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Dax-Stimmung: die Euphorie läßt nach

FMW-Redaktion

Angesichts des auf der Stelle Tretens des Dax hat die in der Vorwoche noch recht optimistische Stimmung der Dax-Investoren deutlich nachgelassen. Vor allem das Lager der Neutralen kann hierzulande stark zulegen, und das insbesondere bei den Profi-Investoren – wie aus der jüngsten Sentiment-Umfrage der Deutschen Börse hervorgeht. Demnach sind die inländischen Anleger in Deutschland zwar weniger euphorisch, allerdings sinkt auch der Anteil der Bären deutlich: so verliert das Bärenlager satte 13% auf nun 27%, bullisch sind 38% (-2%). Die Abgänge bei den Bären kommen fast ausschließlich dem neutralen Lager zugute, das um 15% auf nun 35% zulegen kann – ein Wert, der bislang noch nie erreicht wurde bei der Umfrage.

Offenkundig halten vor allem die Profis den Dax für nach oben „gedeckelt“ und sehen daher von Neuengagements ab. Das ist insofern erstaunlich, als die dovishen Aussagen Yellen eigentlich die Kauflaune erhöhen müssten. Aber im Bereich 10100 Punkten beim Dax sind sowohl Private wie auch Profis eher bereit, bestehende Positionen zu verkaufen als sich neu zu investieren. Mit dem Rückgang der Bären hingegen fehlt das Potential einer Short-Squeeze (also die Eindeckung von Short-Positionen), die den Dax auf neue Verlaufshochs bringen könnte.

Eben diese Short-Squeeze war ein zentraler Treiber der Rally an den US-Aktienmärkten seit etwa Mitte Februar. Aber auch jenseits des Atlantiks nimmt der Optimismus ab, nachdem sich in den letzten Wochen die Stimmung der amerikanischen Privatinvestoren deutlich aufgehellt hatte. Aber laut der neuesten Umfrage der AAII verliert das Lager der Bullen 6,6% auf nun 27,2%. Auch in den USA lässt sich eine Zunahme des neutralen Lagers beobachten – allerdings speist sich der Anstieg des Lagers der Neutralen hier, anders als in Deutschland, aus dem Lager der Bullen (in Deutschland dagegen aus dem Lager der Bären). So gewinnen die Neutralen 4,6% auf nun 47,1% – womoit als fast jeder Zweite Privatinvestor in den USA derzeit keine rechte Meinung zum Markt hat nach den jüngsten Anstiegen. Die Bären legen leicht zu und gewinnen 2,0% auf nun 25,8%.

Insgesamt deuten die Stimmungsdaten sowohl aus Deutschland als auch aus den USA also eher auf eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung denn auf eine klare Richtungsentscheidung. Allerdings verläuft der April an den US-Märkten meist recht turbulent – in „normalen“ Jahren positiv mit einem Durchschnittsgewinn beim Dow Jones von 2%, in Wahljahren jedoch ist die Perfomance historisch gesehen meist negativ. Insbesondere dann, wenn der derzeitige Präsident nach acht Jahren aus dem Amt scheiden wird.



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