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Die Fed steht ganz alleine da – Dollar mit längster Verlusstrecke seit 2013

Von Markus Fugmann

Ja ja, wir werden die Zinsen anheben dieses Jahr, macht euch darauf gefasst – das ist seit Wochen und Monaten die Botschaft von Fed-Mitgliedern an die Märkte. Aber die Märkte halten das eher für Geschwätz und sehen die Fed eindeutig „hinter der Kurve“ mit ihrer Rhetorik.

Es hat lange gedauert, bis die Fed die immer schwächeren US-Konjunkturdaten überhaupt zur Kenntnis genommen hat. Und als sie sie zur Kenntnis genommen hat, war der Tenor: das ist nur vorübergehend. Aber die Märkte glauben eben nicht, dass das nur ein vorübergehendes Phänomen ist: gestern signalisierten die Future-Märkte, dass sie die sogenannte fed funds rate bei 0.3 Prozent im Dezember erwarten – also maximal ein Zinsanhebungsschritt bis Dezember einpreisen. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn des Jahres.

Der Dollar ist daher unter Druck und absolviert seine längste Verluststrecke seit 2013: damals tobte die Auseinandersetzung zwischen Demokraten und Republikaner über die Schuldengrenze, den „debt-ceiling“. In den letzten fünf Wochen ist der Greenback nun gefallen, genau wie im Oktober 2013 mit dem Hick-Hack um den debt-ceiling.

Eine entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung des Euro-Dollar ist die Entwicklung der deutschen Budnesanleihe, die im Bund-Future gehandelt wird. Die Rentiteabstände zwischen der 10-jährigen deutschen Staatsanleihe und ihrem amerikanischen Pendant war so gering wie seit gut 30 Jahren nicht mehr – doch dann crashte der Bund-Future, die Rendite für die 10-jährige Budnesanleihe stieg rasant. Das war Euro-positiv – der Rediteanstieg macht die Bundesanleihe im Vergleich zur US-Anleihe attraktiver und sorgt so für Zuflüsse in den Euro.

Wer also den Euro-Dollar handelt, sollte imer einen Blick auf den Bund-Future haben und gleichzeitig den Renditeabstand zwischen der Bundesanleihe und der 10-jährigen US-Anleihe im Auge haben. Wir gehen davon aus, dass die Renditen für die Bundesanleiihe nicht mehr viel Luft nach oben haben – was im Umkehrschluß bedeutet, dass auch der Euro zum Dollar nicht mehr allzu viel Luft nach oben haben dürfte.



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