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Dax: Deutschland meiden..

FMW-Redaktion

Wer Angst hat vor einem ausgewachsenen Handelskrieg, der bekommt von der Vermögensverwaltung der UBS derzeit den Rat: meiden Sie Deutschland, meiden Sie auch Japan!

Und vielleicht bringt es das genau auf den Punkt: im Vergleich zu seiner Wirtschaft ist etwa China, gegen dessen Produkte sich vorwiegend die Trumpschen Zölle richten, viel weniger auf den Export angewiesen als Deutschland! Mithin ist global gesehen also vor allem Deutschland das Problem mit seinem gigantischen Handelsbilanzüberschuß von 8% seiner gesamten Wirtschaftsleistung. Früher oder später mußte das ins Rampenlicht kommen, andere Länder werden von dieser Export-Übermacht schier erdrückt. Donald Trump ist nun also die personifizierte Infragestellung des deutschen Geschäftsmodells, das sehr einseitig auf Export basiert.

Nun hat die Trump-Administration die EU von den Zöllen bis 01.Mai erst einmal ausgenommen – aber der Preis für die Europäer, den die Amerikaner verlangen, wird zu hoch sein, als dass der Kelch an der EU vorbei gehen könnte! Ohne die EU aber würde Deutschland ziemlich wehrlos den Anwürfen Trumps gegenüber stehen – mit der EU hat Deutschland ein Gewicht, das die Amerikaner nicht ignorieren können – das sollte man auch einmal betonen (auch wenn eben diese EU für Deutschland finnaziell noch ein Desaster werden dürfte..).

Und die Amerikaner? Wer sich gestern das Interview von Wilbur Ross (US-Handelsminister) angesehen hat, der begreift: die Amerikaner glauben, dass sie zu viel in die Waagschale werfen können mit ihrem riesigen Wirtschaftsraum, daher würde China nicht heftig zurück schlagen. Aber sie gehen dabei von den falschen Prämissen aus, nämlich dass Peking aus rationalen ökonomischen Gründen eher klein beigeben wird.

Das aber ist ein Irrtum! China denkt langfristig und muß einen Gesichtsverlust unbedingt vermeiden, wenn es seine Hegemonialstellung in Asien aufrecht erhalten will. Für Peking ist es daher wichtiger, sein Prestige zu wahren – auch wenn es viel Geld kosten wird! Hierin liegt das immense Eskalationspotential des beginnenden Handelskriegs! Dazu kommt, dass die USA nun mit Aussenminister Pompeo und dem neuen obersten Sicherheitsberater Bolton sowieso eine harte Linie fahren werden..

Zurück zum Dax: der Index sieht überaus mäßig aus jetzt:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Nicht untypisch wäre nun, wenn der Dax nun noch einma versuchen würde, sich bis in den Bereich 12115 Punkte zu erholen. Aber eines scheint klar: der Dax hat sein Tief noch nicht gesehen, ein solcher Anstieg wäre also die Chance, sich noch einmal in die Trendrichtung zu positonieren, und diese Trendrichtung ist zumindest bis Ende nächster Woche abwärts gerichtet!



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2 Kommentare

  1. Das Vorhaben gegen China (Handelszölle) wird genauso scheitern, wie das Vorhaben gegen Russland (Sanktionen), denn beide Länder können und wollen es sich nicht erlauben klein beizugeben. Ein Konflikt ist daher vorprogrammiert.

  2. Ohne die EU aber würde Deutschland ziemlich wehrlos den Anwürfen Trumps gegenüber stehen – mit der EU hat Deutschland ein Gewicht, das die Amerikaner nicht ignorieren können. Die EU selber hat doch Zölle auf Autos und Rindfleisch aus Amerika erhoben, Aotos 10% und Rindfleisch 68%. Was würde es Deutschland denn kosten wenn die Zölle kommen würden? Würde uns das so viel kosten wie der Beitrag zur EU die Kosten der Rettungsschirme und die Target 2 Salden nicht zu vergessen. Vieleicht würde Deutschland dann mal mehr für die Binnenwirtschaft machen anstatt Waren zu verschenken. Ich sehe keine Vorteile der EU in diesem Sinne, die Wirtschaftsunion mit dem Ecu war schon OK!

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