Indizes

Die aktuelle Lage an den Märkten – und das Dilemma der US-Fondsmanager

Gestern hatten wir noch die Frage gestellt: Wird man an der Wall Street die geplatzten Hoffnungen im Handelskrieg wieder abverkaufen? Die Antwort ist eindeutig ja und der S&P 500 rutschte sogar zurück in den Korrekturmodus (-10%). Nach vier Wochen Anstieg in den US-Indizes kam die Korrektur aufgrund der Überkauftheit der Märkte wahrlich nicht überraschend.

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Aber ein Aspekt kam bei unserer Betrachtung der Märkte noch nicht explizit zur Sprache. Im Dezember, als die Märkte so unglaublich heftig korrigierten, kamen Hedgefonds und Publikumsfonds so richtig in die Bredouille. Fonds reduzierten ihre Investitionsquote auf extrem niedrige 59%, zugleich sicherte man sich am Optionsmarkt stark gegen weitere Verluste ab – der VIX stieg auf Höhen über 35 (aktuell 20). Dann kam die dovishe Rede des US-Notenbankchefs Powell und die Kurse erholten sich zusehends. Die Folge war eine erzwungene Eindeckung der Fonds, um nicht von den passiven Fonds noch mehr abgehängt zu werden.

Zu Beginn dieser Woche war der Investitionsgrad der Fonds auf 75% gestiegen und damit auf das höchste Niveau seit Oktober, sogar der Fear & Greed-Index von CNN war von seinem Extremwert von 2 auf neutrale 44 Punkte gestiegen. Zuletzt kamen diese wundersamen Meldungen um die Teileinigung im Defizitstreit zwischen den USA und China, infolge dessen der Dow Jones allein am Donnerstag und Freitag um 500 Punkte gestiegen war.

Jetzt kam sie, die fällige Korrektur und – man ahnt es – die Fonds sitzen mit ihren erzwungenen Gewinnen schon wieder ein bisschen in der Zwickmühle. Gestern der Abverkauf im S&P 500 um 1,41%, zwischenzeitlich sogar 2% und damit verbunden die Sorge, vielleicht schon wieder ein wenig falsch zu liegen.

In Davos wird mächtig auf die „verbale Konjunkturbremse“ getreten und jetzt kommt die bisher enttäuschende Berichtssaison so richtig in Fahrt. Wie geht es also mit der Bärenmarktrallye weiter? Ein ständiges Wechselbad der Gefühle?

Vermutlich ja, in einer Kakophonie zwischen Konjunktursorge und Zinshoffnung.

Für mich ist diese Entwicklung an den Märkten ein weiterer kleiner Beweis für die These, dass es in Abschwungphasen besonders schwer ist zu reüssieren.

Die Termine und Daten des Tages

– Zinsentscheidung der Bank of Japan: keine Änderung

– Quartalszahlen von Ford, Procter & Gamble und United Technology (aufgrund seiner Produktpalette ein kleiner Seismograf für die US-Wirtschaft)



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