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Die „draghische“ Komödie

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Kilian Kimmel

Realität ist, dass heute die Enteignung der Sparvermögen offiziell besiegelt wurde: wir, die Sparer, sollen in den Konsum getrieben werden. Damit der Konsum jetzt attraktiver wird, sollen kräftig die Preise steigen, morgen könnte alles noch viel teurer werden. Jene, die kein Sparvermögen zum Kaufen haben, sollen sich den Konsum von ihrer Zombiebank kreditieren lassen. Die Währung der Stunde heißt Schulden machen, machen Sie mit. Eine professionelle Möglichkeit Geld zu verlieren ist, sein gesamtes Sparvermögen in den Aktienmarkt umzubuchen, es dort physisch dem nächsten Crash zu opfern um schlussendlich an der Psyche beschädigt von dannen zu ziehen.

Enteignung, Inflationierung, Kreditierung – das sind die Schlagworte der postmodernen Ökonomie. Effiziente und unbegrenzte Märkte, der neoliberale Traum hat ein Ungeheuer geboren namens EZB, der feuerspeiende Drache aus unseren Kinderbüchern.

Unter den EZB-Mitarbeitern ist dieser Drache eine Drächin und wird als „Tina“ angeredet. Diese weibliche Anrede steht für die quasireligiöse Unangreifbarkeit der EZB-Entscheidungen. „Tina“ ist eine Abkürzung für: There Is No Alternative. Das bereits aus der Politik bekannte systematische Verteufeln von Alternativen schützt die profitierende Klasse bis dato vor revolutionären Stürmen. Die Unausweichlichkeit des Alternativlosen soll uns demoralisieren und die Gefahr eines Umsturzes von unten für immer bannen.

Diese Unausweichlichkeit lässt die EZB nicht aufhören, den Finanzsektor weiter mit virtuellen Nullen aufzublähen, die milliardenweise verschwinden, sobald die Blase platzt. Das Finanzsystem verfolgt nur noch einem Selbsterhaltungstrieb und wird somit gesellschaftlich sinnlos: Das Kapital akkumuliert sich ohne Sinn und Zweck, befriedigt nur noch sein eigenes Bedürfnis, der Zinszahlung für die Schulden. Diesem Bedürfnis folgend ist alles in Geld zu bewerten, die Logik der Finanzmärkte: Fett werden diejenigen, die alles zu Geld machen.

Und nichts weniger hat heute „Tina“ beschlossen: alles muss zu Geld gemacht werden um das System zu füttern, sonst frisst es sich selber auf, getreu der Maxime des römischen Komödiendichters Plautus: „homo homini lupus – Der Mensch ist des Menschen Wolf“, der sich und seinesgleichen am Ende selber auffrisst.

„TINA“ – eine „draghische“ Komödie oder „Wie man versuchte das kommende Unglück müde zu machen“.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Amadeo

    5. Juni 2014 16:51 at 16:51

    Herr Kimmel, sie schreiben genial! Danke für die tollen Artikel!

  2. Avatar

    Judas

    5. Juni 2014 22:14 at 22:14

    Ach wie schön, nun haben die Anti-Jünger des Weltwirtschaftssystems wieder einen weiteren Opfer-Artikel auf ihrem Altar der Weisheit. Inhaltlich wurde uns gepredigt, das weder das Sparen noch eine Anlage in Aktien lohnt. Ist das nun die Lösung!!?? Oder dürfen wir mit dem Autor in seiner noch im Bau befindlichen Arche Noah alsbald nach Nordkorea schippern, dem Land, wo noch Milch und Honig fließt, weil es sich der Logik der Finanzmärkte sehr erfolgreich entzogen hat zum Wohle seiner überglücklichen und freien Bürger. Zum Glück wird in ein paar Wochen sicherlich das Versprechen einer spirituell reinigenden Mitfahrgelegenheit gegen mehr oder weniger geringes Entgeld angeboten, Rheumadecken inklusive.

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Aktien

Deutsche Bank-Quartalszahlen: Erwartungen übertroffen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Deutsche Bank-Hochhäuser in Frankfurt

Die Deutsche Bank hat ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Ertrag (Umsatz) liegt bei 5,94 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 5,26).

Der Gewinn nach Steuern liegt bei 309 Millionen Euro (Vorjahresquartal -832). Der den Aktionären letztlich zuzurechnende Gewinn liegt bei 182 Millionen Euro (Vorjahr -942 Millionen Euro). Für heute waren auch negative Zahlen erwartet worden.

Die harte Kernkapitalquote sinkt leicht von 13,4 Prozent auf 13,3 Prozent.

Die Deutsche Bank-Aktie notiert mit +2 Prozent.

Finden Sie beim Klick an dieser Stelle den offenen Brief von Deutsche Bank-Chef Christian Sewing an seine Mitarbeiter bezüglich der Quartalszahlen.

Key Facts auszugsweise im Wortlaut von der Deutschen Bank:

Erträge wachsen im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro

Die Erträge in der Kernbank legten im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro zu.
Die Erträge in der Investmentbank stiegen um 43 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.
Die Privatkundenbank war stabil, da ein wachsendes Geschäftsvolumen die negativen Effekte des Niedrigzinsumfelds ausgleichen konnte.
Die Erträge in der Unternehmensbank fielen um 5 Prozent bzw. 2 Prozent ohne Währungseffekte; der Bereich konnte negative Zinseffekte durch Preisanpassungen bei Einlagen teilweise kompensieren.
In der Vermögensverwaltung (Asset Management) stiegen die Erträge um 4 Prozent, die Nettozuflüsse betrugen 11 Milliarden Euro.

Elftes Quartal in Folge mit Fortschritten bei den Kosten

Die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken im Jahresvergleich um 10 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.
Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten1 sanken im Jahresvergleich um 10 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro, wenn erstattungsfähige Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Hedgefonds-Geschäfts nicht berücksichtigt werden.
Die Deutsche Bank liegt weiterhin im Plan, ihr Kostenziel von 19,5 Milliarden Euro für 2020 zu erreichen.

Die Kernbank erzielte im Quartal einen Vorsteuergewinn von 909 Millionen Euro

Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 87 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.
In den ersten neun Monaten betrug der Vorsteuergewinn 2,6 Milliarden Euro; der bereinigte Vorsteuergewinn1 stieg um 40 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro.

Grafik zeigt Deutsche Bank-Quartalszahlen im Detail

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – gute Ergebnisse interessieren nicht

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die aktuell reinkommenden Quartalszahlen stehen im Fokus seiner heutigen Aussagen. Dazu kommen die US-Wahlen und die Coronakrise.

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Das ist der wahre Beherrscher des Internets – Werbung

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Werbung

Lieber Börsianer,

haben Sie sich eigentlich einmal Gedanken gemacht, woher Sie als Nutzer die Daten und Informationen beziehen, wenn Sie etwa auf der Seite der Amazon oder der Seite von Google surfen? Die landläufige Meinung: Das kommt alles aus der Cloud bzw. einem zentralen Großserver, der irgendwo in den USA steht.

Das ist ein Irrglaube. Tatsächlich beziehen wir als Internet-Nutzer unsere Daten aus einem weltweit aufgespannten Netzwerk sog. CDN-Server (Content Delivery Network). Wenn Sie als Nutzer aus Deutschland eine Suchanfrage auf der Google-Seite starten, wird Ihre Anfrage also nicht erst über den Atlantik geschickt und anschließend zurück. Stattdessen werden die Internet-Nutzer von einem Server versorgt, der sich in räumlicher Nähe befindet.

Andernfalls wäre die Google-Seite unendlich langsam oder würde sogar kollabieren, wenn innerhalb weniger Minuten Millionen Anfragen zur gleichen Zeit eintreffen. So muss der Suchdienst im Durchschnitt pro Tag 3,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag abarbeiten. Das schafft kein Cloud-Server der Welt. Hier gilt: Auch das digitale Internet unterliegt physikalischen Grenzen.

Hier schafft ein ausgeklügeltes CDN-System Abhilfe. Es verteilt die Anfragen auf unzählige weltweit installierte Einzelserver und sorgt auf diese Weise für einen Lastenausgleich in den Internetleitungen. Dadurch bleiben die Internetauftritte der Unternehmen komfortabel und schnell.

Daneben schafft das CDN-System Sicherheit einerseits für die Unternehmen als auch für die Nutzer. So ist es heutzutage nahezu ausgeschlossen, dass Hacker etwa die Seite der Amazon, der Zalando oder anderer Endkunden-Unternehmen lahm legen können. Tatsächlich werden schlimmstenfalls durch Hackerangriffe einzelne Server im CDN-System ausgeschaltet. Das System erkennt einen solchen Angriff und leitet den Nutzer sofort auf den nächsten noch aktiven Server weiter.

Damit schafft CDN sog. Redundanzen. Anders formuliert: Die dezentrale Struktur sorgt dafür, dass die Internetversorgung nie gänzlich zusammenbricht. Damit leisten die CDN-Netzwerke einen ganz wichtigen Beitrag für die Stabilität und Verfügbarkeit des Internets. Sie bilden also das Rückgrat des modernen Internets.

Wer betreibt diese Netzwerke?

Ein US-Unternehmen dominiert dieses Marktsegment quasi nach Belieben. Man unterhält weltweit 300.000 CDN-Server und kontrolliert damit in der Spitze bis zu 30 % des täglichen globalen Internetverkehrs. Nahezu alle Software- und Internetunternehmen des Silicon Valley schwören auf die Dienstleistungen dieses US-Unternehmens. Die Kundenkartei umfasst Adressen wie etwa Amazon, Apple, Facebook, Google oder Microsoft. In Europa bedient man Unternehmen wie Daimler, Nestlé, Wienerberger, Voestalpine oder etwa den Autozulieferer Schaeffler, um nur die wenigsten aus der üppigen Kundenkartei der Amerikaner zu nennen.

Vor allem für Unternehmen mit Endkundenkontakt und stark frequentierten Internetauftritten ist CDN absolute Pflicht. Denn die Nutzer springen heute rasch ab, wenn sich ein Seite langsam aufbaut oder sogar minutenlang gar nicht erreichbar ist. Ich kann Ihnen versichern, eine stabile und schnelle…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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