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Powell-Rede im Fokus Goldpreis: Die Spannung steigt – Angriff auf 1.800-Dollar-Marke?

Goldpreis: Die Spannung steigt – Angriff auf 1.800-Dollar-Marke?

Die für den Abend geplante Rede von Fed-Chef Jerome Powell ist neben dem US-Arbeitsmarktbericht ein besonderes Highlight in dieser Woche. Mit Spannung blicken die Marktteilnehmer auf die Rede, die dem Goldpreis neue Impulse verleihen könnte. Gold steckt mitten in einer interessanten Phase, es deutet nämlich einiges darauf hin, dass der Goldpreis Fahrt in Richtung der 1.800-Dollar-Marke aufnimmt.

Um 19.30 Uhr dürfte Fed-Chef Powell neue Hinweise zur künftigen US-Geldpolitik liefern und damit die Märkte in Bewegung bringen. Zuletzt hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass die US-Notenbank das Tempo der Zinserhöhungen möglicherweise verlangsamt. Nach vier Jumbo-Zinsschritten von 75 Basispunkten in Folge, ist es nachvollziehbar, dass die Fed den Fuß etwas vom Gaspedal nimmt. Ein baldiges Ende der restriktiven Geldpolitik gilt allerdings als unwahrscheinlich. Ganz im Gegenteil. Wie die Fed zuletzt durchblicken ließ, dürfte die Terminal-Rate sogar höher ausfallen als man noch vor wenigen Monaten gedacht hat. Kurz gesagt, die Fed lässt es wahrscheinlich langsamer angehen, dürfte die Zinsen aber höher und länger anheben. Dem Goldpreis hat es geholfen, dieser profitiert von der jüngsten Korrektur im Dollar-Index und den fallenden US-Anleiherenditen.

Frische Impulse für Gold

Allein die Tatsache, dass die Federal Reserve erwägt, eine mildere Gangart bei den Zinserhöhungen einzuschlagen, hat dem gelben Edelmetall zu einer eindrucksvollen Rally verholfen. Ausgehend von dem Dreifachtief bei 1.617 USD kletterte der Goldpreis zuletzt bis auf ein Verlaufshoch bei 1.786 US-Dollar. Nach einer Zwischenkorrektur nähern sich die Notierungen wieder an das jüngst markiertes Hoch an – aktuell handelt Gold bei 1.760 Dollar.

In den USA scheint der Inflationsdruck spürbar nachzulassen, zudem scheint der Peak überschritten, was dem Goldpreis paradoxerweise zu einem Comeback verholfen hat. Das liegt vor allem daran, dass die Zinssorgen nachgelassen und somit der Dollar und die US-Renditen deutlich nachgegeben haben, was dem Goldpreis schließlich Auftrieb verliehen hat. Angesichts der negativen Korrelation zum Dollar stand der Goldpreis lange Zeit unter Druck. Hohe Renditen auf US-Staatsanleihen und die dynamische Rally des Dollars lieferten ein klares Verkaufssignal für das gelbe Edelmetall. Nun wächst die Hoffnung, dass die Zinsängste weiter nachlassen und das gelbe Edelmetall seinen Höhenflug fortsetzt.

Frische Impulse für Gold dürfte zunächst die Rede von Powell am Abend liefern. Aber auch die Veröffentlichung der PCE-Kernrate am Donnerstag sowie der Arbeitsmarktbericht (Non-farm Payrolls) am Freitag könnten den Goldpreis beeinflussen.

Goldpreis: Nächstes Ziel 1.800 Dollar

Der Goldpreis entwickelt sich derzeit positiv. Aus technischer Sicht könnte bereits die nächste Aufwärtswelle laufen. Springt der Preis für Gold über die Hürde von 1.764 USD, dann wäre der Weg in Richtung des Hochs bei 1.786 USD geebnet. Bei einem Ausbruch über das Verlaufshoch rücken die 200-Tage-Linie bei 1.798 und der horizontale Widerstand bei 1.806 USD in den Fokus. Mit einem Anstieg über das August-Hoch wäre der Aufwärtstrend bestätigt. Das nächst große Ziel liegt dann bei 1.874 USD. Allerdings dürfte es zuvor noch zu einer Konsolidierung des laufenden Aufwärtsimpulses kommen.

Aus Sicht der Bullen sollte der Goldpreis jedoch nicht mehr unter die Unterstützung bei 1.724 USD fallen. In diesem Fall könnte der Abwärtsdruck zunehmen. Ein Rückfall unter 1.682 Dollar würde gar den gesamten Fortschritt zunichtemachen.

Gold: Nächste Aufwärtswelle - Ziel 1.800 und 1.806 Dollar - Fed Powell im Fokus

Gold – Chart von TradingView

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1 Kommentar

  1. So schnell geht es noch nicht.
    Für mich, als Verschwörungstheoretiker, der sich seit 2019 auf den großen Knall vorbereitet, sind doch etwa 52 % steuerfreie Kurssteigerung (in Euro) bei Gold auch nicht schlecht.
    Natürlich wird Gold auch langfristig weiter steigen, auch wenn die Zinsen noch weiter steigen.
    Aber es dauert eben.
    Die Inflation ist aber locker geschlagen worden.
    Auch langfristig, denn ich denke nicht, dass die Preise sich seit 2000 mehr als versechsfacht haben.
    Warten wir es mal ab, was kommt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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