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Die Lage an den Märkten – wie könnte es weitergehen?

Eine Gegenbewegung in dieser „Bear Market Rally“ liegt in der Luft, nach fünf Wochen großer Gewinne zählt der Januar 2019 bisher zu den besten Monaten im S&P 500..

Wolfgang Müller

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am

Fünf Wochen steigende Kurse in den USA, eine „Santa Claus Rally“, die sich deutlich ausgedehnt hat und dem Dow Jones sowie dem Marktriesen S&P 500 einen Anstieg von gut 11% in der Spitze gebracht hat – kann das so weitergehen?

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Was waren die Gründe?

Der große Auslöser für den Anstieg war die dovishe Kehrtwende der Fed, infolge deren sich viele Großanleger (insbesondere Hedgefonds) eindecken mussten, nach vorheriger starker Absicherung. Zudem eine unterdurchschnittliche Investitionsquote der Fondsmanager im Dezember (59%), die den passiven Fonds (ETFs) hinterherrennen mussten, steuerlich induzierte Verkäufe zum Jahresende, Adjustierung von Mischfonds, die aufgrund der Dezember-Verluste ihre Aktienquote anheben mussten (Rebalancing) und nicht zuletzt das Abebben der unmittelbaren Rezessionssorgen in den USA durch die ersten Unternehmenszahlen – all das könnte man als Ursachen herleiten. Aber diese technischen Vorgänge dürften jetzt abgeschlossen sein und den großen Anlegern dürfte klar sein, dass eine Rallye von dieser Größenordnung nicht von Dauer sein kann.

 

Wie geht es in dieser Woche weiter?

In dieser Woche kommen mit den ersten FAANG-Aktien die Quartalszahlen der Unternehmen, die maßgeblich für den Anstieg des letzten Jahres gesorgt hatten. Apple am 29. und am 31. Januar Amazon, heute beginnt der Reigen aber zunächst mit dem Baumaschinenhersteller Caterpillar, einem bedeutsamen Indikator für die globale Industrieproduktion.

Bisher verlief die Berichtssaison in den USA nicht wie von manchen befürchtet. Bis zum Freitag vor Börseneröffnung hatten 174 von 500 Unternehmen des S&P 500 gemeldet, 48 dabei enttäuscht, 126 die vorher stark abgesenkten Erwartungen übertroffen. Erstaunlicherweise waren es gerade die Aktien der Konsumgüterindustrie, die unter den Erwartungen blieben, währenddessen die „verprügelte“ Tech-Branche diese bei weitem (90%) übertraf.

Jedenfalls wurden die Indizes 2018 nur von wenigen Aktien (FAANG) nach oben getrieben, eine Entwicklung, welches insbesondere in der technischen Analyse als untrügliches Wendesignal angesehen wird. Man darf gespannt sein. Was werden vor allem die Ausblicke der „Großen“ verraten?

Dazu kommt noch das Thema Handelsstreit zwischen den USA und China, in dem der große Dealmaker zur Erreichung größerer Zugeständnisse noch ein Weilchen pokern könnte. Auffällig ist weiter das große Kommunikations-Chaos zwischen den Beteiligten (Kudlow, Lighthyzer, Mnuchin und natürlich Trump). Man könnte fast den Eindruck gewinnen, die linke Hand wüsste nicht was die rechte tut.

Dax Berichtssaison:

Nach all den Sorgen um Brexit und dem konjunkturellen Abschwung liegen hier die Erwartungen so tief, dass es manche Überraschung geben könnte. In dieser Woche starten SAP, Siemens und die Deutsche Bank. Allgemein wurden die Gewinnerwartungen für die Unternehmen schon um 10% gesenkt.

 

Fazit:

Eine Gegenbewegung in dieser „Bear Market Rally“ liegt in der Luft, nach fünf Wochen großer Gewinne zählt der Januar 2019 bisher zu den besten Monaten im S&P 500. Meines Wissens nach gab es im Januar seit 1950 nur drei Jahre mit einem Anstieg von über 10%.

Anschließend dürfte das von uns angedeutete volatile Jahr weiter für „Auf-und -Abs“ an den Märkten führen, für die es eine Erklärung immer erst im Nachhinein geben kann. Hinzu kommt noch ein Kurstreiber, den vor allem die Bären nicht mehr sehen können. Demnächst endet die Blackout Period, in der die die Firmen keine eigenen Aktien zurückkaufen durften. Bei den jüngsten Bilanzzahlen gab es einige Unternehmen, die, um ihre Anleger bei Laune zu halten, milliardenschwere Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe angekündigt haben. Dazu noch die bereits genehmigten aber noch nicht durchgeführten Buybacks des Vorjahres. Standen da im Dezember nicht noch 300 Mrd. der insgesamt genehmigten 1,1 Bio.$ aus?

Ansonsten sollte das Wechselspiel Konjunktursorgen versus Nachlassen des monetären Gegenwindes noch ein Stückchen weitergehen, stark beeinflusst durch die Entwicklung in China.

Dort vergeht kaum ein Tag, an dem nicht weitere geldpolitische und strukturelle Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Verhinderung des scharfen Einbruchs angekündigt werden.

 

Foto: Deutsche Börse AG

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Marko

    28. Januar 2019 10:00 at 10:00

    Fazit :

    Wer sagt, dass einer der weltgrößten Derivatehändler der Welt (also : „System-relevant“), bei ca. 8 EUR zu „teuer“ ist, dem kann man auch nicht mehr helfen…

    Brexit hin oder her, der „Drehpunkt“ kommt… :D

    Hier wird immer noch so getan , als hätte die Fed „irgendwas zu sagen“… ;)

    „Hinzu kommt noch ein Kurstreiber, den vor allem die Bären nicht mehr sehen können.“

    Der „Kurstreiber“ ist die EZB.. :D

    Jedenfalls, steht der Bufu in „astronomischen“ Höhen ?

    VG

    Marko

  2. Avatar

    Marko

    28. Januar 2019 10:26 at 10:26

    Fakt ist : Die Amis sind viel zu weit vorgeprescht, seien es die Aktien, wie die Anleihen (FED),

    es kommt letztendlich nur darauf an, wie die Briten ihren Brexit-Kuddelmuddel lösen wollen, oder eben nicht.

    Die Briten sollten ihren Antrag zurückziehen ggf. neues Referendum, das sage ich seit 2016 (!). GB kann auf lange Sicht niemals ohne Europa „leben“ (mit anderen Worten : Der Brexit ist Unsinn), das sollte doch klar sein ?

    Die EZB sollte dann, irgendwann in 2019 „die erste Rakete starten“, d.h. 06/2019, 09/2019 oder 12/2019.

    Schaun mer mal…

    VG

    Marko

    • Avatar

      Columbo

      28. Januar 2019 10:58 at 10:58

      Ach @Marko, könnten Sie nicht mal ne neue Platte auflegen??
      Vom Brexit redet eh keiner mehr, außer Sie.?
      Die EZB soll Raketen(ich nehm mal an, sie meinen Zinserhöhungen) starten? Ja wie denn? Geht ja nicht mit den Südländern. Daß sich das noch nicht bis zu Ihnen herumgesprochen hat, wirklich erstaunlich.
      Immerhin bemühen Sie den „Lehmann“ nicht mehr, schon ein kleiner Fortschritt.

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Ich melde mich im folgenden Video mit einem kurzen Überblick zur aktuellen Marktlage. Denken Sie an den heute verkürzten Handelstag in den USA!

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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Dax mit 40 Aktien – ist die Reform wirklich eine Wende?

33 Jahre nach Einführung des Dax 30 kommt im nächsten Jahr eine Reform – ändert sich dadurch seine Bedeutung in der weltweiten Börsenszene? Zweifel sind angebracht!

Wolfgang Müller

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33 Jahre nach Einführung des Dax 30 kommt im nächsten Jahr eine Reform des deutschen Leitindex, unter anderem mit einer Erweiterung auf 40 Werte. Anstoß war der Skandal um Wirecard, seiner Insolvenz und seinem wochenlangen Verbleib im Index, weil es eben den Regeln so entsprach. Aber wird diese Indexaufstockung wirklich eine gravierende Änderung seiner Bedeutung in der großen Börsenszene einleiten? Zweifel sind angebracht, denn ein Alleinstellungsmerkmal des deutschen Index bleibt bestehen.

Dax 30, der Underperformer unter den großen Börsenindizes

Das Grundproblem unseres Leitindex ist zunächst einmal seine Grundkonstruktion. Es handelt sich bei ihm – im Gegensatz zu den anderen großen internationalen Indizes – um einen Performanceindex, bei dem die jährlichen Dividendenausschüttungen miteingerechnet werden. Der Dax steht in dieser Berechnung mit 13300 Punkten (Stand 26. November) weniger als vier Prozent unter seinem Allzeithoch vom Februar diesen Jahres. In einer Kalkulation als internationaler Kursindex (ohne Dividenden) liegt er mit 5751 Punkten, sogar noch fast 10 Prozent tiefer als bei seinem Hoch vom März 2000 mit 6266 Punkten. Der Dax hatte 15 Jahre gebraucht, bis er dieses Hoch wieder erreichen konnte (2015), seither rennt er immer wieder dagegen an.

Zum Vergleich der S&P 500: Jahreshoch des Jahres 2000 – 1527 Punkte, Jahreshoch 2020 – 3642 Punkte. Und dabei wurde sogar der Extremwert in der Internet-Bubble als Vergleich herangezogen.

Dax 30, das Leichtgewicht unter den Indizes

Das nächste Thema ist die Marktkapitalisierung des deutschen Leitindex. Mit seinen aktuellen 1,2 Billionen Euro Marktbewertung liegt er nur im Mittelfeld der großen Indizes, obwohl er eigentlich die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt repräsentieren sollte. Zum Vergleich der S&P 500, der es umgerechnet bereits auf sagenhafte 27,2 Billionen Euro bringt, auch der japanische Nikkei 225 liegt im zweistelligen Billionenbereich.

Aber selbst kleinere europäischen Volkswirtschaften haben größere Marktkapitalisierungen. FTSE 100 (Großbritannien) 1,92 Billionen Euro, CAC 40 (Frankreich) 1,76 Billionen Euro, die erheblich kleinere Schweiz liegt mit ihrem SMI und 1,15 Billionen Marktkapitalisierung fast gleichauf.

Was bringt die Aufstockung auf 40 Titel?

Zuerst würde man sich den internationalen Indizes bei der Zahl der im Index gelisteten Aktien annähern. Nicht dem S&P mit seinen 500 Titeln, aber Großbritannien (100) und vor allem Frankreich (40). In der Marktkapitalisierung würde man aus jetziger Sicht auf gut 1,35 Billionen Euro steigen, wenn man potenzielle Aufsteiger aus dem MDax hinzu addiert. Die drei größten Titel aus der zweiten Reihe sind derzeit Airbus (25,4 Bio. €), Symrise (13,2 Bio. €) und Zalando (11,3 Bio. €), wobei beim marktschweren Flugzeugbauer schon wieder ein Fragezeichen steht, wegen seines ausländischen Firmensitzes.

Weitere Regeländerungen

Darüber wurde bei FMW schon berichtet deshalb nur kurz die Änderungen: Künftige Dax-Neulinge müssen vor ihrer Aufnahme einen operativen Gewinn in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen. Neuaufnahmen wie die von Delivery Hero wären künftig nicht mehr möglich. Eine Konsequenz aus dem Wirecard-Skandal ist, dass ab März 2021 Firmen nach einer 30-tägigen Warnfrist aus dem Index ausgeschlossen werden können, wenn sie ihre testierten Geschäftsberichte und vierteljährlichen Quartalsmitteilungen nicht fristgerecht veröffentlichen. Außerdem überprüft die deutsche Börse zweimal im Jahr die Aufstellung im Dax. Es geht dann um die Marktkapitalisierung der Unternehmen und nicht mehr um den Börsenumsatz. Der Nachweis einer Mindestliquidität wird ausreichen.

Fazit

Bei allen Bemühungen um eine Steigerung der Attraktivität des deutschen Leitindex bleibt das Grundproblem – die Akzeptanz der Aktie für die Kapitalanlage. Nur 15 Prozent der Deutschen besitzen direkt oder über Fonds Aktien, über 50 Prozent des Dax befinden sich in ausländischen Händen. Zum Vergleich: 2,4 Billionen Euro liegen in Deutschland auf unverzinslichen Konten, das Zweifache der Marktkapitalisierung des deutschen Leitindex. Was mit diesem Geld in Zukunft geschehen wird, in einer sich wahrscheinlich noch verstärkenden „finanziellen Repression“ (Inflation?) ist ziemlich absehbar. Ein Umdenken täte Not, etwas im Stile des norwegischen Staatsfonds.

An der Grundproblematik wird auch eine Erweiterung des DAX auf 40 Werte nichts ändern. Wie hatte Warren Buffett schon vor Jahren Kritikern der „gefährlichen“ Aktienanlage entgegnet: „„Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte, eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11497 Punkte.“

Was ändert sich durch die Reform des Dax?

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