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Dax-Stimmung mies, Optimismus bei US-Anlegern

Die Skepsis der Dax-Investoren ist ungebrochen hoch! Ganz anders dagegen die Stimmung in den USA..

Markus Fugmann

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Der Dax hat sich insgesamt im Vergleich zur Vorwoche kaum vom Fleck bewegt nach dem Anstieg seit Anfang April – aber die Skepsis der Dax-Investoren ist ungebrochen hoch! So sind bei den Profi-Investoren mit 29% (unverändert zur Vorwoche) weniger als ein Drittel der von der Deutschen Börse Befragten bullisch, dagegen 42% bärisch (-5% zur Vorwoche. Bei den zuvor noch etwas optimistischeren Privatinvestoren sind nun nur noch 33% im Lager der Bullen (-5% zur Vorwoche), während das Lager der Bären +2% zur Vorwoche auf nun 40% hinzu gewinnen kann.

Was ist da los? Warum die Skepsis? Joachim Goldberg kommentiert das Stimmungsbild so:

„Unter dem Strich überwiegen bei der jüngsten Befragung also immer noch die pessimistischen Elemente. Und wovor sich die institutionellen Akteure besonders fürchten, wird auch an oben genannter Umfrage unter internationalen Fondsverwaltern deutlich. Für sie besteht das größte Extremrisiko derzeit in einem möglichen Fehler in der Geldpolitik der EZB oder der US-Notenbank. Die Gefahr eines Handelskrieges ist in der Wahrnehmung der Investoren indes auf Platz Zwei abgerutscht.

Am Ende zeigt die heutige Sentiment-Erhebung, dass sich institutionelle und private Investoren in ihrer Stimmung zuletzt wieder einander angenähert haben. Beide Werte des Börse Frankfurt Sentiment-Index befinden sich nunmehr absolut betrachtet in negativem Terrain, während eine relative Beurteilung besonders bei den institutionellen Marktteilnehmern aus dem Rahmen fällt. Auf Sicht von sechs Monaten ergibt sich nämlich ein relatives Minus von 25 Indexpunkten beim Börse Frankfurt Sentiment-Index.

Damit bleibt für den DAX eigentlich fast alles beim Alten. Ordentliche Nachfrage ist auf tieferem Niveau (möglicherweise bei 12.600/12.650 Zählern) aufgrund möglicher Rückkäufe zu erwarten. Der geringe Anstieg des DAX von gerade einmal 0,5 Prozent im Wochenvergleich hat die Pessimisten dagegen eher etwas eingeschläfert. Das kann sich schlagartig ändern, wenn sich plötzlich ein stärkerer Anstieg des Börsenbarometers ergeben sollte. In diesem Fall erwarten wir immer noch eine ordentliche Short-Squeeze, womit sich der DAX per Saldo nach wie vor von seiner positiven Seite zeigen kann.“

In den USA dagegen ein ganz anderes Bild, wie die neueste AAII-Umfrage unter US-Privatinvestoren zeigt: so sind nur 20% bärisch (damit weit unter dem historischen Durchschnitt von 30,3%), während die Bullen auf 36,7% kommen und die Neutralen mit 42,7% das größte Lager stellen.

Abschließend noch einmal Joachim Goldberg im Video zur Dax-Stimmung:


Foto: Deutsche Börse AG

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Rüdiger Born: Rückschlag im Dax?

Rüdiger Born

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Stimulus-Hoffnung

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Börse lebt ganz aktuell von der neuen Stimulus-Hoffnung. Ein neues Rettungspaket in den USA könnte bald kommen. Wer traut es sich da schon auf fallende Kurse zu setzen?

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Aktienmärkte: Börsen-Ausnahmejahr 2020: Geht es so weiter?

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Obwohl wir noch drei Monate des Jaheres 2020 vor uns haben, ist bereits jetzt ersichtlich, dass das Coronajahr 2020 in jeder Hinsicht aussergewöhnlich ist für die Aktienmärkte – weil man sich so ziemlich gar nicht an Weisheiten und Statistiken der Vergangenheit orientieren konnte. Jetzt stehen wir kurz vor der Wahl des US-Präsidenten für die nächsten vier Jahre. Sollte das auch die Aktienmärkte unberührt lassen?

Aktienmärkte: Das Jahr der Anormalien 2020

Gewiss waren die Aktienmärkte zu Jahresbeginn heiß gelaufen, eine Korrektur stand an, aber was kam in der Folge? Covid-19 mit absolut außergewöhnlichen Reaktionen von Politik, Wirtschaft und Börsen. Hier ein paar Superlative:

  • Ab 20. Februar kam es zum schnellsten Börseneinbruch in der Geschichte in 34 Tagen um 30 bis 40 Prozent, dann die schnellste Erholung der Aktienmärkte, speziell in den USA, wo es nur sechs Monate bis zum Erreichen neuer All Time Highs gedauert hat
  • die tiefste Rezession seit Menschengedenken, die die US-Wirtschaft im zweiten Quartal auf Jahresbasis über 30 Prozent in die Tiefe führte, auf Quartalsbasis so wie in Deutschland knapp unter 10 Prozent
  • ein noch nie dagewesener Lockdown, der zeitweise 4 Milliarden werktätige Menschen weltweit in Quarantäne brachte
  • die schnellste, zwar noch unvollständige Wirtschaftserholung, die bei einem Gros der Märkte bis über 90 Prozent an ihr Winterniveau geführt hat
  • absurde Steigerungen bei Frühindikatoren und einzelnen Kennziffern, verursacht durch den angeordneten Stillstand: Ich habe bereits im Mai darauf hingewiesen, dass es aus finanzmathematischen Gründen sonderbare Zahlen geben muss – wenn etwas 90 Prozent gefallen ist, muss es bis zum Status quo 900 Prozent steigen
  • die tiefsten Zinsen seit vielen Generationen, die größten Rettungspakete von Staaten und Spritzen von Notenbanken
  • allein die Federal Reserve, die EZB und die Bank of Japan haben eine Bilanzsumme von 20 Billionen Dollar aufgebaut, bei einem Volumen der Weltwirtschaft von 86 Billionen Dollar
  • kein Saisonalität der Aktienmärkteg, kein Sell in May, kein Sommerloch, eine harmlose Septemberkorrektur, die selbst beim teuren Nasdaq mit 78 Prozent plus seit März nur eine 13-Prozent-Korrektur brachte
  • eine ewig lange Periode der Aktienmärkte, in der selbst blutige Anfänger mit ihrer Performance (Stichwort RobinHood) erfahrene Hedgefonds- und Investmentfondsmanager alt aussehen ließen.

Und jetzt reagiert man an der Wall Street nicht einmal auf die Aussicht eines Wahldebakels, welches wochenlang kein Ergebnis bringen könnte, mit all den hypothetischen Extremszenarios. Sicherlich bleibt eine Grundvolatilität erhalten, allein schon durch die großen Hebeleinsätze, immer wieder auftretender kleiner Short Squeezes und dem Zwang zu agieren. Allein schon durch die permanente Spekulation um das fünfte Konjunkturpaket, um den Impfstoff, um die Infektionszahlen – ruhig dürfte der Monat nicht verlaufen.

Aber ein großer Einbruch der Aktienmärkte, woher soll dieser jetzt kommen?

Es liegen unglaubliche fünf Billionen Dollar auf Cashkonten – wohin mit dem Geld? Man kann keine Kundengelder lange auf Konten mit Strafzinsen bunkern.

Schlussfolgerung

Es gibt aus meiner Sicht zwei überragende Faktoren, die alle anderen, auch berechtigten Negativfaktoren vom Tisch wischen.

Weltweit gibt es bereits über 20 Billionen Dollar an Anleihen im Bereich der negativen Realverzinsung (nicht nominal) – und nicht zu vergessen Billionen Dollar/Euro/Yen an Sparanlagen auf unverzinslichen Konten. Es herrscht ein noch nie dagegewesener Anlagenotstand für Pensionsfonds, Versicherungen, Kapitalsammelstellen jedweder Art und von vorsorgenden Kleinanlegern.
Die Regierungen dieser Welt haben Rettungsprogramme aufgelegt, versorgen Arbeitnehmer mit Kurzarbeitergeld und verhindern im großen Stile Unternehmensinsolvenzen.
Kurzum: Es werden Stimuli in gigantischen Dosen verabreicht, die aus besagten Gründen immer wieder auf den Kapitalmärkten landen. Die Aktienmärkte sind süchtig nach weiteren Geldspritzen. Und um auf die US-Wahl 2020 zu sprechen zu kommen: Egal wer im November gewählt wird, er wird weder etwas an den Zinsen ändern, noch das Stimulusprogramm beenden. Bei Joe Biden und seinen Demokraten könnte es sogar noch ausgeweitet werden.

Wie soll so etwas enden? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich das viele Geld nicht irgendwann seinen Weg in die Gütermärkte macht und damit Inflation erzeugt, gefolg von einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen – und dann wäre es vorbei mit der Hausse der Aktienmärkte..

Das Jahr 2020 ist in jeder Hinsicht aussergewöhnlich für die Aktienmärkte

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