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KfW-Kredite: Scholz verkündet 100 Prozent-Staatshaftung!

Claudio Kummerfeld

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Staatshaftung 100 Prozent für KfW-Kredite - Deutschland-Fahne vor Bundestag

Für die KfW-Kredite (Staatsbank Kreditanstalt für Wiederaufbau) zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Auswirkung der Coronakrise gab es bislang nur eine 90 Prozent Staatshaftung. Das war ein Riesenproblem, weil die Banken ja immer noch zu 10 Prozent haften sollten, und das auch für vermeintlich kaputte Unternehmen, deren Kredite nach der Krise ausfallen. Daher wurden in den letzten Tagen viele Anträge von Unternehmern bei den Banken abgeblockt. Eine gigantische Pleitewelle droht, und zwar auch bei eigentlich gesunden Unternehen. Und das nur wegen diesen fehlenden 10 Prozent! Gestern hat die EU-Kommission genehmigt, dass die Staatshaftung für die KfW-Kredite auf 100 Prozent erhöht werden darf. Auf dieses Problem haben wir die letzten Tage mehrfach hingewiesen.

KfW-Kredite mit Riesenproblem – das wird jetzt beseitigt

Genau dieses Problem spricht jetzt geradein diesen Minuten in der Bundespressekonferenz Bundesfinanzminister Olaf Scholz an. Er spricht aktuell von einem neuen Schnellkreditprogramm. Dabei werde die Bank nicht mehr die Kreditvergabe anhand der möglichen zukünftigen Entwicklung des Unternehmens beurteilen (denn genau das ist ja aktuell das große Problem!). Nun sei das Kriterium die Vergangenheit, ob die Unternehmen also vor dem Ausbruch der Coronakrise gesund waren. Es gehe darum, dass man halbwegs sicher sein könne, dass der Staat bei diesen Krediten nicht zu viele Ausfälle haben werde. Im Klartext: Die vorher schon kaputten Unternehmen sollen nicht über diese neuen KfW-Kredite weiter künstlich am Leben erhalten werden, bis sie vielleicht in einem Jahr dann endgültig dicht machen.

Wer in 2019 schon tätig war und Umsätze hatte, wer im letzten Jahr Gewinn gemacht hat, wer eine ordentliche wirtschaftliche Tätigkeit durchgeführt hat, wer Gewinn gemacht hat (alles O-Ton Scholz), der kann ab sofort einen Kredit in Höhe von 3 Monatsumsätzen erhalten, und zwar mit einer Staatshaftung von 100 Prozent! Es sei dafür keine eigene Bewertung der Bank notwendig. Mit dieser 100 Prozent Staatshaftung sei es möglich, dass diese Kredite ganz schnell ausgereicht werden können, so Olaf Scholz ganz aktuell in seinen Ausführungen.

3 Monatsumsätze als Kredit mit 100 Prozent Staatshaftung

Die Details, frisch von Olaf Scholz soeben verkündet: Unternehmen mit 11 bis zu 50 Mitarbeitern können maximal 500.000 Euro Kredit erhalten. Unternehmen mit mehr Mitarbeitern sollen bis maximal 800.000 Euro erhalten. Es gehe um ein mögliches Kreditvolumen von wie gesagt bis zu drei Monatsumsätzen. Und es gehe darum den kleineren Unternehmen schnell Liquidität zukommen zu lassen, ohne dass der Staat all zu viel Geld verliert, so Scholz. Unser Kurz-Kommentar: Das könnte der Durchbruch sein, mit dem KfW-Kredite nun endlich an die Unternehmer fließen können, die bei den Banken in den letzten Tagen abgelehnt wurden. Denn nun haftet der Staat unter diesen Bedingungen zu 100 Prozent, und die Banken haben kein Risiko mehr!

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    Scheer

    6. April 2020 14:34 at 14:34

    Letzten endes haben wir den finalen Grundstein für die Hyperinflation gesetzt.
    Bravo!
    Manchmal frage ich mich ob Kinder oder Unterbemittelte nicht bessere Entscheider in der Politik wären.

  2. Avatar

    Gixxer

    6. April 2020 14:54 at 14:54

    Jetzt haften die Banken nicht mehr. Die Anträge müssen aber bei ihnen abgegeben werden. Es könnte also durchaus sein, dass es jetzt auch nicht schneller geht, weil die Flut der Anträge einfach nicht so schnell abgearbeitet werden kann. Außerdem müssen ja nach wie vor Prüfungen stattfinden, nämlich die Prüfung, ob es vorher gut genug lief in dem Unternehmen. Diese Prüfung nehmen nach wie vor die Banken vor. Es wäre daher interessant zu wissen, ob die Banken für die Richtigkeit dieser Prüfung haften.
    Falls sie haften, werden die Prüfungen sicher ähnlich intensiv wie vorher sein.
    Falls nicht, wer verhindert dann, dass die Banken Kredite an Firmen bewilligen, die sie gar nicht hätten bekommen dürfen und dann von den Firmen „verlangen“, dass mit den neuen Krediten alte Kredite bei Ihnen abgelöst werden? So könnten sich die Banken schlechter Kredite auf Kosten der Allgemeinheit entledigen. Aber vermutlich ist der Rahmen dazu zu niedrig.

    Wir werden auf jeden Fall sehen, wie das ganze ausgeht.

    ch hatte es glaube ich schon mal geschrieben, dass ich es nicht so schlecht finde, wenn wenigstens etwas kontrolliert wird. Das war vorher durch die teilweise Haftung der Banken gegeben.

    • Avatar

      Scheer

      6. April 2020 15:41 at 15:41

      Letzter Punkt ist genau der wichtigste von allen.

      • Avatar

        LEO

        6. April 2020 17:40 at 17:40

        Moin.

        Ja, jetzt ist die Wurst warm, Leute.. Wirklich unfassbar, was hier passiert!

  3. Avatar

    sascha

    6. April 2020 15:07 at 15:07

    Jo-Jo , da ist SIE..die Verstaatlichung auf lange Sicht (1-2 Jahre).

    Unternehmen ab 11 MA, sensationell Herr Scholz. Ich hoffe Sie platzen nicht aus Ihren Hemde.

  4. Avatar

    Martin1

    6. April 2020 15:23 at 15:23

    Würde ich noch in Merkel-Deutschland leben, würde ich das auch beantragen. :-D

    -> Mitnahmeeffekt

  5. Pingback: Aktuelle Meldungen vom 6. April 2020 | das-bewegt-die-welt.de

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    Michael Möckel

    6. April 2020 16:31 at 16:31

    Auf der Internetseite der KFW-Bank steht folgendes zur Haftungsbeschränkung und Risikoübernahme:

    Haftungsfreistellung und Risikoübernahme, das hängt zusammen. Bei einem Kredit mit Haftungsfreistellung trägt Ihre Bank nur noch einen Teil des Ausfallrisikos – den anderen Teil des Risikos übernimmt die KfW. Oft sind Banken erst dadurch bereit, Kredite zu vergeben. Für Sie als Kreditnehmer kann das also ein großer Vorteil sein.

    Bei der KfW-Corona-Hilfe übernehmen wir deutlich mehr Risiko – bei kleinen und mittlere Unternehmen bis zu 90 %, bei großen Unternehmen und in der Konsortialfinanzierung bis zu 80 %.

    Als Kreditnehmer haften Sie zu 100 % für die Rückzahlung.

    Was bedeutet der letzte Satz?
    Heißt das, dass das Unternehmen oder die Unternehmer als Privatpersonen letztendlich doch für den Kredit haften?!
    Wenn das so ist, macht dieser Kredit keinen Sinn!!!

    • Avatar

      Michael

      6. April 2020 17:04 at 17:04

      KfW-Kredite werden nicht direkt, sondern über die Hausbank vergeben. Und die hat sich bisher geweigert, Kredite zu vergeben, weil der Staat nur zu 80 bis 90% gegenüber der Hausbank dafür bürgt. Jetzt haben die Hausbanken keinerlei Risiko mehr und können die Kredite bedenkenlos raushauen.

      Gegenüber der KfW-Bank haftet logischerweise der Kreditnehmer zu 100%, genauso, wie es schon immer war. Sonst wäre es ja kein Kredit, sondern ein Geschenk, ein Zuschuss. Warum soll das keinen Sinn machen?

      • Avatar

        Michael Möckel

        6. April 2020 19:42 at 19:42

        sorry. wo ist denn da die Hilfe?
        Wenn ich den Kredit persönlich verbürgen muss um eine GmbH zu retten macht das für die Gesellschafter insbesondere bei derzeitigen unklaren Situationen keinen Sinn.

        • Avatar

          Michael

          6. April 2020 21:13 at 21:13

          @Michael Möckel, wenn Sie von Ihrer GmbH so wenig überzeugt sind und in erster Linie an sich und Ihr Gehalt und Ihr Vermögen denken, macht das Programm tatsächlich keinen Sinn.

          Da es sich bei diesen Krediten um eine vorübergehende Liquiditätshilfe aufgrund der Krise handelt, müssen auch die seit jeher fast verantwortungsfreien Gesellschafter, die sich ohnehin seit jeher und per se aus der privaten Verantwortung gedrückt haben, aus Solidaritätsgründen die Hosen runter lassen. Diese verantwortungsscheuen Drückeberger haften nun auch, wie jeder Einzelunternehmer und jede Personengesellschaft für die Hilfen.

          Haben Sie einen Plan, ein tragfähiges Konzept, das nur einen Aufschub benötigt? Das Hilfsprogramm macht nur dann keinen Sinn, wenn man von vornherein keinen Ausweg sieht, keinen Plan hat und lediglich nochmal abschöpfen will. Jeder, vom Gesellschafter bis zum Einzel-Gewerbetreibenden, vom Künstler bis zum Angestellten und Arbeiter muss derzeit Opfer bringen. Die Flexiblen, die Schlauen, die Anpassungsfähigen und natürlich die Seilschaften werden überleben.

          • Avatar

            MM

            7. April 2020 04:50 at 04:50

            Sehr geehrter Herr Michael……
            Ich bin Ende 50 und seit 25 Jahren geschäftsführender Gesellschafter. Unser Unternehmen hat weit über 100 Mitarbeiter und macht momentan Umsatz 0. Wie lange das noch so bleibt kann keiner sagen. Den Umsatz, den wir jetzt nicht machen, den werden wir nicht nachholen. Insbesondere weil jetzt die umsatzstarken Monate vor uns liegen.
            Wir stocken das KUG unserer Mitarbeiter auf 80% auf und verzichten auf ein Drittel unseres Einkommens.
            Wir werden trotzdem mehrere Monate ohne diese Kredite überleben. Auch die solide wirtschaftende werden überleben.
            Wenn wir jetzt diese Kredite mit persönlicher Haftung angewiesen werden würden wir unsere persönliche Existenz aufs Spiel setzten.
            Der Sinn einer GmbH ist nun mal die beschränkte Haftung.
            In den Medien wird vermeldet, der Staat übernimmt zu 100% das Risiko. Das tut er eben nicht. Er sichert das gegenüber den Banken und nicht gegenüber den Unternehmen.
            Das wissen aber die meisten der Leute in unserem Land nicht.

  7. Avatar

    asyoulike

    6. April 2020 16:43 at 16:43

    Moin, moin,

    wie nicht anders zu erwarten, wird jetzt für alles und jeden gehaftet. Aber die Überschrift (für jüngere Leute, die Headline) stimmt nachdenklich. Was bedeutet „Staatshaftung“? Der Staat hat nichts, ausser Schulden. Womit haftet er nun? Es müsste m.E. richtigerweise heißen, „Scholz verkündet 100% Steuerzahlerhaftung“.

    Fazit: Es handelt sich hier, wie auch von anderen bereits geschrieben wurde, um die Eröffnung des Endspiels. Fluchtwege für Berlin sind verbaut, die gibt es nicht.

    Frage: Wann fliegt Merkel nach Chile aus?

  8. Avatar

    asisi1

    6. April 2020 17:07 at 17:07

    Der Michel will ja unbedingt die Verhältnisse der damaligen DDR mitbekommen, er glaubt es ja sonst nicht, wie es da war! Keine Bananen, kein Auto, aber viele viele DDR-Mark in der Tasche.

  9. Avatar

    Marcus

    6. April 2020 17:20 at 17:20

    Kredit für jedermann, Helikoptergeld via KFW! Damit wird jetzt wahrscheinlich jeder Selbstständige Kredit bekommen ohne irgendwelche Sicherheiten vorweisen zu müssen, mit freundlicher Haftungsübernahme durch den Steuerzahler.

    Ich finde es eine Katastrophe das man nach dem Gießkannenprinzip Geld verteilt, eine Marktbereinung verhindert, und neue Zombies heranzüchtet.

  10. Avatar

    Michael

    6. April 2020 20:07 at 20:07

    Alles Mist! Alles Kommunismus!! Zumindest Sozialismus!!! Zumindest sozial…

    Das Geblubbere der üblichen radikalen „Marktliberalen“ hier im Forum nervt inzwischen exponentiell mehr als normalerweise schon zuvor in Covid-19-freien Zeiten. Was würden denn die Damen und Herren Scheer, Gixxer, Leo für die Catz, Asisi, Martini, Asyoulike & Konsorten denn konkret vorschlagen? Was wären ihre Ideen und Lösungsansätze?

    Wir machen es wie Donnie? Oder wie der fiebernde und schwitzende Boris? Wie Orban, der irre Hunnenzwerg?
    Wir lassen Kulturschaffende, Solo-Selbständige, Kleinunternehmer und den Mittelstand „verrecken“, kümmern uns fürsorglich um unsere Banken und (Automobil)Konzerne und drücken quasi den Reset-Knopf für den Rest?
    Oder gibt es ganz andere, bisher nicht kommunizierte Lösungen neben dem Geblubber von volle Kralle Untergang, Schuldenschnitt, hilft ja eh nix mehr?

    So dämlich und vwerantwortungslos wie bei der rechtsradikalen Lega in Bella Italia sollte es auf keinen Fall ablaufen:
    https://www.n-tv.de/politik/Warum-das-Virus-die-Lombardei-so-befaellt-article21694914.html

    • Avatar

      Scheer

      7. April 2020 08:27 at 08:27

      Guten Morgen Michael,
      vergleichen wir unsere Wirtschaft mit einem Kind dem ich ohne durchdachte Regeln erziehen möchte.
      Wenn Eltern ihrem Kind sagen, dass in Ordnung sei das Zimmer nicht aufzuräumen und das Zimmer durch die die Haushaltshilfe aufgeräumt werden würde(man will ja nur das Beste für die Kinder), dann passt sich das Kind an diesem System an und fordert es dies von den Eltern resp. der Haushaltshilfe.
      Nun haben die Eltern kein Geld (Corona Lockdown) mehr und müssen den Gürtel enger schnallen. Auch das Kind muss jetzt das Zimmer aufräumen. Aber das Kind versteht nicht warum es das jetzt tun müsste und verurteilt die Haushaltshilfe und auch die Eltern weil Sie das Zimmer nicht aufräumen wollen/können.
      Das Corona wird von den Eltern als Argument eingebracht, aber der eigentliche Grund der Schieflage ist die falsche Erziehung der Eltern.
      Kinder / Unternehmer passen sich an die Gegebenheiten der Politik an. Wird einem zu viel gegeben nimmt man das dankend an, aber wehe jemand kommt auf den dummen Gedanken die schönen Dinge einem wegzunehmen. Jetzt stellen Sie sich vor, dass dies nicht bei einem Kind / Unternehmen passiert, sondern bei ganz vielen. Schon ist der Sturm perfekt.

      • Avatar

        Gixxer

        7. April 2020 09:45 at 09:45

        @Michael:
        Ich weiß es auch nicht, was ich als Lösung vorschlagen würde.

        @Scheer: Ihre Erklärung finde ich absolut treffend.

        Die Fehler wurden bereits vorher gemacht und sind nun nur schwer zu korrigieren.

  11. Pingback: KFW – KREDIT BEANTRAGEN – asfinanz.org

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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