowie die Gelddruckorgien von der EZB und sie haben ihre Lösung.

          4. Ach ja, vergessen sie nicht das Fiatgeld der Schweizer Nationalbank die in die Aktienmärkte geflossen ist. Auch hier bitte die „Schweizer QE“ aus dem AKtienmarkt rechnen und sie kommen zu einem guten Ergebniss wo die Aktienmärkte stehen sollten.

          5. Ne, das angebliche Gelddrucken kann ja gerade nicht die Erklärung sein. Also mal abgesehen davon, dass das Geldmengenwachstum in Europa in den letzten Jahren sehr niedrig war, müssten bei Ihrer Erkllärung die KGVs ja historisch hoch sein – sind sie aber nicht. Die aktuellen Kurse spiegeln also die aktuellen Gewinne wider.

          6. Ihre Meinung und die Realität widersprechen sich des öfteren.
            Auswirkung QE auf den Aktienmarkt:
            https://www.biancoresearch.com/?p=7682

          7. Ne, meine Prognosen sind ja korrekt, was dsfür spricht, dass meien Einschätzung die Reaität gut widerspiegelt. :-)

            Also das Geldmengenwachstum lag von Ende 2008 bis jetzt bei durchschnbittlich 2,6% pro Jahr – historisch niedrig. Zu Bundesbankzeiten lag das Geldmengenwachstum noch bei 7,9% pro Jahr. Wie können Sie da behaupten, das Geldmengenwachstum sei für die Kurssteigerungen verantwortlich?

            Und wie gesagt, wenn das Geldmengenwachstum für die Kurse verantwortlich wäre, müssten doe KGVs ungewöhnlich hoch sein, sind Sie aber nicht. Was verstehen Sie dan dem Argument nicht?

            Ihren Link kann ich nciht öffnen – Sie könnten aber auch so auf meien Argumente eingehen….

  2. Korrgenda, Ignorieren statt ignonieren

  3. @ tm, ich spüre das im Urin, hat nicht kürzlich der kritische tm gepostet, dass es in den USA nicht gut enden wird. Die Frage ist doch nur wann, ob bei Nasdaq 7300 ,80000, 100000 oder ………………

    1. Was hab ich gepostet?

  4. Mir ist egal ,wieviele Millionen Anleger sagen, dass Tesla die wertvollste Autofirma ist, mir ist egal wieviele Spieler meinen Bitcoin sei eine Währung, mein kleines Hirn, das den meisten Platz zum Speichern meiner Erfahrungen braucht, sagt mir ,dass das nicht gut enden wird.
    Es motiviert mich sogar, denn je mehr Millionen Anleger, die jetzt noch richtig liegen, desto grösser werden die Auswirkungen nach dem Erwachen aus dem Traum der wundersamen Geldvermehrung sein.

    1. ja ok, aber worauf beruht Ihre Einschätzung. Wenn Sie behaupten, die Börsen sollten endlich in der Realität ankommen, müssten Sie doch eine Einschätzung haben, woran Sie festmachen, dass die Börse nicht die Realität abbildet, die Sie sehen. Mit Tesla und Bitcoin greifen Sie nun Beispiele raus, wo ja auch die Kennziffern oder andere Zahlen weit außerhalb der Normalwerte liegen. Aber das gilt ja gerade nicht für die Börsen insgesamt.

  5. Ja Tesla u. Bitcoin sind nur die Spitze des Eisberges u. darunter hat es immer einen Eisberg, der die schwersten Stahlschiffe bersten lässt.

    1. also bisher konnte hier noch niemand sagen, woran diese angebliche Übertreibung denn sichtbar ist. KGVs eher niedrig, Dividendenrenditen eher hoch. Welche Kennziffern liegen denn außerhalb der Normalwerte?

  6. @ tm, wenn es knallt dann spielen die Bewertungen keine Rolle ( kurzfristig)
    Oder waren 2008 die Bewertungen so hoch ,dass der DAX von ca. 8000 auf 3600 fallen musste ?

    1. ne, die Ursache des Einbruchs war damals doch aber keine Überbewertung der Kurse, sondern ein massiver Konjunktureinbruch. Vor dem Einbruch im Jahr 2000 etwa waren die Aktien durchaus überbewertet, was an den Kennzahlen abzulesen war – das KGV des DAX lag in der Spitze bei 37.

      Wenn Sie nun argumentieren, die Kurse werden einbrechen, weil wir bald eine Rezession haben – ja, mag sein.

  7. @ tm, Wie erklären Sie uns ,dass ein KGV des DAX von ca. 13 so super ist, wenn n.m. Meinung Daimler als einer der weltbesten Firmen ein KGV von ca. 6 aufweist. ( Bericht von Wolfgang M.von heute)

    1. Liegt u.a. daran, dass dort sinkende Gewinne erwartet werden – das erwartete KGV leigt bei knapp 10.

      Aber was ist denn nun Ihr Argument? Ein KGV von 14 im DAX ist ganz offenkundig ein Zeichen, dass keien irrationale Übertreibung vorliegt. Sollten die Unternehmensgewinne in naher Zukunft einbrechen, können die Kurse natürlich trotzdem fallen, aber Stand jetzt sind die Kurse durch die Unternehmensgewinne gerechtfertigt. Wenn Sie das anders sehen, nennen Sie doch einfach Kennzahlen, die diese Übertreibung anzeigen, dann können wir darüber diskutieren, welche Kennzahl aus welchen Gründen aussagekräftiger ist.

  8. @ tm ,vergessen Sie einfach alle ihre Kennzahlen, ich bin überzeugt , dass vor allem die US Aktienkurse ,
    die durch ganz andere Bedingungen zustande kamen, mit den kommenden Bedingungen nicht gehalten werden können. Auch für den DAX sieht es nicht viel besser aus.Der Anstieg auf fast 13200 nach der letzten EZB Sitzung war wirklich eine Luftnummer. Sie kommen mir vor, wie wenn Sie noch nie eine Korrektur erlebt hätten.Leute mit einem Vermögen von 2 Millionen in DAX – Werten haben in nur einer Woche ca. 150 000 Euro verloren, aber das KGV stimmt doch immer noch.
    Ich sage wieder einmal mehr, bitte Traden u.anlegen unterscheiden!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage