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Dax: Kurzfristig (noch?) im Aufwärtstrend, übergeordnet im Abwärtstrend – der Tanz ums Goldene Kalb Liquidität

Im Grunde haben die Märkte doch eine Botschaft: da kommt Schlimmeres auf uns zu bzw. das Beste liegt hinter uns..

Markus Fugmann

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Wenn es laufen würde, wie es eigenlich seit dem Jahr 1950 immer läuft, müßte es eigentlich nach oben gehen an den Aktienmärkten! Gemeint ist der saisonale Faktor auch und gerade an der Walll Street, der derzeit ganz klar für steigende Kurse zu sprechen scheint an der Wall Street:


(Grafik durch anklicken vergrößern)

Aber auch beim Dax in US-Zwischenwahljahren:

 

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Eigentlich hätte es schon Anfang Oktober nach oben gehen müssen – das Gegenteil war der Fall, der Oktober war blutrot auch für den Dax. Mithin ist also in diesem Jahr etwas sehr ungewöhnlich – so ungwöhnlich wie der US-Präsident Trump selbst, der morgen in den US-Zwischenwahlen gewissermaßen indirekt zur Wahl steht.

Durch den Oktober-Abverkauf, der vor allem die Wall Street traf, ist die Lücke zwischen den USA und dem „Rest der Welt“ kleiner geworden. Faktisch haben also die Amerikaner verspätet eine Übertreibung abgebaut – und das begann, nachdem Jerome Powell Anfang Oktober klar machte, dass die Fed nun eher ein Gegenspieler als ein Mitspieler der Aktienmärkte ist.

Neben der Fed ist das große Thema nun auch in den USA der Handelskrieg – und hier gab es am Freitag widersprüchliche Schlagzeilen: Trump ahnt einen „großen Deal“, aber Larry Kudlow macht klar, dass es für einen solchen Deal gar keine Grundlage gibt bislang – das ließ die anfangs impulsive Hoffnungs-Rally am Freitag wieder in sich zusammen fallen. Da war viel Lärm um nichts – faktisch gibt es zwischen den USA und China strukturellen Streß, der auch durch wahltaktisch motivierten Aussagen Trumps am Freitag nicht wirklich kleiner wird.

Im Grunde haben die Märkte doch eine Botschaft: da kommt Schlimmeres auf uns zu bzw. das Beste liegt hinter uns. Warum sonst an den Weltmärkten ein so tiefer Einbruch, den die Amerikaner nun verspätet nachvollzogen haben? Das ist mehr als nur eine Korrektur – das ist die Ahnung, dass mit dem Ende der ultralaxen Geldpolitik auch der 10-Jahre währende künstliche Boom absehbar an sein Ende gelangen wird (das ist der ganz große Unterschied zum Februar-Abverkauf – im Februar schien die Welt noch in Ordnung mit einer eher unterstützenden Fed, der Handelskrieg war noch nicht das große Thema, die Konjunkturabkühlung Chinas und anderer Länder wie Deutschland auch nicht..).

Nun ist der große Abverkauf in der Vorwoche technisch etwas korrigiert worden – daher der Dax kurzfrsitig im Aufwärtstrend, im größeren Zeitfenster jedoch klar und eineutig im Abwärtstrend:

Kurzfristig besteht noch der seit Ende Oktober begonnene Aufwärtstrend:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Aber schon der nachhaltige Bruch Zone 11490/11500 wäre ein Signal, dass diese Erholung schon wieder zu Ende geht – nächste Unterstützung dann bei der 11400er-Marke. Auf der Oberseite muß der Dax über die Hochs der Vorwoche, muß also über die 11700er-Marke steigen – erst dann gäbe es wieder berechtigten Anlaß für Hoffnung bei den Dax-Bullen..

Die Märkte tanzten seit dem Jahr 2009 um das Goldene Kalb der Notenbanken namens Liquidität – jetzt brauchen sie neuen Treibstoff, sonst bleiben viele auf der Strecke..

 

Tanz ums Goldene Kalb – Gemälde von Nicolas Poussin

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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