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Die Interpretation des Fed-Statement + Auswirkungen

FMW-Redaktion

Die Federal Reserve hat gestern Abend den Leitzins wie erwartet nicht angehoben! Das FOMC-Statement brachte aber eindeutige Zeichen, dass es im September, wohl eher ab im Dezember zu einer Zinsanhebung kommen wird. So sagte das FOMC die kurzfristigen Risiken zum wirtschaftlichen Ausblick hätten sich vermindert. Gerade aufgrund des starken Juni sei der Arbeitsmarkt robust. Aber auch wurde erwähnt, dass man „sehr genau“ die globalen finanziellen Entwicklungen beobachte. Damit wird vor allem gemeint sein, was demnächst rund um Großbritannien passiert, wenn man nun endlich den Austritt aus der EU erklärt.

Man kann generell sagen: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es noch ein Mal in 2016 zu einem Zinsschritt kommt. Aber: Die wichtigen Player am Devisenmarkt hatten wohl eine offensivere Aussage erwartet. Nur die ALGOS (Computerprogramme) drückten den Dollar kurz nach 20 Uhr ein paar Augenblicke in die (eigentlich?) richtige Richtung (EURUSD fallend). Danach stieg der Euro gegen den Dollar aber an und bringt seit 20 Uhr gestern Abend bis jetzt ein Plus von 85 Pips zustande.

Michael Arbruster von Altavest brachte heute Nacht die vorherrschende Stimmung gut zum Ausdruck, in dem er sagte die Spekulation darüber, dass die Fed einen eindeutig hawkischen Ton anschlagen würde, hätte sich nicht erfüllt. Deswegen der steigende Euro vs Dollar. Janet Yellen hätte in ihrem Statement also noch mehr über eine stärkere Wirtschaft schreiben müssen. Oder sie hätte beispielsweise erwähnen können, dass eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr der starken Konjunktur nicht schaden werde, auch vor dem Hintergrund globaler Risiken. Aber das blieb aus.

Der Goldpreis hat gestern eine interessante Entwicklung hingelegt. Nach der Veröffentlichung der „Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter“ in den USA stieg der Preis ab 14:30 Uhr schon mal um 7 Dollar an. Nach der Fed-Entscheidung ging es über Nacht nochmal um 13 Dollar rauf. Eine höhere Dollar-Verzinsung war also gedanklich schon eingepreist. Ein zu wenig aggressives Statement der Fed für höhere Zinsen macht Gold (erst einmal) ein wenig attraktiver. Das reicht für einen Preis von 1.340 Dollar, momentan!

Gold

Wie wir vorhin schon erwähnten: Morgen steht die Verkündung der Bank of Japan (BoJ) an zur vermutlich neuen drastischen Geldschwemme. Diese Entscheidung wird die gestrige Fed-Entscheidung kurzfristig überlagern. Für Die Aktienmärkte brachte das gestrige Fed-Statement eine Art marktneutrale und weichgespülte Aussage, die nicht weh tut. Heute müssen die Aktienmärkte erst mal alleine zurechtkommen, bis morgen die BoJ womöglich die kurzfristig weitere Richtung vorgibt.



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