Indizes

Dax-Stimmung: Deutsche optimistisch, Amerikaner pessimistisch

Trotz der Turbulenzen beim Dax und anderen Aktienmärkten sind die geneigten Investoren offenkundig immer noch fröhlich gestimmt..

Trotz der Turbulenzen beim Dax und anderen Aktienmärkten sind die geneigten Investoren offenkundig immer noch fröhlich gestimmt, wie die neueste Umfrage der Deutschen Börse zeigt! Der Dax hat zwischen den Umfragen der Vorwoche und der aktuellen Umfrage weitere 350 Punkte verloren – aber dennoch sind 11% der Profi-Investoren wieder ins Bullen-Lager zurück gekehrt, das nun auf 51% und damit auf knapp mehr als die Hälfte der Befragten kommt, während das Bärenlager -7% verliert und nur noch ein Drittel stellt (33%).

Bei den Privatinvestoren bleiben die Optimisten unverändert zur Vorwoche mit 48% an der Spitze, die Bären gewinnen +2% aus dem Lager der Neutralen und kommen nun auf 33%. Aber gerade bei den Privatinvestoren scheint das „Prinzip Hoffnung“ zu dominieren, viele dürften auf Buchverlusten sitzen und schlicht hoffen, dass die derzeitige Erholung weiter geht und damit die Positionen doch noch ins Plus laufen, wie Joachim Goldberg meint:


„Bei den Privatanlegern gibt es unterdessen fast keine Stimmungsveränderungen gegenüber der Vorwoche zu vermelden. Denn deren Börse Frankfurt Sentiment-Index ist lediglich um 2 Punkte auf einen Stand von +13 Punkte gefallen. Bemerkenswert dabei ist, dass trotz des zwischenzeitlichen Kursrückgangs des DAX um knapp 5,5 Prozent seit unserer vergangenen Erhebung der Anteil der optimistisch eingestellten Panelteilnehmer unverändert bei 44 Prozent aller Befragten liegt. Insofern sieht es so aus, als ob diese Gruppe selbst das Unterlaufen der bisherigen Jahrestiefs des DAX und der 11.000er Marke durchgestanden hat – mehrheitlich allerdings unter Inkaufnahme teils hoher Buchverluste.“

Aber die Hoffnung auf weiter steigende Kurse könnte vergeblich und die derzeitige Erholung nur ein „Strohfeuer“ sein, warnt Goldberg:

„Insgesamt sind die von uns befragten institutionellen und privaten Investoren zumindest stimmungstechnisch also wieder etwas näher zusammengerückt. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass vor allen Dingen bei den institutionellen Akteuren längst nicht alle Positionen derjenigen, die auf einen Kursverfall des DAX gesetzt hatten, wieder geschlossen wurden. Möglicherweise, um gegen eine weitere etwaige Verkaufswelle gerüstet zu sein. Zumindest ist der zurückgekehrte Optimismus in diesem Panel nicht als überbordend zu bezeichnen und liegt sogar nur knapp über dem durchschnittlichen Indexstand der vergangenen drei Monate. Allerdings bleibt fraglich, ob diese zugrunde liegenden Aktienkäufe tatsächlich Ausdruck eines nachhaltigen Optimismus sind oder es sich dabei vielmehr nur um eine kurzfristige Schnäppchenjagd handelt. Vieles spricht außerdem dafür, dass die Erholung von den Jahrestiefs des vergangenen Montags hausgemacht ist. Und da aktuell kaum internationale Kapitalzuflüsse zu erwarten sind, besteht die Gefahr, dass das derzeitige Aufbäumen des DAX nichts weiter als ein Strohfeuer ist.“

Ganz anders ist übrigens die Stimmung bei den in der aktuellen AAII-Umfrage befragten amerikanischen Privatinvestoren: dort sind nur noch 20,9% bullisch, ein heftiges Minus von 17,0% zur Vorwoche. Die Bären dagegen gewinnen +18,4% zur Vorwoche und stellen mit 48,9% das klar stärkste Lager. Daher dürfte die Erholungsbewegung der letzten Tage an der Wall Street nicht nur Hedgefonds und CTAs (Commodity Trading Advisors, also lizensierte Vermögensverwalter), sondern eben auch viele US-Privatanleger auf dem falschen Fuß erwischt haben!

Abschließend noch einmal Joachim Gldberg mit seiner Einschätzung im Video:



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage