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Deutsche Saubermänner aus der Autobranche

Markus Fugmann

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am

Von Markus Fugmann

BMW und Daimler haben heute einträchtig darauf hingewiesen, dass man nicht wie Volkswagen manipuliert habe. Zumindest nicht offiziell manipuliert hat. Denn allen ist ohnehin klar, dass die Testverfahrten aus den 90er-Jahren stammen – also streng genommen aus dem letzten Jahrtausend. Und da man in Godd Old Germany auch nicht ganz doof ist, weiß man schon genau, wie man unter den in Deutschland sowieso großzügigen Werten bleiben kann.

Und so schallt es heute siegessicher aus München und dem Schwabenland: wir waren und sind sauber. Und bei BMW heisst es: bei uns wird „nicht manipuliert“. Klar, weil mia san mia, und während der Wiesn lassen wir uns sowieso nicht anpinckeln.

Bei Daimler heisst es dagegen mit schwäbischer Nüchternheit: „Eine Funktion, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränkt, kam nie und kommt bei Daimler nicht zum Einsatz. (..) Den Vorwurf der Manipulation unserer Fahrzeuge bei Emissionsmessungen weisen wir auf das Schärfste zurück“.

Auf das Schärfste! Aber gestern hatte die Umweltschutzorganisation DUH verlautbart, man verfüge über „detaillierte Hinweise auf illegale Abgasmanipulationen“. Wenn jemand behauptet, er verfüge über detaillierte Informationen, ist er seiner Sache in der Regel ziemlich sicher. Daimler und BMW haben heute mitgeteilt, man behalte sich rechtliche Schritt gegen DUH vor.

Wie auch immer: die Abweichung zwischen den Herstellerangaben und den faktischen Emissionen ist und bleibt ein Skandal, auch wenn nicht wie bei Volkswagen eine Manipulation-Software genutzt wurde für die Tests.

A propos Volkswagen: 27 US-Staaten haben heute eine gemeinsamte Untersuchung begonnen, darunter auch Kalifornien, wo der VW-Skandal ja ins Rollen gekommen war. Worum geht es:

“This investigation will determine whether deceptive trade practices were used to convince consumers that their cars were environmentally friendly, when they weren’t”.

Und genau das ist doch der eigentliche Punkt: auch andere Hersteller behaupten, dass ihre Diesel-Fahrzeuge einigermaßen überschaubare Emissionen ausstoßen. Und das ist der eigentliche Betrug – Volkswagen hat es mit der Software nur auf die Spitze getrieben!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    joah

    25. September 2015 17:01 at 17:01

    Der Eigentliche Skandal ist das doofe Völkchen hier, welches dieses hiesige Land „besetzt“: es macht aus eine Mücke einen Elefanten und bläst ihn dann noch soweit auf, als das man ihn als Stratossphärenballon benutzen könnte. Anbei ein paar Beispiele anderer Vorbildfahrzeuge von über’m großen Teich:

    https://www.youtube.com/watch?v=AETpNL_LaIc
    https://www.youtube.com/watch?v=22b27P9Pk9E
    https://www.youtube.com/watch?v=B1epExVwBfI
    https://www.youtube.com/watch?v=gyMM8hU0kCQ
    https://www.youtube.com/watch?v=Z-ZoCIMqIaI
    (da hat nie jemand es gewagt zu prüfen!!!)

    Wer es jetzt noch nicht verstanden haben sollte worauf ich hinaus will, der lese meinen früheren Kommentar:
    http://finanzmarktwelt.de/winterkorn-will-bleiben-es-waren-die-fehler-einiger-weniger-19004/#comment-4548

    • Avatar

      joah

      25. September 2015 17:08 at 17:08

      der Deutsche ist sein eigener Feind:
      „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“
      Napoléon Bonaparte

  2. Avatar

    V

    25. September 2015 17:22 at 17:22

    Das ist jetzt „in“, nur auf die deutschen autobauer einzuhauen. Man sollte sich alle anderen nicht-deutschen Dieselproduzenten anschauen und wird feststellen, dass es hier auch massive Abweichungen gibt.

    Diese ganze Dieseldiskussion ist scheinheilig. Klar, betrügen geht nicht, aber Elektromobilität ist noch dreckiger als der Diesel, wenn der Strom wie in USA vorwiegend aus Kohle stammt. Darüber regt sich nur kein Ami auf. Auch nicht, dass der durchschnittliche Amischlitten 3x mehr CO2 in die Athmosphäre bläst. Wenn man hochrechnet wieviel Menschen die Klimakathastrophen das Leben kosten müssten die alle sofort vom Markt genommen werden.

    Also Markus, bitte Gehirn einschalten, nicht in dieses uns-selber-bashing verfallen und sachlich bleiben! Die Amis nutzen dies gnadenlos um ihre rückständige Autoindustrie zu schützen. Da sollten wir nicht noch mitmachen und die letzten europäischen Industrie-Flecken zerstören. Dann ist Europa bald nur noch wie Griechenland.

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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