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Dirk Müller („Mr. Dax“) über Wirecard – ein Lehrstück über Demut

Mr Dax Dirk Müller über Wirecard

Mr. Dax Dirk Müller ist eines der bekanntesten Gesichter der Finanz-Szene in Deutschland. Streitbar, machmal auch etwas radikal, hat Mr. Dax viele Fans – und eine eigene, durchaus informative Webseite: cashkurs.com.

Aber wer streitbar ist, der geht eben auch Risiken ein – das Risiko falsch zu liegen ist gerade bei etwas steileren Thesen nicht unerheblich. Und wer falsch liegt, hat dann ein weiteres Problem: das Internet vergißt nicht!

Dirk Müller über Wirecard

Wer läge nicht gelegentlich falsch in einer derart unberechenbaren Welt? Fehler und Irrtümer sind also verzeihbar. Dennoch haben wir uns heute eine kleine Bosheit gegönnt – und folgende Aussagen von Dirk Müller über Wirecard ausgegraben. Vielleicht tut – und da spreche ich aus eigener, manchmal leidvoller Erfahrung – etwas Demut gut. Aber Demut scheint bei Mr. Dax nun nicht zu den hervorstechendsten Eigenschaften zu gehören.

Aber sehen Sie selbst: Mr. Dax über Wirecard – was eigenständige und tiefgehende Analysen für Vorteile bringen..



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11 Kommentare

  1. Sau geil :-)))

  2. Allerdings ist Dirk Müller mit seinem Fond bevor die Wirecard Blase geplatzt ist komplett ausgestiegen!!!

  3. fairerweise muss auch gesagt werden, dass der Fonds dessen Namen er trägt, noch rechtzeitig vor dem großen Abverkauf aus Wirecard raus war!

  4. Theodor Winalitsch

    „Vielleicht tut – und da spreche ich aus eigener, manchmal leidvoller Erfahrung – etwas Demut gut.“

    Trifft sicher auf Dirk Müller zu. Und auf Sie, Herr Fugmann, ebenso, wie auf mich und alle anderen offenen und selbstkritischen, zur Reflektion befähigten Menschen. Nicht zuletzt deshalb sollten auch ganz andere Kandidaten wie Markus Krall oder Autoren wie Claudio Kummerfeld Demut und Respekt statt ständig übersteigertem Selbstwert zeigen und die Wertschätzung anderer Meinungen sowie die Akzeptanz tatsächlicher Entwicklungen nach andauernden subjektiven Fehlprognosen in ihr Wertesystem integrieren. Nicht alles dem fröhlich flatternden Fähnchen namens „Freiheit“ hinsichtlich rein wirtschaftlicher Kriterien unterwerfen. Und dabei die völlig legitime und gleichberechtigte individuelle Freiheit eines Großteils andersdenkender Bürger einer längst überholten Wirtschaftstheorie unterjochen.

  5. Ja da wird etwas ausgesprochen, was schon lange einmal fällig ist. Demut bei FMW im Hinblick auf die dauernden Fehleinschätzungen bei den Aktienmärkten. Nicht ein einziges Video in den letzten Jahren, in dem für die beste aller Anlageformen (die Aktie) geworben wurde. Nur immer Überbewertung, Casino, Manipulation. Klingt auch kritisch und intelligent. Mittlerweile wird es doch jedem bewusst, dass man damit die beste Investmentgelegenheit einer ganzen Generation ausgelassen hat, wenn man sich nur ein wenig davon hat beeinflussen lassen.

    Aber kein Wort der Demut über die große Fehleinschätzung.

    1. @Marktbeobachter

      Wäre ja nett, wenn die Redaktion zur Abwechslung mal Artikel wie den oben genannten von Gerd Kommer „Wie Untergangspropheten investieren“ bringen würden.
      Oder den von Robert Halver „Der große Crash fällt leider aus“.
      Nur so zur Abwechslung…oder einfach nur um mal zu zeigen, wieviel gefährlich die Seitenlinie sein kann.

    2. Dabei ist die Überlegung, warum die Aktie auf Dauer immer die beste Anlageklasse ist, sehr einfach. Denn nur in Unternehmen werden Werte geschaffen. Und Einkommen kann nur aus zwei Quellen kommen. Man schafft Güter mit einem Tauschwert oder man beklaut jemand anderen. Andere Möglichkeiten gibt es nicht.
      Und dummerweise kann ich auch nur dann jemand beklauen, wenn er was produziert hat, das ich auch klauen will.

      1. @thinkself, einverstanden, aber gesetzt den Fall, die Geldmenge wäre konstant, dann gäbe es nur eine Kapital-Umverteilung von den unproduktiven zu den produktiven Unternehmen modulo Anomalien wie Gamestop & Co. Gewinn aus passiven Investments wäre im Mittel nicht möglich; Gewinne und Verluste in marktbreiten Indizes würden sich aufheben – wobei es immer noch Ungleichgewichte gäbe, denn kein Index ist perfekt.

        Im Grunde ist der aktive Investor, der Interesse an der Zukunft eines Unternehmens zeigt und den Markt schlägt, der Warren Buffett Typus, das kapitalistische Ideal. Wir hingegen bewegen uns im Takt der Notenbanken und wetten darauf, dass sich die Staaten nicht aus ihren Schuldenfallen befreien können. Es ist eine Art perverse Spekulation auf das Schlechtere. Je schlechter es allen geht, desto besser. Es gibt, so würde ich nach der Erfahung der letzten 15 Monate sagen, einen klaren finanziellen Anreiz, ein Virus in Umlauf zu bringen und ein paar Millionen Menschen damit zu ermorden. Nicht zu viele, aber auch nicht zu wenige.

  6. Also das Video muss schon älter sein, der hat stark mehr graue Haare jetzt. Wie man oben lesen kann ist er vorher ausgestiegen komplett…insofern kann man ihm keinen Vorwurf machen…unser ganzes Wirtschaftsystem ist ein Ponzisystem das alleine auf unbegrenztes Wachstum baut, und auf einer begrenzten Welt wird nunmal halt kein unbegrenztes Wachstum stattfinden können, dafür braucht es auch keinen Masterabschluss sondern alleine gesunder Menschenverstand…Schlussendlich bleibt ja nix anderes als die Wellen zu reiten…

  7. Menschen lieben Prognosen. Das hat schon biologisch den Grund das eine nicht vorhersehbare Welt für ein Individuum die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöht. Dummerweise sind evolutionäre Systeme und Gesellschaften und damit die Wirtschaft, sind aber per se weder prognostizierbar noch steuerbar.

    Trotzdem ist die Idee der „Vorhersehbarkeit“ aber, siehe oben, nicht ausrottbar. Befeuert wird sie noch dadurch, das immer jemand recht hat. Aber auch das ist nur ein statistischer Effekt. Werden alle prinzipiell möglichen Entwicklungen vorhergesagt hat immer jemand Recht. Das ist wie im Lotto. Trotz der enormen Kombinationsmöglichkeiten werden jede Woche praktisch alle Kombinationen von irgendwem angekreuzt.

    Befeuert wird das noch durch zwei Effekte. Der nach vorne gerichtete Möglichkeitsraum ist zwar unendlich, aber nicht beliebig. Das es Szenarien gibt die gar nicht eintreten können verleitet viele zu der Annahme das das die Vorhersagbarkeit der Möglichkeiten erhöht. Tut es aber nicht.

    Der zweite Punkt ist die „Aufrüstung“ mit Vorhersagemethoden. Da wird immer mehr Aufwand getrieben und weil immer mehr Aufwand getrieben wird glaubt man das das einen Effekt hat. Die Psychologie spricht hier von Kontrollfiktion, eine in der heutigen Zeit extrem verbreitetes und für Gesellschaften übrigens tödliches (und das ist durchaus physisch gemeint), Verhalten.

    Dann gibt es noch den Effekt der selbst erfüllenden Prophezeiung. Chart Technik ist da so wunderbar. Das funktioniert nur weil ausreichend viele dran glauben und damit genau das Verhalten provozieren das sie vorhersagen. Auf lange Frist funktioniert aber auch das nicht. Wer aber immer nur extrem kurz sieht, kann da schon Gewinn mit erzielen. Der stammt dann immer von denen die das nicht machen.

    Die einfachste Methode ist ohnehin, einfach Trends zu folgen. Denn die Zukunft ist zwar nicht vorhersehbar, aber evolutionäre Systeme „springen“ auch nicht. Deshalb ist der beste Schätze für die (nahe) Zukunft tatsächlich einfach die Fortschreibung der Vergangenheit. Man muss nur dann reagieren, wenn ein Bruch kommt. Vorhersagen muss man ihn dafür aber nicht.

    Deshalb finde ich auch so Leute wie Andreas Beck oder Gerd Kommer so gut. Da ist viel Ruhe und Substanz drin, hat aber natürlich den Nachteil das der Unterhaltungswert geringer ist.

    Trotzdem ist auch bei Müller keineswegs alles falsch was er sagt. Obwohl seine auf totale Risikovermeidung ausgerichtete Anlagestrategie kontraproduktiv ist. Im Ende basiert sie. wie die komplette mentale Entgleisung westlicher Gesellschaften auf der Idee der Vorhersehbarkeit oder Kontrolle der Zukunft.

    P.S. Und natürlich haben die anderen Kommentatoren recht. Müller bekam bei Wirecard tatsächlich rechtzeitig kalte Füße und dürfte mit der Aktie ordentlich verdient haben. Was insgesamt für sein Portfolio allerdings nicht gilt.

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