Folgen Sie uns
Das DAX-Signal börsentäglich, jetzt anmelden

Allgemein

Der Kampf zwischen Italien und Deutschland beginnt: Di Maio will mehr EU-Geld, Scholz meint, die Schulden Italiens seien das Problem der Italiener!

Während das Polit-Theater zwischen Italien und Deutschland konfrontativ beginnt, gäbe es eigentlich gute Lösungsansätze für Italien..

Veröffentlicht

am

Jetzt geht es los! Die erste Runde der Auseinandersetzungen zwischen Italien und Deutschland ist eingeleitet – und sie dürfte für die Italiener eine glatte Enttäuschung sein, schließlich hatten italienische Medien (wie das staatliche Fernsehen der RAI) bereits gemeldet, dass Angela Merkel zusätzlichen Geldern für Italien aus EU-Kassen zugestimmt habe – was aber nicht der Realität entspricht (in Italien hält man Merkel für die Entscheiderin Europas)! Heute morgen sagte der neue Finanzminister Deutschlands und Vizekanzler Scholz in Bezug auf die Schulden Italiens:

„Jeder muß seine Dinge alleine regeln. Ich sage ausdrücklich: Das ist Sache der Italiener!“

Ebenfalls heute morgen nun die Forderung des Cinque Stelle-Chefs und Ministers für wirtschaftliche Entwicklung, Luigi Di Maio, nach mehr Geldern aus dem EU-Haushalt für Italien. Das dürfte aber wohl nur schwer mit Deutschland zu machen sein, wenn man die Tonlage von Scholz als Maßstab nimmt.

 

Braucht Italien wirklich mehr Geld von der EU?

Fakt ist aber, dass Italien derzeit hinter Polen die meisten Gelder aus EU-Strukturfonds bekommt (allerdings bekommen die Polen pro Kopf dreimal soviel Geld aus diesen Fonds wie die Italiener!). Diese EU-Strukturfonds zahlen Gelder an die Mitglieder der Eurozone für die Jahre 2014 bis 2020, und das Absurde ist, dass Italien von diesen bereits zugeteilten Geldern bis Ende 2017 nur 9% für Investitonen genutzt hat – ca. 30 Milliarden Euro liegen damit faktisch auf Halde und sind nicht ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt worden!

Gleichwohl hat Italien, hat Di Maio mit seiner Forderung nach mehr Geldern nicht ganz unrecht, denn Italien ist das einzige Süd-Land Europas, das faktisch Nettozahler an die EU ist (in der Reihenfolge hinter Deutschland, Frankreich, Großbritannien und vor den Niederlanden). Der Grund sind die EU-Subventionen an die Landwirtschaft, die vorwiegend jenen Landwirtschaften der nördlichen Eurozone zugute kommen (Weizen, Milch, Rindfleich). Da Italien also aus dem größte Budget-Posten der EU, nämlich dem Agrar-Budget, relativ wenig Gelder bekommt, ist Italien dann faktich eben doch Netto-Zahler an die EU!

Helfen also den Italienern mehr Gelder aus der EU? Vielleicht. Aber sie lösen nicht das grundsätzliche Problem. Das grundsätzliche Problem in Italien ist vor allem die Kreditvergabe: Italiens Banken sind eng verflochten mit den Unternehmen der reichen norditalienischen Familien-Unternehmen, die zu groß und ineffizient sind, aber von den Banken problemlos Kredite bekommen. Dagegen hat es in den letzten Jahren ein regelrechtes Ausbluten kleiner und mittelständischer Unternehmen gegeben, die eben von den Banken Italiens praktisch keine Kredite bekommen!

 

Wie man die Probleme Italiens anpacken müsste!

Wer die Probleme Italiens wirklich anpacken will, muss dafür sorgen, dass sich das ändert: die kleinen Unternehmen Italiens sind häufig sehr effizient und haben gut qualifizierte Mitarbeiter, werden aber faktisch von den Geldströmen durch die Kreditvergabepraxis ausgechlossen. Wenn nun die EU-Kommission oder vielleicht auch die EZB dazu übergehen würde, diesen Firmen die Möglichkeit zu geben, an Kredite zu gelangen, könnte sich in Italien wieder ein Mittelstand ausbilden, der dem Land derzeit so schmerzhaft fehlt.

Aber es steht zu fürchten, dass genau das nicht passieren wird, weil Italiens neue Regierung wieder nur mehr Gelder einfordert aus der EU – und genau das politischen Sprengstoff birgt. Man wird also wahrscheinlich weiter Schaukämpfe veranstalten auf politischer Bühne, die keinem weiter helfen und an der ökonmischen Realität vorbei gehen, statt die Realwirtschaft zu stärken, die in Italien gerade im Mittelstand oder bei Kleinbetrieben viel Potential hätte. Nur so kann man die in Italien so hohe Arbeitsloigkeit wirksam bekämpfen, indem eben Jobs nicht bei Großunternehmen wie FIAT entstehen, sondern gerade Firmen gefördert werden, die eigentlich international hochgradig wettbewerbsfähig wären!


Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=67282923

3 Kommentare

3 Comments

  1. Lausi

    8. Juni 2018 11:45 at 11:45

    Ich habe auch mal gelesen, dass „Basel III“ wie ein Hemmschuh bei der Kreditvergabe wirken soll. Ich habe aber keine Ahnung, ob das stimmt und wie das im Detail aussieht.

  2. tm

    8. Juni 2018 11:57 at 11:57

    Vielleicht sollte man die Probleme Italiens auch nicht dramatisieren. Das BIP-Wachstum ist nicht hoch, aber klar positiv und das bei einer sinkenden Bevölkerung im Erwerbsalter. Die Arbeitslosigkeit ist nicht niedrig, aber auch nicht wesentlich höher als lange Zeit in Deutschland. Italien erwirtschaftet einen Leistungsbilanzüberschuss, einen Primärüberschuss im Staatshaushalt, ist EU-Nettozahler, Norditalien gehört zu den reichtsten Regionen Europas (und damit letztlich der Welt). Also klar könnte vieles besser sein, aber wir sollten auch nicht so tun, als wäre Italien irgendeine Diktatur in Schwarzafrika.

  3. guguk

    8. Juni 2018 17:11 at 17:11

    Man will halt dem deutschen Depp wieder mal eine reinwürgen und ihn abzocken, den Deppen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

BMW Analyse: 2018´er Zahlen drücken auf Aktienkurs

Veröffentlicht

am

Die Aktie der Bayrischen Motoren Werke BMW notiert seit Ende 2015 auf einem vergleichsweise tiefen Niveau und hat seit diesem Zeitpunkt eine grobe Seitwärtsphase zwischen 68,11 und 100,00 Euro eingeschlagen. Die letzten Monate waren hingegen von einem untergeordneten Abwärtstrend geprägt, der noch immer anhält. Aber seit einem Test des Unterstützungsbereichs von 68,00 Euro macht sich wieder Zuversicht breit, die Aktie bastelt offenbar an einem größeren Boden und könnte diesen im Erfolgsfall auch schon sehr bald positiv auflösen. Zeitgleich sieht sich das Papier jedoch zahlreichen Widerständen entgegen, hier wären zum einen der EMA 200 auf Tagesbasis um 76,74 Euro zu nennen, zum anderen der Horizontalwiderstand bei rund 77,00 Euro und die bestehende Abwärtstrendlinie. Vorbörslich präsentiert sich das Papier etwas leichter, ob diese Tendenz angesichts der schwachen Verkaufszahlen aus Ende 2018 ein guter Indikator ist, wird sich erst noch zeigen müssen.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Long-Chance bei BMW

Solange das BMW-Papier unterhalb der Mehrfachhürde von 77,00 Euro tendiert, ist kaum Handlungsbedarf seitens der Käufer gegeben. Erst darüber kann tatsächlich ein größeres Kaufsignal mit einem Zielbereich von zunächst 82,00 Euro abgeleitet werden, darüber bestünde sogar die Möglichkeit, bis an die Zwischenhochs auch Sommer 2018 um 85,25 Euro zuzulegen. Als Bestätigung sollten Investoren jedoch erst noch den Tagesschlusskurs abwarten. Eine Verlustbegrenzung kann in diesem Szenario um das Niveau des gleitenden Durchschnitts EMA 50 bei derzeit 73,22 Euro angesetzt werden. Als Anlagehorizont müssen bei diesem Schwergewicht jedoch mehrere Monate einkalkuliert werden. Unterstützungen sind hingegen um 73,22 Euro anzutreffen, darunter an dem wichtigen Niveau von 71,40 Euro. Diese Marke stellt nämlich die potenzielle rechte Schulter einer inversen SKS-Formation seit Oktober letzten Jahres dar und sollte möglichst nicht mehr unterschritten werden. In diesem Fall könnte nämlich ein Kurssturz zurück auf die Jahrestiefs von 68,11 Euro drohen.

Einstieg per Stop-Buy-Order : 78,00 Euro
Kursziel : 82,00 / 85,25 Euro
Stop : < 73,20 Euro
Risikogröße pro CFD : 4,80 Euro
Zeithorizont : 1 – 3 Monate

BMW Analyse




Rafael S. Müller ist seit 20 Jahren Vorstand und Chefanalyst der direktbroker.de AG. Der FOREX & CFD Broker direktbroker-FX gehört weltweit zu den preisgünstigsten Brokern. Trading-Einsteiger erhalten von der hauseigenen Börsenakademie umfangreich Schulungen bis hin zu einem kostenfreien Trader-Camp. Testen Sie die Konditionen jetzt mit einem kostenfreien Demokonto.


Haftungsausschluss

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Allgemein

Aktuell: Doch kein Deal USA-China? Headlines vom US-Handelsministerium

Veröffentlicht

am

Soeben Headlines vom US-Handelsministerium:

– einige Mitglieder des US-Handelsministeriums: China scheint die Forderungen der USA abzulehnen

– Chinas Haltung habe sich praktisch nicht verändert

– die USA wollen nähere Auskünfte über Vorgehen Chinas in Sachen Datendiebstahl

Die US-Futures deutlich tiefer..

weiterlesen

Allgemein

Artikel 13 aktuell: Jede Menge PRO, jede Menge CONTRA

Veröffentlicht

am

Zum Thema Artikel 13 des neuen EU-Urheberrechts wurden nun schon so viele Argumente ausgetauscht. Aktuell kann man in sozialen Medien ganz klar beobachten, dass von beiden Seiten offene Briefe veröffentlicht werden, oder dass Gruppen von Künstlern oder Lobbyorganisationen verkünden, dass so und so viele Künstler dafür oder dagegen sind. Damit soll natürlich für den Betrachter der jeweiligen Nachricht der Eindruck erweckt werden, dass „die Künstler“ ja eigentlich alle EINE bestimmte Meinung haben. Dass wir von FMW beim Thema Artikel 13 parteiisch sind und ihn ablehnen, sollte inzwischen kein Geheimnis mehr sein! Aber wir denken bei so einem Thema klar Stellung zu beziehen ist nicht so schlimm, denn große Leitmedien haben ja auch ganz klar Stellung bezogen, nämlich pro Artikel 13. Nur erwähnen sie es nicht – sie berichten aber tendenziös in diese Richtung.

Gegen Artikel 13

Aktuell hat ein Unternehmer aus Deutschland einen offenen Brief präsentiert, der auch an alle EU-Parlamentarier verschickt wurde. Unterschrieben haben ihn 130 Unternehmen und Organisationen (hier nachzulesen im Original). Hier die Headline-Aussage:

Nextcloud Founder and CEO Frank Karlitschek addresses an open letter urging members of the EU Parliament to vote against Articles 11 and 13 of the proposed Copyright Directive. The letter, which was signed by more than 130 companies and business alliances from 16 European countries, was sent to each member of the EU Parliament. As founder and CEO of Nextcloud I fear that Articles 11 and 13 of this directive create a serious disadvantage for European startups. The fact that more than 100 companies from different European countries signed our text within a few days shows that I am far from being the only one. I urge every politician to protect European businesses and vote against Article 11 and Article 13.

Auch gibt es aktuell eine sehr beeindruckende Analyse (hier nachzulesen), wer zukünftig unter Artikel 13 die wahren Profiteure sein werden, und wie sich das neue Gesetz real auswirken wird auf Medienschaffende. Die Analyse ist (unsere subjektive Wahrnehmung) bestechend!

Pro Artikel 13

Die Befürworter von Artikel 13 haben ein „Manifest“ veröffentlicht (hier einzusehen). Initiiert wurde es von der grünen EU-Abgeordneten Helga Trüpel, der wir ja vorhin schon einen eigenen Artikel gewidmet haben. Sie postet auf Twitter derzeit gefühlt 1000 Mal pro Tag etwas pro Artikel 13. Und dann nutzt sie das Neuseeland-Attentat um damit unsäglich für ein neues Urheberrecht zu werben. Aktuell (10 Minuten nach unserem Artikel) fühlte sie sich wohl dazu genötigt klarzustellen, dass ihr Tweet natürlich nichts mit Artikel 13 zu tun gehabt habe. Na ja… sie tweetete von neuen „guten Regeln für die kommerziellen Plattformen“, die nötig seien. Aber ständig postet sie sonst nur (!) zu Artikel 13. Also darf man ihren Tweet doch wohl klar in einen Kontext zu diesem Thema setzen!

Ein jüngst veröffentlichtes angebliches Umfrageergebnis der Lobbyorganisation Article 13 zeigt, dass die Bürger in der EU angeblich total pro Artikel 13 eingestellt sind. So wollen sie mehrheitlich, dass die US-Tech-Giganten stärker reguliert werden, und dass Künstler in der EU mehr Geld erhalten sollen usw. Tja, es kommt halt immer darauf an, was man fragt, und wie man fragt. Fragt man zum Beispiel „wollen sie reich werden“, würden wohl fast 100% der Menschen mit JA antworten. Aber würde man fragen „Wissen Sie, wie Sie reich werden können“, dann würden wohl nur ganz wenige Prozentpunkte mit JA antworten.

Extrem aktiv in Sachen Artikel 13 ist derzeit eine der Lobbygruppen für Urheber schlechthin, die GEMA. By the way… kein Gegner von Artikel 13 hat je behauptet, dass er gegen eine verbesserte Vergütung von Künstlern sei. Alternativvorschläge von Gegnern für eine bessere Künstlervergütung (ohne Uploadfilter) wurden bloß von Axel Voss und Co konsequent ignoriert, auch schon vor mehreren Monaten. Ein wahres Feuerwerk an Tweets haut die GEMA derzeit täglich raus, welche Künstler denn alle für Artikel 13 sind. Hier nur einige Beispiele.

Axel Voss

Der „Chef-Lobbyist der Verlage“ (so sagen es „Spötter“ auf Demos) Axel Voss von der CDU zeigt sich trotz diverser Interviews, trotz seines Zurückruderns beim „Verbot von YouTube“ etc weiterhin unbeirrt. Trotz all der Fakten, all der Argumente der Gegenseite, bringt er ganz aktuell ein kurzes Promo-Video seiner Partei zu Ariktel 13, das alle Kritik und alle Probleme wie immer total ignoriert. Alles werde problemlos laufen, Memes seien zukünftig weiterhin erlaubt, Uploadfilter seien nicht zwingend notwendig. Parodien und Zitate seien ebenfalls weiterhin möglich. Ja, und die real anstehenden technischen Probleme? Die werden nicht erwähnt.

Urheberrechtsreform:Ist das freie Internet in Gefahr?NEIN!

Gepostet von Axel Voss am Dienstag, 19. März 2019

Dass Axel Voss von der ganz realen technischen Umsetzung seines „Babys“ und von konkreten Alltagsvorgängen in Social Media-Plattformen nur „begrenzt“ Ahnung hat, kann man ansatzweise erahnen im folgenden Video. Wird es konkret, fallen ihm Antworten sichtlich schwer (oder bilden wir uns das nur ein?).

Diskussion

Wer zwischen den Stühlen steht, und doch gerne mal sehen möchte, wie Pro und Contra zu Artikel 13 ihre Argumente austauschen, ist im folgenden Video gut aufgehoben. Mehrere Befürworter und Gegner haben gestern Abend diskutiert. Im Video geht es los ab Minute 14, daher bitte bis dorthin vorspulen.

Demo gegen Artikel 13 am 2. März in Berlin
Ein Demo-Bild vom 2. März in Berlin. Foto: Gero Nagel – https://zweifeln.org/2019/Copyright-Riotcop/ CC BY 4.0

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen