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Drachme: welche Perspektiven hätte sie?

Von Markus Fugmann

Nehmen wir an, Griechenland verläßt den Euro – was passiert dann mit der Drachme: wie stark wird sie abwerten? Da hilft ein Blick in die Geschichte, und genau diesen Blick hat John Normand von JPMorgan Chase in die Vergangenheit von Währungskrisen geworfen.

Dazu hat der Analyst sich die Ereignisse in Mexiko 1994, Thailand und Indonesien 1997, Russland 1998 und Brasilien 1999, sowie Argentinien 2002 untersucht. Das Ergebnis: im Durchschnitt haben die Währungen dieser Länder im ersten Jahr der Turbulenzen 55% an Wert zum US-Dollar verloren, nach zwei Jahren waren es durchschnittlich noch 53%. Das heißt: die radikale Abwertung erfolgt im ersten Jahr, im zweiten Jahr hat sich die Lage dann stabilisiert. Ähnlich könnte es – so die Drachme kommen sollte – auch diesmal laufen.

Den bisher heftigsten Abverkauf seiner Währung absolvierte Indonesien mit seiner Rupie, die 1997 84% verlor. Russland hingegen hat den zweitstärksten Absturz im Gefolge der Russland-Krise erlebt, als der Rubel in den ersten beiden Krisenjahren 78% einbüßte.

Zumindest offiziell sehen die Zahlen Griechenlands gar nicht so schlecht aus. So wuchs die Wirtschaft 2014 (2015 dann nicht mehr), das Land hatte im Vorjahr ein Handelsbilanzüberschuß – anders als viele Krisenländer zuvor, wie etwa Thailand, das kurz vor der Asien-Krise ein Handelsbilanzdefizit von 6% seines BIPs aufwies.

Dennoch: die Abkehr von einer vergleichsweiese stabilen Währung wie dem Euro und die Einführung einer neuen Währung, der Drachme, hätte – angesichts auch der rechtlichen und praktischen Probleme, die damit verbunden sind, erhebliche Konsequenzen. Daher geht auch der JPMorgan-Analyst John Normand davon aus, dass die Drachme einen neuen Abwertungsrekord aufstellen könnte.



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1 Kommentar

  1. Die Drachme ist alternativlos,weil Griecnhenland nie in der Lage sein wird,mit welchen Spar&Reformauflagen auch immer in €uropa wettbewerbsfähig zu sein!Wettbewerbsfähig zu sein ist auch kein Lebenszweck an sich!Es gilt nicht immer :Gleich&gleich gesellt bsich gern,sondern manchmal ergänzen sich auch völlig konträre zu einem funktionalem Ganzen!

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