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Die Iran-Party kann beginnen (VIDEOS + Original-Statements)

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Internationale Atomenergie-Behörde in Wien hat am Samstag erklärt, dass der Iran die Bedingungen zum Abbau des Atomwaffenprogramms erfüllt hat so wie vereinbart. Dies ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die USA und Europa ihre Sanktionen gegen den Iran aufheben. Diese Aufhebung hat die EU-Außenbeaufragte Mogherini auch sofort danach verkündet. Das bedeutet: Der Iran ist wieder zurück am weltweiten Öl- und Kapitalmarkt, jetzt kann die Party losgehen…

Mogherini Iran
Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran im Namen von EU und USA verkündert. Foto: EU-Kommission.

Das Beurteilung der Internationalen Atomenergie-Behörde über die Fortschritte des Iran zum Abbau des Atomwaffen-Programms war die Grundvoraussetzung für EU und USA, dass man die Sanktionen gegen den Iran aufhebt. Das ist nun passiert, und alle Handelsschranken fallen. Hierzu die IAEA im Original-Statement:

„Today, I released a report confirming that Iran has completed the necessary preparatory steps to start the implementation of the Joint Comprehensive Plan of Action. The report was submitted to the IAEA Board of Governors and to the United Nations Security Council. It was issued after Agency inspectors on the ground verified that Iran has carried out all measures required under the JCPOA to enable Implementation Day to occur.

This paves the way for the IAEA to begin verifying and monitoring Iran’s nuclear-related commitments under the agreement, as requested by the U.N. Security Council and authorised by the IAEA Board. Relations between Iran and the IAEA now enter a new phase. It is an important day for the international community. I congratulate all those who helped make it a reality, especially the group of countries known as the E3/EU+3, Iran and the IAEA Board.

In line with its commitments, Iran will start to provisionally implement the Additional Protocol to its Safeguards Agreement with the IAEA. Together with other nuclear-related measures under the JCPOA, this increases the Agency’s ability to monitor nuclear activities in Iran and to verify that they are peaceful. We have come a long way since the IAEA first started considering the Iran nuclear issue in 2003. A lot of work has gone into getting us here, and implementation of this agreement will require a similar effort. For our part, we are ready to get on with the job.“

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini verkündete am Samstag kurz nach dem IAEA-Statement, dass EU + USA die Sanktionen aufheben. Hierzu diese Video-Statements:

Irans Präsident Rohani im Original-Statement (Auszug):

Dr Rouhani added: “From today on, our traders and entrepreneurs can start their trade and export activities through legal and normal channels with more facilities. Moreover, our banks can receive their needed monetary and banking services from banks from around the world and provide the people with them” he added. Stating that with JCPOA implementation limitations of oil exports will be lifted, he added: “From today on, purchasing modern airplanes can be done by companies that want to provide people with services; this can result in more aerial safety for the great people of Iran. Dr Rouhani continued: From today on, the frozen assets which belong to the Iranian nation will be free to access for economic activities”.

Im Ausland eingefrorene Gelder des Iran werden jetzt wieder aufgetaut. Auch kann der Iran mit Banken in der EU und den USA wieder normale Transaktionen durchführen. Der Iran hat laut Transportminister 114 Flugzeuge bei Airbus bestellt – um welchen Typ es sich handelt, wurde nicht bekannt – aber es geht sofort kräftig los. Traditionell haben die deutsche und die französische Industrie gute Beziehungen zum Iran, von daher dürften Maschinenbauer etc Schlange stehen um in den Iran ihre Exporte wieder aufnehmen zu können. Denn dort wird man kräftigen Nachholbedarf haben.

Wie schnell man den Öl-Export Richtung Europa anfahren wird und um wie viele Barrels es sich dabei handelt, wurde noch nicht bekannt, aber fast im Wochen-Rhythmus hatte der Iran in den letzten Monaten betont man werde sofort nach Aufhebung der Sanktionen seine Förder- und Exportmenge drastisch ausweiten. Für den Ölpreis stellt sich die Frage: Ist diese Tatsache in den letzten Monaten wirklich schon eingepreist worden, oder kommt der Iran-Schock erst noch? Es kann jetzt jederzeit ein Statement aus dem Iran folgen, in dem noch einmal offiziell das Volumen der sofortigen Fördermengen-Ausweitung verkündet wird – das könnte nochmal für einen kräftigen Move beim Ölpreis sorgen.

Was bisher bekannt ist, lässt erwarten dass die Fördermenge sehr schnell um 500.000 Barrel pro Tag erhöht wird und auf Sicht von 6 Monaten um 1 Mio Barrel pro Tag, womit der Iran seine Menge verdoppeln würde. Vor allem Richtung Europa dürfte man exportieren wollen. Die Saudis gewähren jetzt schon für ihre europäischen Abnehmer kräftige Rabatte, was für Europa einen positiven Effekt auf billiges Öl haben könnte. Zwei Todfeinde konkurrieren mit einem identischen Produkt um den selben Kunden – da dürfte man sich mit Rabatten überbieten.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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