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Tschüß deutsche Immobilienblase! Wohnimmobilienkreditrichtlinie: weniger Kredite, fallende Preise!

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Von Markus Fugmann

Die Preise für Wohnimmobilien in deutschen Großstädten steigen und steigen – in den letzten fünf Jahren alleine um 45%! Aber damit könnte, damit wird wohl eher bald Schluß sein. Der Grund: die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WKR), die am 4. Februar 2014 von der EU beschlossen wurde und binnen zwei Jahren, sprich jetzt, in die nationale Gesetzgebungen umzusetzen ist (für Deutschland siehe die Texte hier). In dieser Woche werden erste Banken in Deutschland beginnen, diese Richtlinie umzusetzen – mit vermutlich dramatischen Konsequenzen für den deutschen Immobilienmarkt.

Dabei wird die Umsetzung dieser Richtlinie von den Banken nicht an die große Glocke gehängt – mit gutem Grund. Denn diese Richtlinie wird dazu führen, dass deutsche Banken deutlich weniger Kredite für Wohnimmobilien vergeben werden als zuvor. Denn mit dieser Richtlinie sind die Banken in der Haftung, wenn sie über die Risiken des Immobilienerwerbs nicht ausreichend aufgeklärt haaben. Und: mit dieser Richtlinie gilt, die Rückzahlung des Kredits durch den Kreditnehmer muss über die gesamte Laufzeit wahrscheinlich sein – in einigen Ländern wie UK oder Schweden zahlen die Kreditnehmer meist nur die Zinsen, tilgen aber nicht die Schulden an sich, da man von immer weiter steigenden Immobilienpreisen ausgeht.

In Deutschland ist das anders, aber dennoch sind viele Kredite auf „Kante genäht“, also sehr knapp kalkuliert. Kommt etwas dazwischen (Krankheit, Scheidung, Berufsunfähigkeit) schaut es schlecht aus – bislang haben Banken diese Risiken in Kauf genommen, nun wird der Fokus verändert: der Kunde muß unterschreiben, dass er sich solcher Risiken bewußt ist. Da Banken ab jetzt in der Haftung sind, könnte etwa ein Kunde, der nächsten Monat einen Immobilienkredit mit einer Bank abschließt, gegen die Bank klagen, wenn etwa klar wird, dass der Kunde gar keine ausreichende Rente erzielen wird um dann den Kredit bedienen zu können.

Also werden die Banken vorsichtiger und darauf drängen, dass der Kunde etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, deren Ausschüttung so hoch ist, dass er selbst im Falle einer Berufsunfähigkeit die Kredite bedienen kann. Aber das wird teuer für die Kunden, das Geld, das so in die Berufsunfähigkeitsversicherung fließt, fehlt wiederum als disponibles Cash für einen Kredit. Gleichzeitig deutet sich an, dass die Banken bei der Berechnung dessen, wieviel etwa eine 4-köpfige Familie monatlich zum Leben braucht, die Sätze steil nach oben gehen werden: bislang liegt dieser Wert ca. bei 600 Euro pro Erwachsenem, inklusive zwei Kindern wird dann meist ein Wert von 1500 Euro veranschlagt.

Nach unseren Informationen aus Bankenkreisen wird dieser Wert deutlich nach oben gehen auf ca. 1800 Euro – damit haben die Kreditnehmer deutlich weniger „Luft“ für den Kredit. Und gleichzeitig werden die Banken auf eine erhöhte Tilgungsrate drängen – eben weil es wahrscheinlich sein muß, dass der Kredit zu Lebzeiten auch voll zurück gezahlt werden kann. Das bedeutet im Klartext: die monatlichen Tilgungsraten werden deutlich steigen. Schätzungen gehen von einem Anstieg von 50% aus – das würde bedeuten, dass wer bislang 1400 Euro pro Monat zahlte, nun ca. 2100 Euro monatlich berappen muß zur Tilgung des Kredits. Und das ist ein KO-Kriterium für viele Kreditwillige!

Nach Angaben von informierten Bankenkreisen geht man innerhalb der deutschen Banken davon aus, dass sich die Zahl der vergebenen Immobilien-Kredite so um 50% reduzieren dürfte, also faktisch nur noch jeder Zweite einen Kredit bekommen wird, der zuvor kreditwürdig war! Was das für die Preisentwicklung von Immobilien bedeuten wird, kann man sich ausrechnen!

Aber das eigentliche Problem wird dann noch auf viele Kreditnehmer zukommen, die in ihren Verträgen mit der Bank keine „Prolongierung“ vereinbart haben – das gilt vor allem für viele Privatbanken wie etwa die ING Diba, Sparkassen dagagen haben meist eine Kreditanschlußgarantie gewährt, was das Problem wesentlich entschärft, da die Verträge dann nach alter Rechtslage behandelt werden.

Ohne Prolongierung bedeutet: der Kreditvertrag wurde etwa für 10 Jahre ausgehandelt und muß dann neu verlängert werden. Bei dieser Verlängerung muß der Kunde dann gemäß der neuen Richtlinie nicht nur seine Kostenstruktur lückenlos nachweisen (was bei Privatbanken meist bislang nicht erforderlich war). Die Wohnimmoblienkreditrichtlinie wird auch dafür sorgen, dass sowohl die Tilgungsrate nach oben geht als auch die Anforderungen an die Kreditwürdigkeit deutlich steigen werden, eben damit die Rückzahlung des Kredits „wahrscheinlich“ ist. Wessen Kredit bislang „knapp auf Kante genäht“ war, dürfte also kaum mehr einen Anschlußkredit bekommen, wenn sich seine Einkommenssituation in der Zwischenzeit nicht deutlich verbessert haben wird. Und das bedeutet: viele werden dann mit leeren Händen dastehen, ihre Immoblie wird zwangsversteigert, da die Anschlußfinanzierung nicht gelingt. Mit der Zunahme von Zwangsversteigerungen wiederum werden die Preise für Wohnimmobilien vor allem in Großstädten unter Druck geraten.

Daher: es ist Zeit, der Immobilienblase in deutschen Grostädten „tschüß“ zu sagen. Die Flucht in Betongold ist meist mit dem Eingehen von Klumpenrisiken verbunden, die den Sicherheitssuchenden nicht einmal bewußt sind. Jede Wette, dass viele Kreditnehmer, die keine Prolongierung in ihren Verträgen vereinbart haben, sich der neuen Gesetzeslage und der damit verbundenen Änderung der Praxis bei der Kreditvergabe nicht einmal bewußt sind. Da wird es für Tausende ein böses Erwachen geben..

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    Uwe

    7. März 2016 20:04 at 20:04

    Sehr interessanter Artikel, vielen Dank. Ich werde langsam zum finanzmarktwelt.de-Fan.

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    Wolfgang Koch

    7. März 2016 23:00 at 23:00

    Betongold,Immoblase,Minuszins&was ist wichtig fürs ca.80jhärige Leben?Alles wird immer schneller,präziser,effizienter,smartphoneiger!Hallo,Houston,ich(zum Glück bereits 57jährig) habe mindestens ein Problem!Meine Basismathematik deckt sich so gar nicht mit der italienischen Mengenlehre.Die Gretchenfrage lautet:Hat Geld einen Wert oder ist es nur ein Zahlungsmittel.Mir wurde „fälschlicherweise?,anerzogen,dass Geld einen Wert an sich darstellt,meistens den,der auf dem Schein steht.Ich werde das beenden&Gold bunkern.50/50 zu Hause&im Bankschliessfach!Geliebter Führer M.D.Wenn ich schon nicht würdig bin ein Kind von dir zu bekommen,so erhoffe ich mir zumindest erhebliche Börsengewinne!Go for Gold,Mario!Fick die Olympionikenpläze 10-37.Nur die Scnellsten,Besten,Topgedopesten,Genotenbankesten,sollen um olympische Medaillen kämpfen dürfen.Die Welt ist schliesslich kein Kuschelzoo!

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      M. Ackermann

      7. April 2016 06:34 at 06:34

      Recht haben Sie, allerdings den mit dem Bankschliessfach würde ich mir noch einmal gut überlegen. Welche Garantie haben Sie zu Ihrem Gold zu kommen, wenn Ihre Bank oder noch schlimmer aber leider sehr wahrscheinlich, das Finanzsystem in Schieflage gerät. Keine, also nie in ein Bankschliessfach, es gibt andere, sichere Möglichkeiten Vergessen Sie Zypern nicht!.

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    Jürgen Schmottens

    8. März 2016 09:45 at 09:45

    Hallo Herr Fugmann,

    vielen Dank für Ihren Beitrag – ich verfolge die Entwicklung um die Wohnimmobilienkreditrichtlinie bereits seit einiger Zeit und bin gespannt, wie sich die Gesetzesänderungen auf die Vergabepraxis bei Baufinanzierungen auswirken werden.

    Dass jetzige Kreditnehmer durch die erhöhten Anforderungen Probleme bei der Anschlussfinanzierung bekommen könnten, ist ein sehr interessanter Punkt, den Sie vorbringen. Da kann sich derjenige Schuldner glücklich schätzen, der ein Darlehen mit Volltilgung gewählt hat. Alle anderen müssten rechtzeitig darauf vorbereitet werden, dass die Konditionen bei der Prolongation strenger sein dürften – damit sich die böse Überraschung vielleicht doch abwenden lässt.

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    Thomas

    15. März 2016 22:07 at 22:07

    Ein interessantes Thema, inhaltlich finde ich aber die Schlussfolgerungen nicht korrekt.

    Wer vor 10 Jahren „auf Kante genäht“ hat, erhält jetzt doch wesentlich günstigere Zinsen, sodass doch locker 2, 3 oder % mehr Tilgung möglich sind.

    Die Schlussfolgerund des Anstiegs der Zwangsversteigerungen wird also solange nicht stattfinden, wie die Zinsen nicht wesentlich gestiegen sind.

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    rudolf

    29. März 2016 17:52 at 17:52

    Wenn Draghis Rechnung aufgeht und die Inflation so richtig in die Gänge kommt, steigen auch die Gehälter und der Immobilienkredit wird mit links bezahlt….Don’t panic!

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    Ines43

    2. Mai 2016 14:19 at 14:19

    Wenn weniger Kredite vergeben werden, wird weniger gebaut.
    Das ist gut für die Mieten, die dadurch tendenziell vor einem Einbruch geschützt werden.
    Irgendwie beruhigt mich das.
    Denn meine Wohnungen will ich nicht verkaufen sondern gut vermieten.

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    Kostas Tzavidas

    24. Mai 2016 11:53 at 11:53

    Dem Artikel kann ich voll zustimmen.
    Die Frankfurter Sparkasse will keinen „knapp“ kalkulierten Kredit gewähren, obwohl 3 Immobilien als Sicherheit dienen könnten (Der Wert der Immobilien übersteigt nachweislich den Kreditbetrag um das fünffache). Es sei denn wir legen in Höhe des Kreditbetrages eine Sparbuch an und verpfänden es zu Sicherheit an die Frankfurter Sparkasse.

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    Pinpan

    29. Mai 2016 00:37 at 00:37

    Meine Erfahrung dieser Tage:
    Geplant war ein Immobilienkauf in Deutschland.
    Mein steuerrechtlicher Wohnsitz ist nicht in Deutschland.
    Trotz extrem hohen Eigenkapital und hohem Einkommen ist annähernd keine Bank bereit, uns zu finanzieren.
    Das Problem ist mein Einkommen in Fremdwährung.
    Prinzipiell ist die Idee gut, aber es werden einige Viele von jetzt an als kreditunwürdig gelten.

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      R.

      30. Mai 2016 16:41 at 16:41

      Hallo Pinpan, das war schon immer ein Problem, denn dem Risikoprüfer bei der Bank fehlt die Sicherheit bei im Ausland verdientem Geld darin, dieses nicht pfänden zu können. Darüber hinaus wird ein Volatilitätsabschlag von mind. 20% genommen, wenn die Gehalt-Währung unterschiedlich zur Kredit-Währung ist. Fremdwährungskredite werden „normalen“ Bürgern fast nicht mehr gewährt, weil die Banken dies ebenso als zu riskant erachten (was grds. für die Mehrheit der Bevölkerung zutrifft). Zudem werden Fremdwährungskredite nur sehr kurz oder gar nicht festgeschrieben (und die Grundschulden auf dem Objekt erhalten einen 20%igen Aufschlag aufgrund der Volatilitätsgefahr). Die Lösung könnte sein: Realkredit durch noch mehr Eigenkapitaleinsatz oder Stellung von Zusatzsicherheiten erreichen und mit inländischen Einkünften (aus V+V?) rechnerisch bedienen. Ich habe es auch schon erlebt, dass die Einkünfte durch den Arbeitgeber (es war eine große internationale Anwaltskanzlei) in EUR und aus Deutschkand heraus geändert hat.

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        ECK

        2. Oktober 2016 16:28 at 16:28

        @Pinpan: Habe nun im Sept16 genau die gleiche Erfahrung machen müssen – und das bei „nur“ einem Renovierungskredit i.H.v. ca. 15% des Verkehrswertes des Hauses, < 50% Belastung auf dem Haus, hohes Netto-Einkommen (in CHF) mit viel Luft…., etc.

        Einkommen in Fremdwährung = Ablehnung des Antrags.

        @ R. : das Problem ist nicht das Risiko und ggf. Aufschläge, sondern die Verpflichtung, die der Gesetzgeber den Banken auferlegt hat, den Kreditnehmer über JEDE Kursänderung zu informieren – das muss man sich mal vorstellen !
        Eine Anforderung, mit der man automatisch diesen Weg zumacht – wahrscheinlich so gewollt… über die Hintergründe / Motivation kann frei spekuliert werden – ich nehme an: Ahnungsloigkeit, losgelöstes Politikerleben fern der Realität…
        Ich denke jeder, der in einer anderen Währung sein Geld verdient, als er einen Kreidt aufnehmen will, wird den Kurs selber sehr genau im Auge behalten…

        Bin grad ziehmlich sauer deswegen… wenn einer Rat weiss, hätte er meinen Dank sicher.

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          R

          2. Oktober 2016 21:04 at 21:04

          @ECK: Neben der unmöglichen Kursbeobachtung und gleichzeitigen Kundenkommunikation dessen, die so, wie Sie schreiben, korrekt ist, ist der zusätzliche Risikoaufschlag bei den Sicherheiten (Deutsche Bank: 20%) gesetzt. Ich selbst habe schon diverse cross-boarder-Finanzierungen begleitet: früher, vor 15 Jahren, war es signifikant einfacher. Heute ist es so, dass Sie den Antrag ggf. nur dann durchbekommen werden, wenn Sie ausreichend hohe inländische Einkünfte (aus V+V?) generieren. Ansonsten sehe ich bei Ihrem Antrag erhebliche Probleme. Zumal die KI kein großes Interesse haben, „kleinere“ Anfragen mit erheblichem Aufwand und höherem (u.a. regulatorischem) Risiko zu bearbeiten. Kurzum (ohne alle Details zu kennen): Sie werden wahrscheinlich nicht umhin kommen, den Überschuss aus Ihrem hohen CHF-Einkommen als EK in die Renovierung einzusetzen. Ist sicher nicht so gewünscht, aber offenbar alternativlos.

          • Avatar

            ECK

            3. Oktober 2016 10:23 at 10:23

            danke R.
            Klar kann ich die Renovierungen auch „on-the-go“ aus den laufenden Einnahmen finanzieren, aber schöner wäre es, alles auf einen Schlag zu machen und die verbesserte Wohnqualität sofort nutzen zu können, statt 5+ Jahre laufend irgendwelche Baustellen im/am Haus zu Haben… ich denke, dass ich einen privaten Darlehensgeber finden werde….

  9. Avatar

    Jan

    1. Juli 2016 11:30 at 11:30

    Sehr guter Artikel – einfacher zu verstehen als die anderen zu dieser Problematik. Das Schlimme ist meiner Meinung nach, dass alles unter den Tisch geschoben wird.
    Jedoch stimme ich Ines43 zu. Ich als Kapitalanleger möchte langfristig stabile Mieteinnahmen haben.

    • Avatar

      schrittzaehler-armband-test.de

      1. Juli 2016 11:31 at 11:31

      Sehr guter Artikel – einfacher zu verstehen als die anderen zu dieser Problematik. Das Schlimme ist meiner Meinung nach, dass alles unter den Tisch geschoben wird.
      Jedoch stimme ich Ines43 zu. Ich als Kapitalanleger möchte langfristig stabile Mieteinnahmen haben.

    • Avatar

      R.

      1. Juli 2016 11:42 at 11:42

      Das ist interessant. Wo und wie haben Sie das erlebt, dass die Wohnimmobilienkreditrichtlinie „unter den Tisch geschoben“ wird? Ich erlebe es eher so, dass die Banken sich dahinter verstecken und z.T. unerfüllbare Forderungen aufstellen, eine Immobilie zu finanzieren.

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    Porath Werner J.

    20. Juli 2016 14:50 at 14:50

    Das ist schon lange kein Geheimnis mehr! Und grunstätzlich bestand das Risiko, seine Immobilie zu verlieren und dazu auf einem Schuldenberg sitzen zu bleiben schon immer, wenn der Kredit nicht mehr zurückgezahlt werden konnte.
    Ein wichtiger Grund mehr, alternative Möglichkeiten zu nutzen, die unabhängig sind von Banken und Bausparkassen.
    Und das ist gar nicht so schwierig und bedeutend weniger riskant.

  11. Avatar

    andi

    5. September 2016 11:43 at 11:43

    Darf der Staat beliebig Schulden machen und damit noch Geld verdienen während er seinen Bürgern das Recht verwehrt? Durch die WKR wird der Staat viele Bürger ruinieren was eigentlich schon durch das Grundgesetz verboten ist.

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    Freddy

    12. September 2016 17:22 at 17:22

    Wer in den zurückliegenden Jahrzehnten, egal wann, eine Immobilie gekauft hat, kann sich heute über gute Wertzuwächse freuen. Schon früher hieß es oft „zu teuer“. Seit und solange es Gewerkschaften gibt, die für Lohnsteigerungen sorgen, werden die Neubau-Preise steigen. – Warum muss denn auf einmal das Haus, die Wohnung zum Rentenalter abbezahlt sein. Miete hört ja auch nicht mit dem Renteneintritt auf.

    Wenn man ernsthaft etwas für den Verbraucher tun wollte hätte man die Gier der Banken einschränken müssen. Kommt der Kreditnehmer ins straucheln wird nach 3 Monaten die Verwertung eingeleitet . Die Strauchelgründe sind schon immer die gewesen, vor denen man den unmündigen Verbraucher jetzt bewahren will – Krankheit, Trennung, Verlust des Arbeitsplatzes, Pech. Hier wäre es sinnvoll und im Bürgerinteresse den Banken andere Verhaltensregeln in ihr Bedingungen zu schreiben. “ Kundengespräche über die neue Situation, wie können wir helfen? Und ein Wohlverhaltenszeitraum von 1 bis 2 Jahren, damit der Kunde seine Dinge regeln kann, bis hin zum eigenhändigen Verkauf “ — Ich glaube die Umsetzung dieses Gesetzes ist von ideologisch geblendeten, praxisfernen Laien Gestrick worden, die sich unter dem Banner “ Denn sie wissen nicht was sie tun “ zusammen gefunden haben.

  13. Avatar

    Prugger Maximilian

    27. November 2016 18:20 at 18:20

    Ich halte diese EU-Richtlinie für die Vergabe von Wohnbaukrediten für einen handfesten Skandal. Angeblich will man die Konsumenten vor sich selbst schützen, hindert sie aber beträchtlich am Aufbau von Werten und letztlich am Erwerb eines Bausteins für die Altersvorsorge. Diese nun in Gesetz gegossene Richtlinie nimmt nicht zur Kenntnis, dass eine Bank auch ohne EU-Regeln nicht darin interessiert ist, die Darlehensnehmer zu überfordern und in einer Krisensituation das Eigenheim ihrer Kunden zu versteigern. Die deutschen Bürger und auch die Banken übernehmen sehr wohl Verantwortung für ihr Tun und Handel beim Immobilienerwerb und brauchen keine Entmündigung durch eine EU. Aber das wirkliche Ziel der EU ist: Die Bürger sollen nicht sparen oder Vermögenswerte aufbauen, sondern ihr Einkommen und ihr Barvermögen in den Konsum geben, damit die Steuerkassen gefüllt bleiben. Die beabsichtige Abschaffung des Bargeldes und bereits jetzt zu zahlende Negativzinsen bei Banken sind der schlagende Beweis.

    • Avatar

      Max Musermann

      13. Juni 2017 14:37 at 14:37

      Ich kann dem nur zustimmen der man bietet Deutschland dem Ausverkauf durch globale Investmentfunds an und hindert das Deutsche die im Ausland leben an einer Rückkehr ins eigene Land. Handfester Skandal.

  14. Avatar

    Henry Clark

    16. Januar 2017 17:49 at 17:49

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Europa

Deutschland: Abhängigkeit von China und vom Handelsstreit

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Deutschland ist gerade noch einmal einer technischen Rezession entkommen und die Wirtschaftsindikatoren deuten zumindest auf eine weitere Stabilisierung hin. Kann es deshalb 2020 wieder nach oben gehen für das exportorientierte Land – oder müssen andere Regionen mitziehen, damit der Industriesektor des ehemaligen Exportweltmeisters wieder auf die Beine kommt? Vermutlich ja, es braucht der Unterstützung anderer, wie es die folgenden Daten und Fakten nahe legen.

 

Die bisherigen Auswirkungen Wirkungen des Handelsstreits

Klar leidet das Exportland Deutschland stark an den Folgen eines Handelsstreits, der die Industrieproduktion von vielen Ländern ins Schrumpfen gebracht hat: Abzulesen an den Produktionsziffern im Verarbeitenden Gewerbe, die über eineinhalb Jahre gefallen waren. Auf der anderen Seite profitiert man immer noch von der laufenden Konjunktur in den USA, man übernahm quasi einen Teil der Rückgänge aus dem Streit zwischen den USA und China, mit dem Ergebnis eines wachsenden Handelsbilanzdefizits zu den Vereinigten Staaten – sehr zum Missfallen von US-Präsident Trump. Allerdings kann dieser jetzt keinen zweiten Handelskriegsschauplatz aufbauen, knapp ein Jahr vor seinem großen Wahlziel.

 

Die Bedeutung Chinas für Deutschland und die Welt

Der Aufstieg Chinas insbesondere nach der Finanzkrise – im Jahr 2010 wurde man zur Nummer zwei in der Welt – hat viele Staaten in eine wirtschaftliche Abhängigkeit mit dem Riesenreich gebracht. Laut statista betrug der Anteil am kaufkraftbereinigten globalen Bruttoinlandsprodukt der Welt 2018 bereits über 18 Prozent. Für 33 Länder ist China der wichtigste Absatzmarkt und für 66 Länder steht China als Importland an erster Stelle. Das gilt ganz besonders für Deutschland, wie es aktuelle Studien wieder zeigen. Zwar boomt der Konsum auch in Deutschland, er macht in etwa die Hälfte der Wirtschaft in Deutschland aus und damit weniger als in den USA mit ihren viel zitierten 70 Prozent. Aber es gibt noch einen gravierenden Unterschied, wie die Ökonomin vom Bundesverband der deutschen Industrie BDI, Annika Mildner, herausstellt:

Deutschlands Abhängigkeit vom internationalen Handel, also Exporte und Importe zusammengefasst, würden 87 Prozent vom BIP ausmachen – in den USA vergleichsweise niedrige 27 Prozent. Deshalb wähnt man sich auch noch so sicher auf der amerikanischen „Konsuminsel“. Damit ist Deutschlands Wirtschaft auch Haupt-Leittragende, wenn irgendwo Zollschranken aufgebaut werden. Keine sehr neue Erkenntnis – und da wir wieder bei der Bedeutung Chinas für Deutschland:

Nach einer aktuellen Studie der deutschen Handelskammer fühlen sich bereits 83 Prozent der in China tätigen Unternehmen vom Handelsstreit direkt betroffen, 2018 waren es erst 30 Prozent. Hierbei steht die deutsche Automobilindustrie wieder an vorderster Stelle. Fast 70 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung des Marktes 2020.

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Europa

Handelsbilanz der EU: Dramatische Verschlechterung für Donald Trump

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Cointainerschiff Hafen Beispielfoto

Donald Trump hat im großen Bild gesehen mehrere Ziele. Die Mauer zu Mexiko ist wichtig, die Re-Industrialisierung der USA, und vor allem der Abbau des großen Defizits der USA in ihrer Handelsbilanz. Die USA importieren deutlich mehr, als dass sie exportieren – das ist ein Dauerzustand. Daher müssen sich US-Verbraucher, Kommunen und Staat immer mehr verschulden um die Importe bezahlen zu können. Somit fließt konstant Geld aus den USA ab. Die Handelsbilanz der EU für den Warenverkehr mit dem Ausland zeigt seit einiger Zeit eine dramatische Verbesserung gegenüber den USA – so auch heute.

In diesem Zusammenhang möchte man aktuell sagen: Leute, bitte, dass niemand die folgenden Daten dem Donald Trump heute früh auf den Schreibtisch legt. Dann könnte er spontan auf die Idee kommen zum Beispiel jetzt Autozölle gegen die EU einzuführen. Denn die bösen Europäer wie auch die bösen Chinesen haben ja die armen Amerikaner seit Jahrzehnten mit ihren Exporten über den Tisch gezogen!?! Die Amerikaner wurden also genötigt deutsche Autos und chinesische Fernseher zu kaufen? Naja, aber genug davon. Zu den Zahlen.

Handelsbilanz dramatisch verschlechtert für die USA

Eurostat veröffentlicht für die Handelsbilanz im Warenverkehr gegenüber einzelnen Handelspartnern immer Year to date-Zahlen, also von Jahresanfang bis zum aktuellen Zeitpunkt. Letzten Monat lag der Überschuss der EU in der Handelsbilanz gegenüber den USA von Januar-August bei 102,7 Milliarden Euro nach +90,6 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Heute haben wir die Zahlen für Januar-September erhalten, also ein größerer Bezugszeitraum. Hier liegt der EU-Überschuss gegen die USA bei 115,2 Milliarden Euro nach 101,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Wie gesagt, dass bloß niemand Donald Trump davon erzählt!

Übrigens: Was die EU bei den Amerikanern „abzwackt“, verliert man an die Chinesen. Das EU-Defizit in der Handelsbilanz mit Waren gegenüber China liegt für Januar-September bei 145,5 Milliarden Euro nach -131,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Auch hier verschlechtern sich die Werte gegenüber dem Zeitraum Januar-August. Vereinfacht gesagt nur bezogen auf die drei großen Blöcke USA, China und EU kann man sagen: China produziert die große Masse der Waren. EU und USA sind übelst defizitär gegenüber China. Aber die EU kann dieses Defizit zu großen Teilen ausgleichen, in dem man kräftig in die USA exportiert. Die Amerikaner können ihr China-Defizit aber nicht ausgleichen, und sind deftig im Minus!

Handelsbilanz EU Januar-September

Hier weitere aktuelle Daten zur aktuellen Handelsbilanz von Eurostat im Wortlaut:

Nach ersten Schätzungen lagen die Warenausfuhren des Euroraums (ER19) in die restliche Welt im September 2019 bei 196,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 5,2% gegenüber September 2018 (186,5 Mrd.). Die Einfuhren aus der restlichen Welt beliefen sich auf 177,6 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 2,1% gegenüber September 2018 (173,9 Mrd.). Infolgedessen registrierte der Euroraum im September 2019 einen Überschuss von 18,7 Mrd. Euro im Warenverkehr mit der restlichen Welt, gegenüber +12,6 Mrd. im September 2018. Der Intra-Euroraum-Handel belief sich im September 2019 auf 163,4 Mrd. Euro, ein Anstieg von 0,9% gegenüber September 2018.

Im Zeitraum Januar-September 2019 beliefen sich die Warenausfuhren des Euroraums in die restliche Welt auf 1 741,9 Mrd. Euro (ein Anstieg von 2,9% gegenüber Januar-September 2018) und die Einfuhren auf 1 586,3 Mrd. (ein Anstieg von 2,7% gegenüber dem Vorjahr). Infolgedessen verzeichnete der Euroraum einen Überschuss von 155,5 Mrd. Euro, gegenüber +147,3 Mrd. im Zeitraum Januar-September 2018. Der Intra-Euroraum-Handel belief sich im Zeitraum Januar-September 2019 auf 1 470,9 Mrd. Euro, ein Anstieg von 1,4% gegenüber JanuarSeptember 2018.

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone Oktober – Energie zieht den Durchschnitt weiter nach unten

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Die Verbraucherpreise für die Eurozone für den Monat Oktober wurden soeben in ihrer ausführlichen Fassung veröffentlicht. Sie steigen wie erwartet um 0,7% nach 0,8% im September. Die Steigerungsrate wird immer schwächer! Die Energiepreise innerhalb der Verbraucherpreise ziehen den Gesamtschnitt brutal nach unten. Energie liegt bei -3,1% im Jahresvergleich, nach -1,8%, -0,6% und +0,5% in den Vormonaten. Lebensmittel können den Schnitt ein wenig stabilisieren mit +1,5%. Italien liegt in der Gesamtrate nur noch bei 0,2%, und Griechenland sogar schon bei -0,3%. Hier weitere Details von Eurostat im Wortlaut:

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Zypern (-0,5%), Griechenland (-0,3%) und Portugal (-0,1%) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Rumänien (3,2%), Ungarn (3,0%) und der Slowakei (2,9%) gemessen. Gegenüber September ging die jährliche Inflationsrate in fünfzehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in acht unverändert und stieg in fünf an. Im Oktober kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Dienstleistungen (+0,69 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,29 Pp.), Industriegütern ohne Energie (+0,07 Pp.) sowie Energie (-0,32 Pp.).

Verbraucherpreise Eurozone

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