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Dax-Stimmung: Deutschen fürchten den Handelskrieg, Amerikaner glauben, das könne der Wall Street nichts anhaben!

Nichts bringt wohl besser auf den Punkt, wie man die aktuelle weltpolitische Lage sieht, als die Stimmung der Anleger zu den Aktienmärkten. Mit anderen Worten: wird der Handelskrieg die Aktienmärkte nach unten drücken – oder doch nicht, das ist die Gretchenfrage für Spekulanten und Investoren. Aus der von der Deutschen Börse ermittelten aktuellen Daten zur Dax-Stimmung jedenfalls geht klar hervor: die Deutschen fürchten den Handelskrieg – wohingegen die Amerikaner das laut neuester AAII-Umfrage ganz anders sehen!

Zuerst der Blick auf die Deutschen: hier sind nur noch 31% der Profi-Investoren für den Dax optimistisch, ein heftiges Minus von 17% zur Vorwoche. Bärisch dagegen sind 40%, ein Plus von 6% zur Vorwoche. Bei den Privatinvestoren bleiben 34% bei ihrer bullischen Haltung (unverändert zur Vorwoche), bärisch sind 42% (-2% zur Vorwoche).

Joachim Goldberg interpretiert die Daten so:

„Betrachtet man die heutigen Sentiment-Daten der institutionellen Anleger mit mittelfristigem Handelshorizont, könnte man auf den ersten Blick meinen, sie hätten es aufgrund des eskalierenden Handelsstreits mit der Angst zu tun bekommen. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist tatsächlich massiv, und zwar um 25 Punkte auf einen Stand von -9 Punkten gefallen.“
(..)

„Mit der heutigen Erhebung sind institutionelle und private Investoren nach vier Wochen divergierender Meinungen wieder zusammengerückt und setzen nun – teilweise unfreiwillig – auf einen fallenden DAX. Zwar ist der Pessimismus nicht sonderlich ausgeprägt, was mittlerweile auch für die relative Betrachtung im Drei- und Sechs-Monatsvergleich gilt. Und nach bisheriger Lesart bedeutet dies, dass der DAX bei weiteren Kursrückgängen in einer Größenordnung von ca. 2 bis 2,5 Prozent (gemessen am heutigen Erhebungskurs von 12.450 Zählern) zumindest von heimischen Investoren wieder ordentlich nachgefragt und gestützt sein dürfte. Nachfrage ist jedoch auch angesagt, falls der DAX für viele aus heutiger Sicht wider Erwarten doch noch Flügel bekommen sollte.“

Ganz anders dagegen die Stimmung der in der AAII-Umfrage befragten US-Privatinvestoren! Hier gab es geradezu einen Euphorie-Schub: die Bullen legen um +15,2% zur Vorwoche zu und kommen nun auf 43,1%, die Bären verlieren sportliche -10,1% zur Vorwoche und stellen damit nur noch 29,2% der Befragten.

Daraus geht klar hervor, dass die Amerikaner den Handelskrieg eher nicht fürchten, wohl weil sie der Überzeugung sind, diesen gar nicht verlieren zu können aufgrund der Exportungleichgewichte, man also viel weniger zu verlieren habe. Diese Haltung entspricht wohl nicht der Sachlage (schon weil dieser Handelskrieg hochgradig inflationäre Effekte hat, die die Fed zwingen werden, die Zinsen schneller anzuheben und schon damit die US-Aktienmärkte zu gefährden), wird aber eben so geglaubt, auch weil die US-Medien diese Haltung unterstützen.

Bleibt also die Frage: wer hat Recht? Und vor allem die Frage: wer hat in welchem Zeitfenster recht? Pessimistische Deutsche oder die optimistischen Amerikaner?

Abschließend noch einmal Erklärungen von Joachim Goldberg im Video:



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