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Dax: Jetzt muß mal was kommen!

Jetzt muß eigentlich mal was kommn beim Dax! Gestern die US-Indizes wie der Nasdaq mit neuem Allzeithoch, der S&P500 unmittelbar davor, in Asien die Vorgaben freundlich – viel mehr geht eigentlich nicht als Steilvorlage für einen Anstieg des deutschen Leitindex. Aber er muß eben auch diese Steilvorlage aufnehmen und Wille zeigen. Andernfalls stellt sich nämlich die Frage, was da nicht stimmt beim Dax, ob da eine Schwäche erkennbar wird, die der Anfang für weitere Kursverluste ist..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Jetzt muß eigentlich mal was kommn beim Dax! Gestern die US-Indizes wie der Nasdaq mit neuem Allzeithoch, der S&P500 unmittelbar davor, in Asien die Vorgaben freundlich – viel mehr geht eigentlich nicht als Steilvorlage für einen Anstieg des deutschen Leitindex. Aber er muß eben auch diese Steilvorlage aufnehmen und Wille zeigen. Andernfalls stellt sich nämlich die Frage, was da nicht stimmt beim Dax, ob da eine Schwäche erkennbar wird, die der Anfang für weitere Kursverluste ist.

Wie schon im Videoausblick thematisiert, ist die Lücke inzwischen immens groß zwischen den US-Indizes und dem Dax – dabei hatten doch alle gedacht, dass nach dem Macron-Sieg goldene Zeiten für die europäischen Indizes ausbrechen würden. Anfangs war das ja auch so, der Dax mit neuem Allzeithoch – aber mit dem Anstieg des Euro ist jetzt der „Wurm drin“, scheint die Euphorie verflogen.

Die Aussicht auf die leichte Straffung der Geldpolitik der EZB, sprich auf das Tapering, hängt offenkundig wie ein Damoklesschwert über dem Dax – und es gibt nur einen, der diese Angst nehmen kann, und das ist Mario Draghi. Von seinen Aussagen auf der morgigen Pressekonferenz wird es entscheidend abhängen, ob der Dax die Lücke zu den US-Indizes deutlich verkleinern oder gar aufholen kann – oder ob die Lücke sogar noch größer wird.

In den USA herrscht trotz Chaos in Washington eine beeindruckende Sorglosigkeit! Steuerreform – die wird schon kommen sagt man sich an der Wall Street, und das obwohl schon die Gesundheitsreform nicht gelingt und gerade beim Thema Steuern es für sehr viele um sehr viel geht, dementsprechedn schwierig wird die Einigung auf eine solche Steuerreform werden. Aber der Vorteil ist, dass ohnehin niemand mehr erwartet, dass diese Steuerreform noch in 2017 kommt, also kann man alle Bedenken beiseite schieben und das Leben genießen.

Bislang haben in der US-Berichtssaison vor allem Banken gemeldet, die praktisch durch die Bank dann Federn lassen mussten, allen voran Goldman Sachs nach den gestrigen Zahlen mit der darin enthaltenen Schwäche im Handel von Devisen, Rohstoffen, Aktien und Anleihen.

Aber wenn Banken schwächeln, laufen dann eben wie gestern Tech-Werte gut, die die Schwäche der Finanzwerte kompensieren und munter weiter steigen. Da die FANG-Aktien der Haupt-Treiber der Hoffnung sind, wird den Zahlen dieser Unternehmen entscheidende Bedeutung zukommen: am 24.07. Google (Alphabet), am 26.07. Facebook, am 27.07 Amazon, am 01.08. schließlich Apple. Dann muß geliefert werden, so wie die Zahlen aus dem ersten Quartal damals den Höhenflug rechtfertigen konnten.

Zurück zum Dax: die Lage ist nach wie vor sehr angespannt, seit gestern die 12530/35 so glatt durchschritten wurde:

Auffangbecken ist nun der Bereich 12380/90 auf der Unterseite, aber wenn der Dax auch hier durchfällt, ist ein weiteres Abrutschen auf den zentralen Doppelboden bei 12310 Punkten wohl nicht zu vermeiden (darunter wäre dann höchste Alarmstufe). Auf der Oberseite ist die erste große Hürde der Bereich 12530/35, darüber dann die 12675/80 sowie die Marke bei 12730 Punkten. Die wirkliche Entscheidung fällt vermutlich aber erst morgen..

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    leser

    19. Juli 2017 12:37 at 12:37

    Wie Gerd gestern richtig vermutet hat, haben die 12390 zunächst gehalten. Morgen wird vermutlich Herr „What ever it takes“ dafür sorgen, dass ein neuer Anlauf auf die 13.000 startet… Und dann freue ich mich auf ein schönes Doppeltop.

    • Avatar

      Gerd

      19. Juli 2017 13:35 at 13:35

      Ja, leser, so wird es kommen. Glaube ich auch.
      Und falls die äußeren Umstände sich zum Unguten entwickeln sollten, wird es auch über ein schönes Doppeltop nicht höher hinausgehen.

    • Avatar

      Der Katamaransegler

      19. Juli 2017 13:52 at 13:52

      Immer langsam mit den 13 tausend
      Realistisch liegt erst die Volumenlücke vor Ihnen.
      Die zu füllen dürfte einige Tage in Anspruch nehmen.
      Anschliessend folgen mehrere volume peaks als Hindernis.
      Eine richtige Bruchkante seh ich zumindest im Weekly Profile nicht
      http://www.directupload.net/file/d/4787/t7k36rsz_jpg.htm

      Mein Trading im Dax ist auf diese Lücke ausgerichtet, mit Tradinggrenzen bei 12440 bis 12560
      Im inneren dieser Range lassen sich mit Hilfe der VWAPS und der Deltas schöne Ping Pong trades machen.
      Das sind jene, an denen die chart-Gläubigen verzweifeln
      ;-)
      Wollen Sie später Beispiele ?

      • Avatar

        berti

        19. Juli 2017 14:05 at 14:05

        ja bitte

      • Avatar

        Gerd

        19. Juli 2017 14:18 at 14:18

        Vielen Dank, Katamaransegler,
        an und für sich gerne. Schon, weil ich aufgrund Ihrer Berichte überzeugt bin, dass das sehr lohnend sein kann.

        Ich bin aber nicht so sehr kurzfristig orientiert. Stattdessen versuche ich eher die zu erwartenden „Fundamentals“ richtig einzuschätzen.
        Für solche (Ping-Pong)-Trades, haha, würde ich momentan nicht die nötige Konzentration aufbringen wollen, um sie ordentlich zu beobachten und meinen Nutzen daraus zu ziehen.

      • Avatar

        Der Katamaransegler

        19. Juli 2017 14:34 at 14:34

        Nachtrag:
        1. )
        Im Monatsprofil sehen Sie im Vormonat ein grosses Absorptionsprofil
        und Covering. Ich würde es als starke Distribution bezeichnen.
        Diesen Block nach oben zu überwinden bedarf enormer Kontraktvolumina und die werden in der jetzigen Sommerzeit kaum zu finden sein
        2.)
        Im Vormonat sehen Sie ein sogenanntes „Starkes Top“
        Graphisch sehen sie das am sauberen Dreieck.
        Es bedeutet, dass sämtliche Preisbewegungen nach oben stets mit geringerem Volumen einhergingen. Die Anzahl der Käufer nahm zum Top hin mit jedem Daxpunkt ab.
        Wenn Sie glauben, dass sich dieses Marktverhalten der Teilnehmer komplett umkehrt, dann wünsche ich Ihnen illusionsreiche Träume
        :-)
        http://www.directupload.net/file/d/4787/dr9i5fb7_jpg.htm

  2. Avatar

    Marcus

    19. Juli 2017 15:30 at 15:30

    Verehrter Katamaransegler,
    vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich konnte dadurch wieder viel lernen.
    Sie haben wahrscheinlich Recht mit der Absorption im letzten Monat. Trotzdem glaube ich , dass noch genug Kontrakte für das ankratzen der 13.000 im Markt sind.
    Es ist zwar Sommer, aber bei der jetzigen nervösen Marktsituation werden die dementsprechenden Commercials handlungsbereit vor Ihren Desktops sitzen und die Lage beobachten. Die Amerikanischen Commercials sind meines Erachtens aus den Kassapositionen DAX draussen. Und zwar so lange bis es absehbar ist ob die EZB weiterhing billiges Geld produziert. Sollten im Kassamarkt seitens der Amerikaner im Laufe der nächsten Tage größere Invests erfolgen, werden die Spekulanten eventuelle Lücken auch im Future schliessen. Kontrakte müssten vermutlich an Hand von vielen Stops (Spekulanten sind gerne short) eigentlich genug da sein. Mein OBV (4STunden) zeigt mir über die letzten 8 Wochen keine grossartigen Volumenausreisser an, die auf extrem fehlende Longmöglichkeiten hindeuten. Über Ihre Meinung dazu würde ich mich sehr freuen. Ich kann nur daraus lernen.

    • Avatar

      Der Katamaransegler

      19. Juli 2017 17:46 at 17:46

      Hallo Marcus,
      Die Limit orders im Dax werden Sie nicht zu sehen bekommen.
      Ich glaube auch nicht, dass Profis im Dax so weit entfernte Limite legen.
      Schon garnicht in grösserem Ausmass.
      Die grossen Jungs haben keine „Marken“, sondern Regionen rings um schwergewichtige Optionsstrikes.
      Das dicke Geld läuft grösstenteils über Optionen.
      Hier ein Bild zur Verteilung der Open Interest in Dax Optionen
      https://picload.org/view/rpwrlidr/openinterest_strikes_dax.jpg.html

      Im hstorischen Vergleich kannst Du gern zu Lernzwecken mit dem Schieberegler spielen, und den Chart vergleichen, um einen Eindruck vom Effekt zu gewinnen.
      https://www.stockstreet.de/verfallstag-diagramm#/
      Näherungsweise zu üben kannst Du die Tickvolumina von Deinem Broker beziehen – aber bedenke, dass die Daten stark gefiltert sind.
      Wenn der Kurs in die Nähe der grossen Open Interests läuft, müssen die Optionshändler grosse Mengen wechseln zwischen Option und Underlying, und dann siehst Du im Tape, wie die „Koffer“ durchgereicht werden und der Preis bei grossem Volumen am VWAP zappelt. (Absorption)
      Dann achte bitte im Orderbuch (Level II) in welche Richtung sich das Verhältnis Bid/Ask bewegt. Sehr oft sieht man Extrema sich aufbauen.
      Beispiel am S&P:
      Wenn die Summe der Sell Limite sagen wir 7500 beträgt und die Summe der Buy limite ca 4300 – dann kannst Du davon ausgehen, dass ein Ausbruch nach oben stattfinden wird (bzw.vice versa)
      Garantiert ist das aber nicht. Man muss immer die Volumendeltas beobachten, ob es sich deckt.
      Wenn Du dann im Profil den Kurs an einer „Abbruchkante“ stehen siehst, dann hast Du ein Chance/Risiko-Verhältnis wie zu Weihnachten.
      In solchen Momenten gehe ich mit 30-50 % vom Konto mit Futures in den Trade.
      Aber NUR dann.
      Bei solchen Trades immer den Faktor „Zeit“ mit betrachten. Ich meine nicht, ob m5, oder m1, oder m10, sondern Zeit im Sinne von Tageszeitpunkt

      Literaturtipp:
      Jim Dalton
      Mind Over Markets

      und Jims Webinare hören.
      https://www.jdaltontrading.com/

      Aber Vorsicht !
      Wenn Du das Prinzip der price action und des volumenbasierten Tradings einmal verstanden hast, schmeisst Du alles weg, was nach Charttechnik aussieht.
      Wenn Du dann noch das Orderbuch mit footprint software verfolgst,
      https://www.jigsawtrading.com/
      dann lachst Du Dich kaputt über jene, die von Widerständen reden oder von Unterstützungen …
      Ich habe mich daran gewöhnt, als arrogant, oder überheblich gebasht zu werden und dass die Masse der Charttechniker und Markttechniker Zeter und Mordio schreit, wenn ich solche Zeilen schreibe.
      Mit der neuen Betrachtungsweise und Technik siehst Du ganz offensichtlich welche Marktteilnehmer aktiv sind, ob neue grosse hineinkommen, ober ob die kleinen Spieler sich gegenseitig beklauen und Du dann zwischen den Rändern Pingong spielen kannst.
      Wo alle so viel von Indikatoren reden – ich benutze nur einen einzigen:
      https://www.indicatorwarehouse.com/ninjatrader-indicator/volume-pressure/

      Ja, die Amis haben mit dem erstarkten Euro doppelt fette Gewinne im Buch.
      Klar, dass sie die gern realisieren.
      nächste Woche habe ich wieder mehr Zeit.
      Marcus, Dein Posting klingt nach Erfahrung.
      Wenn Du ernsthaft interessiert bist, schalte ich Dich mit Teamviewer dazu und Du kannst live den US Markt mit mir betrachten.
      Und wir können diskutieren, wann und warum Du einen Trade machen würdest oder nicht und ich auch.
      Nur eine Bitte habe ich:
      Ich reagiere hyperallergisch auf die Worte „Hätte – könnte – vielleicht“ .. zum Beispiel das sattsam bekannte Elliot-Geseier jener, die einem am nächsten Tag berichten, dass der Index am Vortag seine Marken abgearbeitet hat.
      Ja- im Ernst .. ABGEARBEITET .. und den Mumpitz erzählen sie jeden Tag aufs neue
      Manche verlangen sogar Geld dafür.
      Sozusagen ein börsenkommetatorisches SM-Studio

      Es gibt nur: Fakten – sehen – entscheiden –> Entry – Bing – „order filled“
      Über die Fakten allerdings diskutiere ich gern.
      Liebe Grüsse

  3. Avatar

    Marcus

    19. Juli 2017 18:26 at 18:26

    Hallo Katamaransegler,
    Wow…
    Danke.
    Nein, ich bin kein Profi. Ich arbeite hauptberuflich im Vertrieb eines Automobilpremiumherstellers aus Stuttgart :-)
    Ich bin nur in der glücklichen Lage, während meiner Arbeitszeit den ganzen Tag im Markt sein zu können. Die Börse ist meine Leidenschaft und ich beschäftige mich fast ausschliesslich mit den Märkten. Ich trade ein kleines Konto und schlage mich schon lange sehr gut im Markt. Hab zumindest noch nie wirklich Geld verloren. Ich bin dankbar für jeden professionellen Input, der mir neue Impulse gibt. Ich sehe die Märkte als Organismus an, der sehr komplex ist. Und diesen verstehen zu lernen (ähnlich wie ein guter Arzt den menschlichen Organismus versteht) ist mein grosses Ziel und meine Leidenschaft.
    Genug um den heissen Brei geredet. Ich freue mich, wenn wir beide uns öfter auseinandersetzen könnten.
    Viele Grüße
    Marcus

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Devisen

Schweizer Franken: Die verpuffte 90 Milliarden-Intervention der Schweizerischen Nationalbank

Claudio Kummerfeld

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am

Mehrere Schweizer Franken-Geldscheine

Der Schweizer Franken soll gefälligst abwerten, so die Hoffnung und das Drängen, welches die Schweizerische Nationalbank (SNB) seit Jahren von sich gibt. Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird die Schweiz für ausländische Touristen. Deswegen interveniert die SNB seit Jahren am Devisenmarkt. Es werden vereinfacht ausgedrückt Schweizer Franken gedruckt, und dann gegen Euro und US-Dollar verkauft. Damit sollen diese Währungen steigen und der Franken fallen.

Gigantische Summen werden aufgewendet für die Franken-Schwächung

Aber seit Jahren scheitert die Schweizerische Nationalbank mit ihrer Politik. Denn der Schweizer Franken wertete weiter auf, anstatt wie gewünscht zu fallen. Alleine von Anfang 2018 bis Ende 2019 verlor der Euro gegen den Franken von 1,1750 auf 1,0850. Eine deutliche Aufwertung im Schweizer Franken fand also statt. Und dann, im Corona-Jahr 2020? Der Drang in den „Sicheren Hafen“ wie Gold oder Franken zu fliehen, ist latent vorhanden. Wie man heute aus frisch veröffentlichten Bilanzdaten der Schweizerischen Nationalbank ersehen kann, hat sie in den ersten sechs Monaten des Jahres 90 Milliarden Franken für Deviseninterventionen ausgegeben, um den Franken zu schwächen!

Schweizer Franken tut nicht was die SNB will

Mit wenig Erfolg, um es freundlich auszudrücken. Der folgende Chart zeigt seit Oktober 2019, wie Euro gegen Schweizer Franken (Linie in rot-grün) von 1,0850 auf 1,0640 noch weiter verloren hat. Also hat der Franken weiter aufgewertet, obwohl die Schweizerische Nationalbank 90 Milliarden Franken einsetzte, um eine Abwertung zu bewirken! Im Chart zeigen wir als blaue Linie parallel die Entwicklung von Euro gegen US-Dollar. Dass der Euro gegen den Franken seit  Sommer wieder ansteigt (Franken-Abwertung), wird wohl kaum am schwächeren Franken oder an SNB-Interventionen liegen, sondern eher an der eigenen Stärke des Euro! Die blaue Linie zeigt nämlich, wie der Euro auch gegen den US-Dollar seit Mai deutlich gestiegen ist.

Chart zeigt Euro gegen Schweizer Franken und Euro gegen US-Dollar

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Devisen

US-Dollar: Ist die Welt bereit für einen Wechsel im Währungssystem?

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Selbst Nicht-Börsianer blicken öfters auf die Entwicklung beim US-Dollar im Vergleich zur heimischen Währung. Zu dominant ist sein Einfluss auf das tägliche Leben, nicht nur für Exporteure, Rohstoffhändler oder Vermögensverwalter. Auch Privatpersonen spüren seine Schwankungen, ob an der Zapfsäule oder als Tourist (was in Corona-Zeiten aber nicht sehr bedeutsam ist). Könnte die aktuelle US-Politik mit ihrer Verschuldungsorgie oder der Abschottungspolitik etwas daran ändern?

Allzweckwaffe US-Dollar

Seit vielen Jahrzehnten bestimmt sich die Macht der USA nicht nur durch ihren wirtschaftlichen Status, ihren gigantischen Militärapparat und -haushalt, sondern insbesondere durch die Ausnahmestellung des US-Dollar. Wer sich gegen die Interessen der USA stellt, den weist man schon mal mehr oder wenig deutlich daraufhin, dass man dieses Land vom Handel mit dem US-Dollar ausschließen könnte. Angewendet im Sanktionsfall gegen den Iran, gegen Russland oder in Ansätzen beim Versuch der Verhinderung der Fertigstellung der Ostseepipeline Nord Stream 2.

Auch wenn die Wirtschaftsdominanz der USA wackelt – durch den Aufstieg Chinas ist der Anteil an der Weltwirtschaft von 20 auf etwa 15 Prozent gefallen – man hat aber eben die Weltreservewährung, den US-Dollar. Durch dessen Dominaz ergeben sich eine Reihe von Vorteilen:

  • Trotz des Anstiegs der Staatsschulden auf über 23 Billionen Dollar fällt es den USA leicht sich weiter zu verschuldenBei 90 Prozent aller Transaktionen am Devisenmarkt ist der US-Dollar im Spiel
  • Ebenso bei über 80 Prozent des Handels im Rohstoffbereich
  • Über 60 Prozent ist immer noch der Anteil des Greenback an den Weltreservedevisen
  • Etwa die Hälfte aller Überweisungen im Zahlungssystem Swift werden in Verbindung mit dem US-Dollar ausgestellt
  • Hinzu kommt eine Notenbank, die von allen Staaten als die Bezugsgröße schlechthin akzeptiert wird. Der Zinssatz der 10-jährigen US-Treasury ist eine Benchmark für die billionenschweren Kreditmärkte, nicht nur in den USA.

Europas Anleihemärkte können trotz der Größe des Wirtschaftsraums nicht mit den US-Dollar gehandelten Märkten konkurrieren. Der zersplitterte Markt in Kontinentaleuropa ist gerade einmal 9,2 Billionen Dollar schwer. Der weltweit als sicherer Hafen betrachtete Markt deutscher Anleihen (Bunds) hat auch nur ein Volumen von 1,7 Billionen Euro – und Deutschland ist die viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt.

Fazit

Ist die Welt bereit für einen Wechsel im Weltleitwährungssystem?

Ein kleiner Game Changer hat sich in letzter Zeit durch die Entwicklung der Zinsen in den USA ergeben. In den letzten Jahren hatten US-Staatsanleihen stets eine positive reale Rendite im Gegensatz zur Eurozone, erst recht gegenüber Japan. Daher auch das Nachgeben des US-Dollar gegenüber vielen anderen Währungen, es gibt plötzlich die risikolose Anlage am Kapitalmarkt nicht mehr, die noch Zinsen abwirft. Auch hat das Währungsspiel des Carry Trade derzeit Pause.

Den chinesischen Währungsmarkt kann man da in diesem Zusammenhang noch vergessen. Aber dies hat sich spätestens mit dem Beginn der Coronakrise leicht geändert. Die übrigen Kapitalmarktzinsen in den Vereinigten Staaten sind auch oft im Negativbereich (Realrenditen) angesiedelt und die Staatsverschuldung geht rasant in die Höhe. Ob hier langfristig die Stärke des Dollarraums erhalten bleiben kann, auch angesichts der protektionistischen Entwicklungen?

Eine Chance hätte der Euroraum, aber hierfür müsste es erst einen großen einheitlichen Kapitalmarkt mit einheitlichen Regeln geben. Auch der 750 Milliarden-Euro-Aufbaufonds hat daran noch nicht viel geändert. So ist es noch ein weiter Weg bis zu einer Änderung im globalen Finanzsystem, schließlich sind auch Dutzende Entwicklungsländer in US-Dollar verschuldet. Der Greenback sollte seine Position als Fluchtwährung noch eine Zeit behalten, allein schon daran erkennbar, wie stark die Federal Reserve während des Coronacrashs am Markt intervenieren musste, weil bei vielen Ländern plötzlich ein Dollarmangel geherrscht hat. Es wird also noch dauern..

Verliert der US-Dollar absehbar seine dominante Stellung?

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Devisen

Euro vs US-Dollar: Der Major erobert die wichtige 1,17 Marke – Wie geht es weiter?

Agata Janik

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Das Euro-Symbol

Der Euro zum US-Dollar konnte auch am gestrigen Handelstag seinen Rebound weiter ausbauen. Nach den heftigen Verlusten der letzten Woche, befindet sich der Euro jetzt wieder auf dem Erholungskurs. Da die Indikatoren im kurzfristigen Zeitfenster weiter im positiven Modus lagen, war es zu vermuten, dass die Bullen die Long-Seite erneut angreifen werden. Schon am frühen Morgen konnte man sehen, dass der Euro gegen den USD favorisiert wurde. Viele Trader haben sich sehr schnell für die Long-Seite entschieden. Das hat dem Euro eine neue Kraft verliehen. Der signifikante Widerstand bei 1,1680 wurde schon am Anfang der europäischen Session angegriffen und durchbrochen.

Als nächstes Ziel wurde natürlich die 1,1700 Marke angesteuert. Die Break-Out Trader wollten sich diese Chance auch nicht entgehen lassen und sind sofort auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Der Euro wurde von Minute zu Minute stärker und die 1,1700 „big figure“ wurde noch am Vormittag erreicht. Der Kurs hat diesen Widerstand kurzfristig überwunden und testete die Marke von 1,1713. Hier wurde die Long-Bewegung vorerst gestoppt. Grund dafür waren die Gewinnmitnahmen der kurzfristigen Trader. Danach hat EUR/USD wieder leicht korrigiert und testete die Unterstützung bei 1,1691. Das war aber schon das Ende der Short-Bewegung. Auf diesem Niveau haben die Bullen frische Long-Positionen eröffnet und den Euro vs USD endgültig über die 1,17 „big figure“ gebracht.

Im Bereich von 1,1724 verlief gestern der wichtige 420er Moving Average, der als ein starker Widerstand gilt. Aber auch diese Hürde konnte die positive Stimmung nicht beenden. Die Händler haben den Euro weiter favorisiert und den Kurs somit immer weiter in die nördliche Richtung geschickt. Die Marke von 1,1724 wurde relativ schnell erobert. Das war schon eine kleine Überraschung. Auf dem Level von 1,1742 hat die Dynamik dann nachgelassen und der Euro ist anschließend wieder leicht gefallen. Am Nachmittag, in der amerikanischen Session, konnte sich der Euro wieder gegen den USD durchsetzen. Im späten Handel notierte der Major bei ca. 1,1743.

Mit hohen Erwartungen hat die Welt gestern auf die erste TV-Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden gewartet. Diese berühmten Treffen gehören in den USA zu den Höhepunkten der Präsidentschaftswahlen. Was jedoch zu einem konstruktiven Duell werden sollte, hat sich als eine peinliche und primitive Show herausgestellt. Ohne Inhalt und ohne Führung, haben sich die beiden Kandidaten in einer Schlammschlacht gegenseitig beleidigt und beschimpft. Der Moderator hat schon nach den ersten fünf Minuten die Kontrolle verloren. Dieser Auftritt hat die aktuelle Situation in den USA gut widergespiegelt. EUR/USD und der gesamte Dollar- Block haben auf das TV-Duell kaum reagiert. Der Euro zum USD bewegte sich nur in einer kleinen Range von ca. 20 Pips.

Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Mittwochmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1738. Der Kurs hat in der asiatischen Session leicht nachgegeben, aber die Volatilität war insgesamt gering. Es wird sich in den nächsten Stunden entscheiden, ob sich der Euro gegen den USD weiter durchsetzen wird. Wenn es den Bullen gelingt, den wichtigen Widerstand bei 1,1755 zu durchbrechen, stehen die Chancen auf einen weiteren Rebound für den Euro gut. Der nächste signifikante Widerstand befindet sich bei 1,1778. Bricht auch diese Hürde, kann EUR/USD sogar die 1,1800 Marke testen. Auf der Unterseite hat der Major die erste wichtige Unterstützung bei 1,1701 und dann bei 1,1681. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1716.

Chart zeigt Kurs von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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