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Dax: Dividenden 2021 – als ob es kein Corona gegeben hätte!

Was wäre der deutsche Leitindex Dax ohne seine Dividenden? Der Kurs-Dax krebst vor sich hin

Der Dax und die Dividenden

Der deutsche Leitindex steht auf Rekordkurs, Dax 15.000. Wie gestern in dem Artikel „Der Dax repräsentiert nicht die deutsche Wirtschaft“ dargestellt, hat dies mit der Zusammensetzung des Index zu tun, seiner Abhängigkeit vom Ausland, seiner Exportstärke. Schwer verständlich für die von Dauer-Lockdowns gebeutelten Inlandsbranchen. Jetzt beginnt die Dividendensaison für den Dax und auch hier scheint es die Pandemie nicht gegeben zu haben.

Dax: Dividendensaison 2021, war da etwas?

Bevor die beiden Konzernriesen Daimler und Deutsche Telekom am Mittwoch und Donnerstag ihre Hauptversammlung abhalten, ist es bereits klar: Trotz monatelanger Bedenken über die Folgen der Pandemie auf die Ausschüttungspolitik der Dax-Unternehmen dürften die Dividenden das Niveau des Vorjahres zumindest erreichen. Schon erstaunlich nach einem der stärksten Rezessionen in Deutschland, die es coronabedingt 2020 gegeben hat. Aber gerade die Werte im Dax haben aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung schnell die Kurve gekriegt, wie gestern dargestellt, aber auch der schon seit vielen Monaten auf Expansion stehende Einkaufsmanagerindex – Verarbeitendes Gewerbe – hatte dies stets mit seinen Ständen von deutlich über 50 Punkten angezeigt.

In den kommenden drei Monaten ist in Deutschland die Saison der Hauptversammlungen, auf denen auch die Höhe der Dividende festgelegt wird.

Dabei wurde in den letzten Wochen bei vielen Unternehmen die Gewinnschätzungen für das Jahr 2021 nach oben gesetzt: An der Spitze Covestro mit 62 Prozent, über Daimler mit 42 Prozent, bis hin zu BMW mit plus fünf Prozent, ingesamt 10 Firmen. Es gibt natürlich auch Gewinnabstufungen – die aber nicht so deutlich ausfallen, am höchsten beim Corona-Profiteur Hello Fresh mit minus 22 Prozent.

In Summa könnten die Dividendenzahlungen 34 Milliarden Euro betragen, nach 33,6 Milliarden Euro im Vorjahr, die sich aber auf das Vor-Coronajahr 2019 bezogen hatten.

Die Bedeutung der Dividende

Wie bereits angedeutet, wäre die Performance unseres Leitindex, der erst gestern die neue Rekordmarke von 15.000 Punkten überschritten hat, ohne die Einberechnung der Dividenden weitaus schwächer. Die Rekordmarke korreliert mit einem Stand beim Kurs-Dax – also ohne Dividenden –  von gerade einmal 6476 Punkten! Was umso dramatischer wirkt, wenn man seinen Höchststand auf dem Höhepunkt der Internet-Bubble im Jahr 2000 mit ins Kalkül zieht: 6220 Punkte.

Ohne Dividenden (oder Spesen) nichts gewesen. Daher haben die Dividendenkönige im Dax, voraussichtlich Allianz mit 4,50 Prozent (vier Milliarden Euro), oder E.ON mit 5 Prozent eine große Bedeutung. Insgesamt erwartet die Commerzbank, dass allein acht Dax-Unternehmen die Dividendenrendite von drei Prozent überschreiten.

Fazit

Was wäre der deutsche Leitindex Dax ohne seine Dividenden? Der DAX ist ein sogenannter Performanceindex, bei dem die Dividendenausschüttungen mit eingerechnet werden, im Gegensatz zu den internationalen üblichen Kursindizes. Unter Einberechnung der Dividenden ist der Index im letzen Jahrzehnt um gut 230 Prozent gestiegen, als reiner Kursindex nur um etwa 173 Prozent.

Kurzfristig ist das Dividendenargument also sehr gewichtig. In den USA liegt die Dividendenrendite bei 1,75 Prozent, auf gleicher Höhe wie die Rendite dert 10-jährigen US-Staatsanleihe. Und beim Dax? Die Rendite des Index dürfte um die 2,8 Prozent betragen, trotz des Corona-Jahres – aber wo liegt die der 10-jährigen Bund? Bei minus 0,29 Prozent – ein sicheres Verlustgeschäft und eventuell ein weiterer Grund für die Stärke des Dax in den letzten Wochen.

„Totgeglaubte leben länger“, oder die „Dividende ist der neue Zins“, an Sprüchen fehlte es nicht, um die Stärke des Dax zu beschreiben.



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