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Dax: Hausfrauen-Rally? Oder müssen die Profis noch rein in den Markt?

Wenn wir wissen, warum das Volumen der Rally so dünn ist, wissen wir auch welche Richtung die Märkte einschlagen werden!

Markus Fugmann

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am

Wer in den letzten Tagen den Dax gehandelt hat, der brauchte ein gutes Händchen: es ging rauf und runter, und das mit Bewegungen, die scheinbar recht wenig innere Logik aufwiesen:

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(Chart durch anklicken vergrößern)

Da war (an Nachrichten) das Theater um Wirecard, die Spekulationen um die Fusion von Deutsche Bank und Commerzbank – insgesamt also viel heiße Luft, aber eben wenig Substanz. Manches aber deutet nun daraufhin, dass diese erratischen Bewegungen der Vorwoche etwas ankündigen, dass also das Gezappel ein Vorbote ist für eine Entladung der aufgestauten Energie.

Was könnte das sein? Die Märkte sind nun in einer Weise vertrauensselig, die stutzig macht: die dovishe Kehrtwende der Fed wiegt die Bullen nun in einem Gefühl der Sicherheit, was soll da schon schief gehen wenn die mit Abstand wichtigste Notenbank der Welt erklärt, dass sie nicht mehr als Bremsklotz fungieren werde (mit Ausnahmen der Bilanzreduzierung)?

Es gibt bekannte Risiken: keine Einigung zwischen den USA und China – was wir, im Gegensatz zur Auffassung der Märkte für wahrscheinlich halten. Dann der anstehende Bericht des Sonderermittlers Mueller. Dann die Lage in Venezuela, die bei weiterer Eskalation zu einer scharfen Konfrontation zwischen den USA und China/Russland führen kann. Und es gibt die unbekannten Risiken, die schwarzen Schwäne..

Jedenfalls gilt mit Blick auf die Wall Street: all das, was bisher mit der Rally sich zeigt, ist so in ganz ähnlicher Form auch in den Jahren 2000 und 2007 passiert (siehe dazu den Artikel „Bull Trap“, der neun identische Muster der Jahre 2000, 2007 und 2019 aufzeigt).

Und was uns weiter stutzig macht: wo ist das Volumen? Während der Abverkauf im Dezember unter massivem Volumen geschah, war die Rally dann ab Januar in Sachen Volumen sehr dünn! Das kann zwei völlig gegensätzliche Schlußfolgerungen zulassen:

1. Die Rally wird impulsiv weiter gehen, weil Profi-Investoren auf den fahrenden Zug erst aufspringen müssen – mithin ist das fehlende Volumen ein gutes Zeichen

2. Das fehlende Volumen zeigt, dass wir es mit einer „Hausfrauen-Rally“ zu tun haben! Die großen Player kaufen nicht, sondern locken eher die schwachen Hände in den Markt und skalpieren diese dann (weil sie wissen, dass das dicke Ende mit einem erneuten Test der Dezember-Tiefs noch kommt)!

Welche dieser Interpretationen richtig ist, werden wir sehen. Heute jedenfalls droht ein eher langweiliger Tag mit den Google-Zahlen als dem einzigen Highlight. Aber man hat ja schon Pferde kotzen sehen..

 

 

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    frankie68

    5. Februar 2019 04:10 at 04:10

    Hallo Herr Fugmann,

    was Sie beschreiben, versuche ich schon seit Jahren herauszufinden.

    Altmeister Costolany, der ja etwas Ahnung von der Börse hatte, sagte einmal, ihm seien schwache Umsätze bei steigenden Kursen lieber, denn bei starken Umsätzen würden die Aktien von den starken in die schwachen Hände wechseln (im Gegensatz zu Ihrer obigen Auslegung) und sozusagen die Endphase der Hausse einläuten.

    Dagegen werden nach landläufiger Meinung starke Umsätze bei steigenden Kursen bullisch interpretiert, weil man sagt, das deute auf starkes Kaufinteresse hin.

    Können Sie diesen Widerspruch auflösen?
    Herzlichen Dank im voraus…

    Viele Grüße,
    Frank Sauer

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Finanznews

Aktien: Flash Mob – jetzt wird es gefährlich! Marktgeflüster (Video)

Ein Flash Mob, der sich auf social media-Kanälen verabredet, kauft Aktien über Call-Optionen. Warum das für die Märkte gefährlich ist!

Markus Fugmann

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Die Dinge werden immer extremer: ein Flash Mob, der sich auf social media-Kanälen wie Reddit verabredet, kauft Aktien über weit aus dem Geld liegende Call-Optionen – und bringt damit sowohl Short-Seller (wie heute Citron im Falle der Aktie Gamestop) unter Druck. Aber auch die Broker, die diese Call-Optionen verkaufen, denn diese müssen sich dann häufig durch den (physischen) Kauf der jeweiligen Aktie absichern: gelingt das nicht, bringt das immense Risiken mit sich, die zum „Aus“ des Brokers (und des Short-Sellers) führen können. War es ein Zufall, dass heute in den USA fast alle Neo-Broker Probleme hatten und phasenweise offline waren? Wohl nicht. Für die Märkte bringen solche Flash Mobs Instabilität und unkalkulierbare Risiken mit sich..

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Rüdiger Born: Charttechnik bei Nasdaq und Gold

Rüdiger Born

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Dax: Der deutsche Leitindex und die deutsche Wirtschaft

Wie kann es sein, dass der deutsche Leitindex Dax auf Rekordständen notiert, obwohl es einem Teil der Wirtschaft doch so schlecht geht?

Wolfgang Müller

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Derzeit wird viel darüber gerätselt, warum es sein kann, dass der deutsche Leitindex Dax auf Rekordständen notiert, obwohl es einem Teil der Wirtschaft doch so schlecht geht? Im Bereich der Gastronomie und in vielen Dienstleistungsbranchen herrscht große Not und viele Firmen können sich nur knapp über Wasser halten. Woher also diese Divergenz, spielen die Börse komplett verrückt?

Der Dax und Deutschlands geschrumpfte Wirtschaft

Vor Kurzem wurde die erste Berechnung für das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands des Jahres 2020 veröffentlicht. Es ist um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen, von 3,44 auf 3,329 Billionen Euro, macht pro Bürger 40.033 Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Das Verarbeitende Gewerbe war besonders durch den Totaleinbruch im zweiten Quartal 2020 um 10,4 Prozent gefallen. Der Dienstleistungsbereich mit Handel, Verkehr und Gastgewerbe um 6,4 Prozent, allerdings nur deshalb vergleichsweise wenig, weil der Onlinehandel einen gewaltigen Boom erlebt hat. Die Bauausgaben hingegen nahmen gegenüber dem Vorjahr sogar um 1,4 Prozent zu.

Die Konsumausgaben der Bürger erlebten mit minus 6 Prozent den größten Rückgang seit Jahrzehnten, allerdings wirkten die Ausgaben des Staates mit plus 3,4 Prozent dagegen stabilisierend.

Der Außenhandel mit seinen Exporten und Importen von Waren und Dienstleistungen ging im Jahr 2020 erstmals seit 2009 zurück, die Exporte preisbereinigt um 9,9 %, die Importe um 8,6 %. Besonders stark natürlich der Rückgang der Dienstleistungsimporte, was vor allem am hohen Anteil des stark rückläufigen Reiseverkehrs lag.

„Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2020 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 158,2 Milliarden Euro. Das war das erste Defizit seit 2011 und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekorddefizit des Jahres 1995, in dem die Treuhandschulden in den Staatshaushalt übernommen wurden.“ So das Statistische Bundesamt.

Wieso steht der deutsche Leitindex nun knapp über seinem Stand vom Februar 2020, dem Beginn der Corona-Krise?

Die Besonderheit des Dax

Warum also steht der deutsche Leitindex Dax höher als vor der Krise, trotz der schlechten Wirtschaftsdaten? Dafür dürfte es mehrere Ursachen geben.

Zum einen blickt der Index bereits weit in das Jahr 2021, also auf die Zeit, in der man glaubt das Virus eingedämmt zu haben und zum anderen ist er kein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft mit seinen vielen exportorientierten Titeln. Dies wird allein schon aus seiner Marktkapitalisierung ersichtlich. Diese beträgt aktuell 1,265 Billionen Euro, im Vergleich zum deutschen Bruttoinlandsprodukt von 3,329 Billionen Euro. Ganz anders die USA, wo allein der S&P 500 mit seiner 40-Billionen-Marktkapitalisierung fast schon das Doppelte der US-Wirtschaftsleistung ausmacht (20,8 Billionen Dollar).

Viele der Branchen, die das deutsche BIP ausmachen, sind gar nicht im Dax repräsentiert, oder gar nicht börsennotiert. Etwa der Mittelstand, oder die derzeit so gebeutelten Dienstleistungsbranchen, wie das Gastgewerbe, oder auch Tourismus und Kultur. Betrachtet man die vielen Pleiten und schmerzhaften Einschnitte in diesen Bereichen, so wird erkennbar, dass diese (zunächst) nicht den deutschen Leitindex tangieren. Beispielsweise Karstadt, Kaufhof, Douglas, Adler, Klier, Arko, Eiles u.v.m.

Die Unternehmen im Dax legen zum Teil schon wieder starke Unternehmensergebnisse vor. Sei es die deutsche Post, die die große Paketflut kaum bewältigen kann, der Spezialchemiekonzern Covestro, oder jüngst der größte Chemiekonzern Europas, BASF. Besonders bedeutsam, weil dieser weltweite Lieferant von Grundprodukten so etwas wie ein Frühindikator der Weltwirtschaft gilt. Die Ludwigshafener sind in nicht weniger als 90 Ländern dieser Erde präsent. Abertausende von Firmeninsidern haben dafür gesorgt, dass der Aktienkurs seit dem Coronatief bereits wieder um 75 Prozent gestiegen ist.

Was wird erst demnächst Infineon für Zahlen liefern, angesichts der großen Nachfrage nach Chips (Automobilbau)?

Unsere Automobilindustrie zeigt deutlich, wo die Corona-Krise bereits überwunden ist, in Fernost. BMW, Daimler und Volkswagen haben sehr von der Erholung der chinesischen Wirtschaft profitiert. Diese Firmen verkaufen bereits 30 bis 40 Prozent ihrer Fahrzeuge in China. Dort gibt es nach Jahren der Schrumpfung wieder einen richtigen Boom im Automobilsektor. Nicht zu vergessen der US-Markt, wo es zumindest 2021 einen schuldenfinanzierten Aufschwung geben sollte. Über die Pläne der neuen US-Administration wurde schon ausführlich berichtet.

So bleibt festzustellen: Die Kurs/Gewinn-Verhältnisse der Unternehmen des Dax liegen bei 20 von 30 Unternehmen für das Jahr 2021 gleich oder besser als der 10-Jahresdurchschnitt.

Fazit

Laut der deutschen Börse ergibt sich für den Dax in den vergangenen 30 Jahren ein durchschnittliches Kurs/Gewinn-Verhältnis von 19, längerfristig von 15. Das aktuelle KGV für das Jahr 2021 wird mit 19 angegeben, sollte es mit der deutschen Wirtschaftserholung tatsächlich so klappen, wie erwartet. Die ersten Ergebnisse der Unternehmen deuten daraufhin, dass es tatsächlich der Fall sein könnte, wenn Volkswagen selbst im Corona-Jahr noch einen Gewinn von 10 Milliarden Euro ausgewiesen hat. Der deutsche Leitindex ist zweifelsohne hoch bewertet, aber seine Kennziffern zeigen kein völliges Auseinanderdriften zur Wirtschaft, wie es zum Beispiel in den USA bei vielen Werten der Fall ist. Aber hier liegen auch die Probleme des deutschen „Performance-Index“. Er ist abhängig von der Entwicklung der großen Volkswirtschaften von China und den USA und von der Wall Street. Wenn dort die Kurse einbrechen, tun es unsere auch, zumal sich der Dax auch noch in Summa in den Händen ausländischer Investoren befindet, zumeist angelsächsischen (Beispiel BlackRock). Aber eines ist er gewiss nicht: Ein Abbild der deutschen Volkswirtschaft.

Spiegelt der Dax die deutsche Wirtschaft wider?

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