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Aktien

Ein kurzer Gedanke: Warum Dow Jones den Gigangen Exxon opfert

Claudio Kummerfeld

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am

Esso als Markenname von Exxon

Wir berichteten vorhin bereits über die heute Nacht veröffentlichte Mitteilung von „S&P Dow Jones Indices“. Drei Aktien fliegen Anfang nächster Woche aus dem Leitindex Dow Jones Industrial Average, und drei neue kommen hinzu. Explizit wird dabei erwähnt, dass der Cloud-Anbieter Salesforce den Öl-Giganten Exxon ersetzt!

Exxon war der „alte große Tanker“ im Dow Jones-Index. Wie der Name es schon sagt, war er ursprünglich mal ein Industrie-Index. Nach und nach passte sich der Dow Jones mit seinen 30 Werten an die Umgestaltung der amerikanischen Volkswirtschaft an. Weg von Industrie, hin zu Dienstleistungen. Erst 2018 flog der gigantische Industriekonzern General Electric aus dem Index, und wurde durch die wenig glamouröse Apothekenkette Walgreens ersetzt. Schon das war ein mittelgroßer Schock.

Und jetzt Exxon. Damit wendet sich der altehrwürdige Dow Jones-Index wohl endgültig von der Industrie ab. Mit der expliziten Erwähnung von Salesforce als Ersatz für Exxon ist klar, wo die Reise hingeht. Man will mehr in Richtung Technologie gehen. Wir hatten es im vorigen Bericht schon erwähnt. Aufgrund der altmodischen Berechnungsmethode des Dow Jones-Index schwindet die Gewichtung einer Aktie im Index, wenn ihr Aktienkurs sinkt, und Aktien mit einem hohen Kurs haben eine höhere Gewichtung. Apple als Dow-Schwergewicht führt gerade einen Aktiensplit durch, weshalb die Gewichtung von Tech-Aktien sinken würde.

Mit Salesforce kann man die Abnahme der Technologie-Gewichtung im Dow abmildern. Ihre Gewichtung sinkt nur von 27,6 Prozent auf 23,1 Prozent. Ohne Salesforce als neuem Bestandteil im Dow wäre der Tech-Anteil in Index auf 20,3 Prozent gefallen. Aber warum ist dem Indexanbieter ein hoher Tech-Anteil so wichtig? Man könnte meinen, dass in erster Linie damit die gerade dieses Jahr noch schnellere Wandlung der US-Volkswirtschaft hin zu immer mehr Tech-Anwendungen berücksichtigt werden soll. Man kann aber auch auf die Idee kommen, dass der Indexanbieter sieht, dass der Technologie-Leitindex Nasdaq 100 von einem Allzeithoch zum nächsten eilt, während der altehrwürdige Dow Jones-Index nicht so recht vorankommt.

Weil die hierin enthaltenen Aktien zu langweilig und behäbig sind? Das letzte Allzeithoch hatte der Nasdaq erst gestern erreicht. Vergleicht man seinen Indexstand mit dem Stand direkt vor dem Start des großen Börsencrash im Februar, dann ist das schon ein wirklich beachtlicher Zuwachs von 9.735 auf jetzt 11.658 Punkte. Der Dow Jones konnte seitdem nicht sensationell glänzen. Im Februar noch bei 29.500 Punkten, hat er es bis jetzt „gerade mal“ auf 28.443 Punkte geschafft. „Noch nicht mal“ ein neues Allzeithoch. Klar, von welchen Luxusproblemen reden wir hier bitte schön in dieser Coronakrise. Aber hey, man könnte auf die Idee kommen, dass der Dow Jones mehr Pepp erhalten soll, um im Performance-Rennen der Indizes nicht völlig einzustauben.

Als letzte klassische Industrie-Ikonen verbleiben im Dow Jones eigentlich nur noch Boeing und Caterpillar. Aber halt. Warum wird nicht einfach Amazon in den Dow aufgenommen? Dann würde der Index immer weiter kräftig hochgezogen, weil die Amazon-Aktie ja immer nur am Steigen ist? Nun, bei nur 30 Aktien in einem Index, da wäre die Ausrichtung auf Amazon mit einem Aktienkurs von über 3.000 Dollar wohl doch zu übertrieben?

Dow Jones gegen Nasdaq im direkten Chartvergleich
Dow Jones vs Nasdaq auf CFD-Basis im direkten Vergleich seit September 2019.

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Aktien

Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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