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Die EZB und die faulen Kredite: Worauf wartet ihr?

FMW-Redaktion

Eine sensationelle Info. Die EZB, die für die Überwachung der 130 größten Banken in der Eurozone zuständig ist (restliche Banken verbleiben in den Mitgliedsstaaten), will sich jetzt „mal so richtig ernsthaft“ um die faulen Kredite in den Bilanzen der Banken kümmern. Das erwähnte die zuständige EZB-Aufseherin Daniele Nouy in einem einsehbaren Brief an einen EU-Abgeordneten. EU-Abgeordnete stellen ständig Anfragen an die EZB, die dann in Form öffentlich zugänglicher Briefe beantwortet werden (Transparenz, danke!). Man „arbeite gerade an geeigneten Instrumenten“ um das Problem der notleidenden Kredite in den Bankbilanzen zu lösen, so drückte sich Nouy aus. Es ginge auch um mehr Transparenz bei solchen faulen Krediten. Naja… was für eine Aussage – geht es nicht eigentlich statt Transparenz darum das Problem mit den faulen Kredite selbst zu lösen?

Da fragt man sich als Beobachter: Worauf wartet ihr bei der EZB eigentlich?

Die EZB sollte nicht an „geeigneten Instrumenten“ arbeiten, auch nicht „Initiativen initiieren“ bla bla bla, sondern vor Ort in den Banken die faulen Kredite auseinandernehmen und mit den Staatschefs der jeweiligen Länder Entscheidungen treffen, wie damit zu verfahren ist – das wäre die Aufgabe eines Bankenaufsehers. Vor allem um Italien sollte sich Frau Nouy mal zügig kümmern, wo der Staat froh war, dass die Bankenbranche grandiose 5 Milliarden Euro aufbrachte (auch die wurden nicht mal ganz erreicht), um damit den gesamten Bankensektor zu sanieren – das Konstrukt war eine Totgeburt, denn wie will man das Volumen von extrem notleidenden Krediten von gut 200 Milliarden Euro mit 5 Mrd abfrühstücken? Unmöglich. Übrigens müsste es eigentlich auch darum gehen die Kreditvergabe in Italien endlich mal anzukurbeln, damit Mittelständler neu investieren können. Aber bei solch kaputten Bankbilanzen…

Da müsste die EZB eigentlich vor Ort als Feuerlöscher und Notfallmanager aktiv sein, anstatt im Turm in Frankfurt an „Instrumenten zu arbeiten“. Aber das ist ja nur unsere Meinung… Nouy´s Aufsichtskollege Ignazio Angeloni, was macht der denn gerade? Er war gestern auf der Konferenz „FinanceMalta“ anwesend und sprach u.a. auch über die notleidenden Kredite europäischer Banken. Hier ein Originalauszug aus seinem Redemanuskript, der zeigt, dass sich die Damen und Herren bei der EZB „irgendwie“ bewusst zu sein scheinen, dass es da ein Problem gibt. Aber klingt sein Text so, als wollten er und seine Kollegen aus der EZB-Bankenüberwachung in Kürze nach Rom fliegen um dort die Banken zu sanieren?


„The second factor is the large stock of non-performing loans (NPLs). NPLs also weigh on bank profitability and capital, thereby hampering banks’ ability to provide new lending to customers. Banks burdened by high levels of NPLs become risk-averse and less willing to lend. In 2015 the SSM banks made progress in tackling bad loans by improving their processes and increasing provisioning levels. The NPL ratio, based on harmonised definitions, decreased by 0.7% in 2015 to 7% of total assets, while the coverage ratio increased by 1.3%, to 45.3%. These numbers are averages, however, and performance varies widely across countries and individual banks.

The ECB conducts an annual assessment of bank risks to determine prudential requirements. This is the Supervisory Review and Evaluation Process, or SREP. In 2015, the SREP was introduced for the first time with a unified methodology developed by our staff. The methodology combines quantitative and qualitative elements and treats all banks consistently, while accounting for different business models. There are four components: business model assessment, internal governance and risk management, risks to capital, and risks to liquidity and funding. Each component is assessed both quantitatively and qualitatively, also with the help of numerical scores. The quantitative assessment is based on a broad range of data, including own funds, financial reporting, large exposures, and credit and operational risk. The qualitative component involves judgement on factors such as the quality of internal risk controls, risk culture and governance. It is important to develop a view on how these risks develop and the impact they may have within each specific bank. This analysis must combine expert knowledge with supervisory experience. Within the SSM, the Joint Supervisory Teams are responsible for providing the qualitative input.“



Quelle: EZB



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7 Kommentare

  1. Kein Grund zum aufregen.

    Die faulen Kredite werden verbrieft, mit Triple A geratet und dann zu 120% an die EZB vertickt. Schon sehen die Bankbilanzen wieder astrein aus.

    1. Oder die faulen Kredite werden verbrieft, mit Triple A geratet und dann zu 140% an Rentenfonds und kapitalbildende Lebensversicherungen vertickt (die künftigen Rentner verstehen sowieso nicht, was da passiert). Es herrscht extremer Anlagenotstand durch die künstlich niedrigen Zinsen, ohne daß ein Ende in Sicht wäre.

  2. „Die EZB, die für die Überwachung der 130 größten Banken in der Eurozone zuständig is will sich jetzt „mal so richtig ernsthaft“ um die faulen Kredite in den Bilanzen der Banken kümmern“
    Wenn das darin ausufert, dass die erste Frage der Bank bei einem Immobilienkredit lautet: „Wie ist ihre Familienplanung?“ was bringt da eine Kontrolle überhaupt noch wenn man als Bewerber für einen Kredit gezwungen ist zu lügen, damit man bessere Konditionen erhält.
    Ich glaube die EZB ist zu abgehoben um überhaupt noch zu verstehen was sie tut.

    1. Wenn sie nicht versteht was sie tut, oder wenn das Tun kriminell ist, dann brauchen wir sie eben nicht!!! MfG

  3. Ich weiß worauf sie warten. Daß die Angst nachläßt, sie könnten die ganze Wahrheit raus finden.
    http://www.DDRZweiPunktNull.de

  4. Worauf die EZB wartet? Bis sich die Eigentumsverhältnisse so verschoben haben, dass den 99,9% nichts mehr bleibt und 0,1% alles haben. Dann werden wieder Kredite ausgereicht „um die Wirtschaft anzukurbeln“. Bitte alles einsteigen für eine neue im Schuldenkarussel. Na darauf haben wir doch alle gewartet! ?

  5. Zuerst muß das Bargeldverbot umgesetzt werden danach können dann die Banken mit den Einlagen ihrer Kunden saniert werden.Die Gesetze dazu sind bereits in Kraft. Ganz legale Plünderung.

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