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Dax-Stimmung: man wird wieder skeptischer..

FMW-Redaktion

Die Zeiten des grenzenlosen Optimismus der Dax-Investoren sind scheinbar erst einmal vorbei. Auffallend ist besonders, dass die in den letzten Wochen und Monaten stets gut gelaunten Privatinvestoren dem deutschen Leitindex mit zunehmendem Mißtrauen begegnen. So fiel der Anteil der Bullen um 8% auf nun nur noch 41% – das ist der geringste Stand seit Mai 2015! Davon profitieren konnte vor allem das Lager der Neutralen, das um 7% auf nun 26% zulegen kann, während die Bären von der Flucht der Bullen nur 1% abbekommen – und nun mit 33% ein Drittel der Anleger stellen.

Auch die Profi-Investoren sind skeptischer geworden. Auch hier verliert das Bullenlager, wenngleich mit 3% auf nun 41% etwas weniger als bei den Privaten. Beide Investorengruppen weisen nun jedoch 41% auf der Bullen-Seite aus. Stärkeren Zulauf bekommen bei den Profis die Bären mit einem Anstieg von 6% auf nun 31%, während das Lager der Neutralen ebenfalls (wie die Bullen) 3% verliert.

Warum sind die Investoren weniger optimistisch und damit offenkundig auch weniger auf der Long-Seite positioniert? Dazu Joachim Goldberg:

„Möglicherweise waren einige Akteure einfach nur froh, mit Wiedererreichen des Ausgangspunktes vor DAX-Absturz zu Jahresbeginn eine ausgesprochen üble Episode überlebt zu haben. Das galt zumindest für diejenigen, die seit Beginn des Jahres selbst im Angesicht der starken Kursrückgänge ihre Long-Positionen durchgehalten hatten. Auch wenn damit bis zum Schlusskurs des vergangenen Jahres noch ein paar Prozent gefehlt haben mögen, reichte die bisherige Erholung dafür aus, einige der zwischenzeitlich arg schal gewordenen Engagements auszukehren.“

Auch in den USA werden die Privatanleger wieder deutlich vorsichtiger, wie die neueste AAII-Umfrage zeigt. So verliert das Bullen-Lager in Übersee kräftige 6% auf nun nur noch 27,4% – und ist damit etwas kleiner als das Lager der Bären, das 4,7% auf 28,6% zulegen kann. Weitaus mehr Privatanleger sind jedoch weiter neutral eingestellt – mit 44% fast die Hälfte der in der Umfrage Befragten.

Für die Bären ist das keine wirklich gute Nachricht: Kurse fallen meist, wenn die Euphorie groß ist – und sie steigen, wenn die Angst am größten ist. Nun ist insbesondere bei den deutschen Anlagern noch wenig von Angst zu spüren, aber die Skepsis hat doch deutlich zugenommen..



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