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Dax: Jetzt muß mal was kommen!

Jetzt muß eigentlich mal was kommn beim Dax! Gestern die US-Indizes wie der Nasdaq mit neuem Allzeithoch, der S&P500 unmittelbar davor, in Asien die Vorgaben freundlich – viel mehr geht eigentlich nicht als Steilvorlage für einen Anstieg des deutschen Leitindex. Aber er muß eben auch diese Steilvorlage aufnehmen und Wille zeigen. Andernfalls stellt sich nämlich die Frage, was da nicht stimmt beim Dax, ob da eine Schwäche erkennbar wird, die der Anfang für weitere Kursverluste ist..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Jetzt muß eigentlich mal was kommn beim Dax! Gestern die US-Indizes wie der Nasdaq mit neuem Allzeithoch, der S&P500 unmittelbar davor, in Asien die Vorgaben freundlich – viel mehr geht eigentlich nicht als Steilvorlage für einen Anstieg des deutschen Leitindex. Aber er muß eben auch diese Steilvorlage aufnehmen und Wille zeigen. Andernfalls stellt sich nämlich die Frage, was da nicht stimmt beim Dax, ob da eine Schwäche erkennbar wird, die der Anfang für weitere Kursverluste ist.

Wie schon im Videoausblick thematisiert, ist die Lücke inzwischen immens groß zwischen den US-Indizes und dem Dax – dabei hatten doch alle gedacht, dass nach dem Macron-Sieg goldene Zeiten für die europäischen Indizes ausbrechen würden. Anfangs war das ja auch so, der Dax mit neuem Allzeithoch – aber mit dem Anstieg des Euro ist jetzt der „Wurm drin“, scheint die Euphorie verflogen.

Die Aussicht auf die leichte Straffung der Geldpolitik der EZB, sprich auf das Tapering, hängt offenkundig wie ein Damoklesschwert über dem Dax – und es gibt nur einen, der diese Angst nehmen kann, und das ist Mario Draghi. Von seinen Aussagen auf der morgigen Pressekonferenz wird es entscheidend abhängen, ob der Dax die Lücke zu den US-Indizes deutlich verkleinern oder gar aufholen kann – oder ob die Lücke sogar noch größer wird.

In den USA herrscht trotz Chaos in Washington eine beeindruckende Sorglosigkeit! Steuerreform – die wird schon kommen sagt man sich an der Wall Street, und das obwohl schon die Gesundheitsreform nicht gelingt und gerade beim Thema Steuern es für sehr viele um sehr viel geht, dementsprechedn schwierig wird die Einigung auf eine solche Steuerreform werden. Aber der Vorteil ist, dass ohnehin niemand mehr erwartet, dass diese Steuerreform noch in 2017 kommt, also kann man alle Bedenken beiseite schieben und das Leben genießen.

Bislang haben in der US-Berichtssaison vor allem Banken gemeldet, die praktisch durch die Bank dann Federn lassen mussten, allen voran Goldman Sachs nach den gestrigen Zahlen mit der darin enthaltenen Schwäche im Handel von Devisen, Rohstoffen, Aktien und Anleihen.

Aber wenn Banken schwächeln, laufen dann eben wie gestern Tech-Werte gut, die die Schwäche der Finanzwerte kompensieren und munter weiter steigen. Da die FANG-Aktien der Haupt-Treiber der Hoffnung sind, wird den Zahlen dieser Unternehmen entscheidende Bedeutung zukommen: am 24.07. Google (Alphabet), am 26.07. Facebook, am 27.07 Amazon, am 01.08. schließlich Apple. Dann muß geliefert werden, so wie die Zahlen aus dem ersten Quartal damals den Höhenflug rechtfertigen konnten.

Zurück zum Dax: die Lage ist nach wie vor sehr angespannt, seit gestern die 12530/35 so glatt durchschritten wurde:

Auffangbecken ist nun der Bereich 12380/90 auf der Unterseite, aber wenn der Dax auch hier durchfällt, ist ein weiteres Abrutschen auf den zentralen Doppelboden bei 12310 Punkten wohl nicht zu vermeiden (darunter wäre dann höchste Alarmstufe). Auf der Oberseite ist die erste große Hürde der Bereich 12530/35, darüber dann die 12675/80 sowie die Marke bei 12730 Punkten. Die wirkliche Entscheidung fällt vermutlich aber erst morgen..

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    leser

    19. Juli 2017 12:37 at 12:37

    Wie Gerd gestern richtig vermutet hat, haben die 12390 zunächst gehalten. Morgen wird vermutlich Herr „What ever it takes“ dafür sorgen, dass ein neuer Anlauf auf die 13.000 startet… Und dann freue ich mich auf ein schönes Doppeltop.

    • Avatar

      Gerd

      19. Juli 2017 13:35 at 13:35

      Ja, leser, so wird es kommen. Glaube ich auch.
      Und falls die äußeren Umstände sich zum Unguten entwickeln sollten, wird es auch über ein schönes Doppeltop nicht höher hinausgehen.

    • Avatar

      Der Katamaransegler

      19. Juli 2017 13:52 at 13:52

      Immer langsam mit den 13 tausend
      Realistisch liegt erst die Volumenlücke vor Ihnen.
      Die zu füllen dürfte einige Tage in Anspruch nehmen.
      Anschliessend folgen mehrere volume peaks als Hindernis.
      Eine richtige Bruchkante seh ich zumindest im Weekly Profile nicht
      http://www.directupload.net/file/d/4787/t7k36rsz_jpg.htm

      Mein Trading im Dax ist auf diese Lücke ausgerichtet, mit Tradinggrenzen bei 12440 bis 12560
      Im inneren dieser Range lassen sich mit Hilfe der VWAPS und der Deltas schöne Ping Pong trades machen.
      Das sind jene, an denen die chart-Gläubigen verzweifeln
      ;-)
      Wollen Sie später Beispiele ?

      • Avatar

        berti

        19. Juli 2017 14:05 at 14:05

        ja bitte

      • Avatar

        Gerd

        19. Juli 2017 14:18 at 14:18

        Vielen Dank, Katamaransegler,
        an und für sich gerne. Schon, weil ich aufgrund Ihrer Berichte überzeugt bin, dass das sehr lohnend sein kann.

        Ich bin aber nicht so sehr kurzfristig orientiert. Stattdessen versuche ich eher die zu erwartenden „Fundamentals“ richtig einzuschätzen.
        Für solche (Ping-Pong)-Trades, haha, würde ich momentan nicht die nötige Konzentration aufbringen wollen, um sie ordentlich zu beobachten und meinen Nutzen daraus zu ziehen.

      • Avatar

        Der Katamaransegler

        19. Juli 2017 14:34 at 14:34

        Nachtrag:
        1. )
        Im Monatsprofil sehen Sie im Vormonat ein grosses Absorptionsprofil
        und Covering. Ich würde es als starke Distribution bezeichnen.
        Diesen Block nach oben zu überwinden bedarf enormer Kontraktvolumina und die werden in der jetzigen Sommerzeit kaum zu finden sein
        2.)
        Im Vormonat sehen Sie ein sogenanntes „Starkes Top“
        Graphisch sehen sie das am sauberen Dreieck.
        Es bedeutet, dass sämtliche Preisbewegungen nach oben stets mit geringerem Volumen einhergingen. Die Anzahl der Käufer nahm zum Top hin mit jedem Daxpunkt ab.
        Wenn Sie glauben, dass sich dieses Marktverhalten der Teilnehmer komplett umkehrt, dann wünsche ich Ihnen illusionsreiche Träume
        :-)
        http://www.directupload.net/file/d/4787/dr9i5fb7_jpg.htm

  2. Avatar

    Marcus

    19. Juli 2017 15:30 at 15:30

    Verehrter Katamaransegler,
    vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich konnte dadurch wieder viel lernen.
    Sie haben wahrscheinlich Recht mit der Absorption im letzten Monat. Trotzdem glaube ich , dass noch genug Kontrakte für das ankratzen der 13.000 im Markt sind.
    Es ist zwar Sommer, aber bei der jetzigen nervösen Marktsituation werden die dementsprechenden Commercials handlungsbereit vor Ihren Desktops sitzen und die Lage beobachten. Die Amerikanischen Commercials sind meines Erachtens aus den Kassapositionen DAX draussen. Und zwar so lange bis es absehbar ist ob die EZB weiterhing billiges Geld produziert. Sollten im Kassamarkt seitens der Amerikaner im Laufe der nächsten Tage größere Invests erfolgen, werden die Spekulanten eventuelle Lücken auch im Future schliessen. Kontrakte müssten vermutlich an Hand von vielen Stops (Spekulanten sind gerne short) eigentlich genug da sein. Mein OBV (4STunden) zeigt mir über die letzten 8 Wochen keine grossartigen Volumenausreisser an, die auf extrem fehlende Longmöglichkeiten hindeuten. Über Ihre Meinung dazu würde ich mich sehr freuen. Ich kann nur daraus lernen.

    • Avatar

      Der Katamaransegler

      19. Juli 2017 17:46 at 17:46

      Hallo Marcus,
      Die Limit orders im Dax werden Sie nicht zu sehen bekommen.
      Ich glaube auch nicht, dass Profis im Dax so weit entfernte Limite legen.
      Schon garnicht in grösserem Ausmass.
      Die grossen Jungs haben keine „Marken“, sondern Regionen rings um schwergewichtige Optionsstrikes.
      Das dicke Geld läuft grösstenteils über Optionen.
      Hier ein Bild zur Verteilung der Open Interest in Dax Optionen
      https://picload.org/view/rpwrlidr/openinterest_strikes_dax.jpg.html

      Im hstorischen Vergleich kannst Du gern zu Lernzwecken mit dem Schieberegler spielen, und den Chart vergleichen, um einen Eindruck vom Effekt zu gewinnen.
      https://www.stockstreet.de/verfallstag-diagramm#/
      Näherungsweise zu üben kannst Du die Tickvolumina von Deinem Broker beziehen – aber bedenke, dass die Daten stark gefiltert sind.
      Wenn der Kurs in die Nähe der grossen Open Interests läuft, müssen die Optionshändler grosse Mengen wechseln zwischen Option und Underlying, und dann siehst Du im Tape, wie die „Koffer“ durchgereicht werden und der Preis bei grossem Volumen am VWAP zappelt. (Absorption)
      Dann achte bitte im Orderbuch (Level II) in welche Richtung sich das Verhältnis Bid/Ask bewegt. Sehr oft sieht man Extrema sich aufbauen.
      Beispiel am S&P:
      Wenn die Summe der Sell Limite sagen wir 7500 beträgt und die Summe der Buy limite ca 4300 – dann kannst Du davon ausgehen, dass ein Ausbruch nach oben stattfinden wird (bzw.vice versa)
      Garantiert ist das aber nicht. Man muss immer die Volumendeltas beobachten, ob es sich deckt.
      Wenn Du dann im Profil den Kurs an einer „Abbruchkante“ stehen siehst, dann hast Du ein Chance/Risiko-Verhältnis wie zu Weihnachten.
      In solchen Momenten gehe ich mit 30-50 % vom Konto mit Futures in den Trade.
      Aber NUR dann.
      Bei solchen Trades immer den Faktor „Zeit“ mit betrachten. Ich meine nicht, ob m5, oder m1, oder m10, sondern Zeit im Sinne von Tageszeitpunkt

      Literaturtipp:
      Jim Dalton
      Mind Over Markets

      und Jims Webinare hören.
      https://www.jdaltontrading.com/

      Aber Vorsicht !
      Wenn Du das Prinzip der price action und des volumenbasierten Tradings einmal verstanden hast, schmeisst Du alles weg, was nach Charttechnik aussieht.
      Wenn Du dann noch das Orderbuch mit footprint software verfolgst,
      https://www.jigsawtrading.com/
      dann lachst Du Dich kaputt über jene, die von Widerständen reden oder von Unterstützungen …
      Ich habe mich daran gewöhnt, als arrogant, oder überheblich gebasht zu werden und dass die Masse der Charttechniker und Markttechniker Zeter und Mordio schreit, wenn ich solche Zeilen schreibe.
      Mit der neuen Betrachtungsweise und Technik siehst Du ganz offensichtlich welche Marktteilnehmer aktiv sind, ob neue grosse hineinkommen, ober ob die kleinen Spieler sich gegenseitig beklauen und Du dann zwischen den Rändern Pingong spielen kannst.
      Wo alle so viel von Indikatoren reden – ich benutze nur einen einzigen:
      https://www.indicatorwarehouse.com/ninjatrader-indicator/volume-pressure/

      Ja, die Amis haben mit dem erstarkten Euro doppelt fette Gewinne im Buch.
      Klar, dass sie die gern realisieren.
      nächste Woche habe ich wieder mehr Zeit.
      Marcus, Dein Posting klingt nach Erfahrung.
      Wenn Du ernsthaft interessiert bist, schalte ich Dich mit Teamviewer dazu und Du kannst live den US Markt mit mir betrachten.
      Und wir können diskutieren, wann und warum Du einen Trade machen würdest oder nicht und ich auch.
      Nur eine Bitte habe ich:
      Ich reagiere hyperallergisch auf die Worte „Hätte – könnte – vielleicht“ .. zum Beispiel das sattsam bekannte Elliot-Geseier jener, die einem am nächsten Tag berichten, dass der Index am Vortag seine Marken abgearbeitet hat.
      Ja- im Ernst .. ABGEARBEITET .. und den Mumpitz erzählen sie jeden Tag aufs neue
      Manche verlangen sogar Geld dafür.
      Sozusagen ein börsenkommetatorisches SM-Studio

      Es gibt nur: Fakten – sehen – entscheiden –> Entry – Bing – „order filled“
      Über die Fakten allerdings diskutiere ich gern.
      Liebe Grüsse

  3. Avatar

    Marcus

    19. Juli 2017 18:26 at 18:26

    Hallo Katamaransegler,
    Wow…
    Danke.
    Nein, ich bin kein Profi. Ich arbeite hauptberuflich im Vertrieb eines Automobilpremiumherstellers aus Stuttgart :-)
    Ich bin nur in der glücklichen Lage, während meiner Arbeitszeit den ganzen Tag im Markt sein zu können. Die Börse ist meine Leidenschaft und ich beschäftige mich fast ausschliesslich mit den Märkten. Ich trade ein kleines Konto und schlage mich schon lange sehr gut im Markt. Hab zumindest noch nie wirklich Geld verloren. Ich bin dankbar für jeden professionellen Input, der mir neue Impulse gibt. Ich sehe die Märkte als Organismus an, der sehr komplex ist. Und diesen verstehen zu lernen (ähnlich wie ein guter Arzt den menschlichen Organismus versteht) ist mein grosses Ziel und meine Leidenschaft.
    Genug um den heissen Brei geredet. Ich freue mich, wenn wir beide uns öfter auseinandersetzen könnten.
    Viele Grüße
    Marcus

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Rüdiger Born: Charttechnik bei US-Dollar vs Yen

Rüdiger Born

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am

Gestern hatte ich mir im Trade des Tages US-Dollar vs Yen gewidmet. Im folgenden Video geht es auch ausschließlich um dieses Währungspaar. Schauen wir uns die Charttechnik mal genauer an.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Devisen

Türkische Lira vor weiterer Aufwertung? Aktuelle Zinsentscheidung gibt Hoffnung

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira könnte noch weiter aufwerten. Warum? Nun, zuerst ein kurzer Rückblick. Seit November ist der Leitzins in der Türkei durch die türkische Zentralbank in zwei Schritten kräftig angehoben worden, von 10,25 Prozent auf zuletzt 17 Prozent. Erst der zweite Zinsschritt von 15 Prozent auf 17 Prozent an Heiligabend brachte Vertrauen in die Lira – denn die Inflationsrate liegt derzeit bei satten 14,6 Prozent. Jetzt liegt der Leitzins deutlich genug über der Inflation, damit es einen positiven Geldfluss vom Ausland in die Türkei geben kann. Dies wäre Balsam für die türkische Lira. Aber so ein hoher Leitzins muss einige Zeit beibehalten werden, damit er wirken kann.

Und nun? Heute hat die türkische Zentralbank erneut eine weitere Zinsentscheidung verkündet. Man belässt den Leitzins bei 17,0 Prozent. Dies kann vom Devisenmarkt als Signal gewertet werden, dass die Zentralbanker gewillt sind die Angelegenheit „durchzuziehen“, als eine nachhaltige Bekämpfung der hohen Inflation.

Türkische Lira reagiert leicht positiv

Auf längere Sicht hohe Zinsen in der Türkei – das könnte die türkische Lira nachhaltig aufwerten lassen. Und die letzten Wochen lief es ja schon ganz gut in diese Richtung. Und jetzt aktuell? Die Zinsentscheidung wurde um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Da notierte US-Dollar vs türkische Lira noch bei einem Wechselkurs von 7,39. Jetzt notiert USDTRY bei 7,36. Im Chart sehen wir den Kursverlauf von Dollar vs Lira seit Februar 2020. Die türkische Währung konnte seit November einiges gut machen, und könnte womöglich nun weiter aufwerten (sicher ist das aber natürlich nicht).

Zentralbank mit guten Aussagen, Erdogan meldet sich zu Wort

Die Notenbanker in Ankara erklärten heute, dass man seinem harten geldpolitischen Kurs treu bleibe, bis sich ein nachhaltiger Rückgang der Inflation abzeichne. Falls nötig, werde man weitere Schritte zur Straffung der Geldpolitik unternehmen. Super, da freut sich der Devisenmarkt im Sinne einer festeren Lira? Achtung, Präsident Erdogan fordert seit Jahren sinkende Zinsen. Die würden (so Erdogan) die Inflation zum Sinken bringen – was aber eigentlich genau anders rum funktioniert. Seit Monaten hört man von Erdogan kaum Aussagen in dieser Hinsicht. Aber am letzten Freitag, da meldete er sich wieder zu Wort. Die aktuelle Geldpolitik (steigende Zinsen sollen Geld teuerer machen etc) diene nicht der Türkei. Die Lösung des Problems der hohen Inflation sei, die Zinsen zu senken. Bringt dies die nachhaltige Erholung der Lira wieder in Gefahr?

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Februar 2020

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