Allgemein

Arbeitsmarkt stabil – bis jetzt immun gegen Krisen

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich auch im November stabil. Weniger Arbeitslose, und das bei Energiekrise, Inflation, Flüchtlingswelle.

Gebäude der Bundesagentur für Arbeit

Die Aufnahme vieler Flüchtlinge vor allem aus der Ukraine in die Statistik müsste doch die Zahl der Arbeitslosen sprunghaft erhöhen? Inflation und Energiekrise sorgen für massive wirtschaftliche Verwerfungen, viele Betriebe sind am Ende oder stehen kurz vor dem Aus. Aber es scheint den Arbeitsmarkt nicht ins Wanken zu bringen. Die Zahlen bleiben stabil, so auch ganz aktuell. Heute hat die Bundesagentur für Arbeit die neuesten Daten für November veröffentlicht.

Arbeitsmarkt zeigt sich robust

Und siehe da: Die Arbeitslosenquote bleibt gegenüber Oktober unverändert bei 5,3 %. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt im Monatsvergleich sogar um 8.000 auf 2,434 Millionen offiziell Arbeitslose. Im Jahresvergleich zu November 2021 steigt die Zahl um 116.954 Arbeitslose – die Arbeitslosenquote lag damals bei 5,1 %. Man muss es schon sagen: Bei den enormen Herausforderungen ist dieser Anstieg im Jahresvergleich kaum erwähnenswert. Der Arbeitsmarkt bleibt stabil. Durch Corona-Verschiebungen zwischen den Branchen und vor allem durch den brutal zuschlagenden Demografiewandel scheint es so zu sein, dass arbeitslos werdende Menschen schnell woanders eine Arbeit finden. Nur stellt sich die Frage: Auch zu vergleichbar guten Gehältern wie vorher? Oder läuft hier für viele Menschen ein sozialer Abstieg in Form sinkender Löhne durch den Wechsel des Arbeitsplatzes?

Aktuelle Daten für den deutschen Arbeitsmarkt

Kurzarbeit nimmt zu

Schon in der Coronakrise war die Kurzarbeit ein gutes Instrument, das den Arbeitgebern dabei half ihre Beschäftigten im Betrieb zu halten. Rein optisch sorgte die Kurzarbeit auch für eine geringe Arbeitslosigkeit. Aktuell nimmt die Zahl der Betroffenen wieder zu, ist aber noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Zitat von der Bundesagentur für Arbeit: Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 24. November für 82.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis September 2022 zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit in diesem Monat für 157.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Damit hat sich die Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit gegenüber dem Vormonat etwas mehr als verdoppelt.

Die folgende Langfristgrafik, die bis 2008 zurückreicht, zeigt: Die Arbeitslosigkeit sinkt langfristig, und jüngst ist kein wirklicher Sprung nach oben sichtbar.

Langfristig sinkende Arbeitslosigkeit

Hier weitere Details im Wortlaut aus der Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit:

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuem Personal ist zwar weiterhin hoch, hatte sich zuletzt aber spürbar abgeschwächt. So waren 823.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 15.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen gegenüber dem Vormonat um 7.000 verringert. Der BA-Stellenindex (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland, der neben dem Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auch den Zugang berücksichtigt – blieb im November 2022 unverändert bei 128 Punkten.

Geldleistungen bei Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit

695.000 Personen erhielten im November 2022 Arbeitslosengeld, 18.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im November bei 3.804.000. Gegenüber November 2021 war dies ein Anstieg um 191.000 Personen. 7,0 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Daten und Grafiken: Bundesagentur für Arbeit



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage