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EU: es „riecht“ nach Abkühlung durch den Brexit! Ein Warn-Hinweis..

Der Brexit ist keine Einbahnstraße - erste negative Folgen für die EU..

FMW-Redaktion

Die Zahlen zum EU-Einkaufsmanagerindex Gewerbe sind normalerweise nicht der ganz große Aufreger. Aber diesmal könnte sich anhand dieser Daten doch abzeichnen, dass das Brexit-Votum der Briten auch in der EU Bremsspuren hinterläßt!

Zunächst die Fakten: der Einkaufsmanagerindex fällt auf 51,7 (erste Veröffentlichung war 51,8). Aber: schwach besonders wieder einmal Frankreich mit 48,3, das ist der tiefste Stand seit zwei Monaten und der sechste Monat in Folge unter der 50er-Marke, also Rezession!

Schwach auch Italien – dort fällt der Einkaufsmanagerindex erstmals seit Januar 2015 wieder unter die 50er-Marke mit 49,8. Deutschland dagegen mit dem besten Wert aller Länder (53,6, aber dennoch so schlecht wie seit drei Monaten nicht mehr); dahinter die Niederlande (53,5).

Aber unter der Oberfläche brodelt es – hören wir dazu den Chefvolkswirt von Markit (das die Daten erhebt), Chris Williamson:

“Der Aufschwung des Eurozone-Industriesektors stand im August auf wackligen Beinen und könnte in den kommenden Monaten weiter abkühlen. So sank die Wachstumsrate auf ein Drei-Monatstief – immerhin kein Einbruch vor dem Hintergrund des Brexit-Votums in Großbritannien.

Der Brexit wirft jedoch durchaus seine Schatten voraus. So droht anlässlich des niedrigsten Auftragszuwachses seit eineinhalb Jahren eine weitere Abkühlung im September. Ausschlaggebend für die Auftragsdelle waren laut Befragten nicht zuletzt der höhere Außenwert des Euro und die verringerten Exporte nach Großbritannien.
Und das Fünf-Monatstief beim Stellenaufbau signalisiert eine niedrigere Einstellungsbereitschaft der Unternehmen infolge der zunehmenden politischen Unsicherheit. Besorgnis erregend bleibt auch die Kluft auf Länderebene. Nördliche Länder wie Deutschland, die Niederlande und Österreich lieferten die stärksten Wachstumsimpulse, während sich die Lage in den übrigen Ländern verschlimmert hat. So ging es in Frankreich und Italien abwärts, Griechenland stagnierte, und in Spanien und Irland läuft es in der Industrie momentan so schlecht wie zuletzt Mitte 2013.“

Viel klarer kann man nicht warnen! Also politische Unsicherheit durch den Brexit, kombiniert mit einem starken Euro zu einem schwachen Pfund, das die Exportchancen nach UK deutlich minimiert. Großbritannien aber ist ein wichtiges Exportziel für die europäische Industrie – daher das große Defizit der Briten in der Warenbilanz (während sie bei Dienstleistungen netto als Exporteur auftreten).

Und jetzt wird es lustig: soeben ist nämlich der Einkaufsmanagerindex aus Großbritannien veröffentlicht wurden – und war deutlich besser als erwartet mit 53,3 – die Prognose lag bei lediglich 49,0! All das macht ja auch Sinn: die Briten haben durch das schwache Pfund bessere Exportchancen, was das produzierende Gewerbe in UK beflügelt. Im besten Fall eine Art Reindustiealisierung auslöst bei den entindustrialisierten Briten. Aber der Preis dafür heißt Inflation und Kaufkraft-Verlust der Briten – weil die Importe schneller teurer werden als die Löhne steigen..

Fakt ist: wir haben jetzt den ersten belastbaren Hinweis, dass das Brexit-Votum der Briten negative Auswirkungen für die europäische INdustrie haben wird!



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2 Kommentare

  1. Das kann nur eines bedeuten: noch mehr Stimuli, mehr mehr mehr. Mein Short auf den FTSE100 wird wohl gegrillt werden. LZ noch über ein Jahr aber die Zentralbankster werden den schön in der Hölle schmoren lassen.

    Ist trotzdem gegen jede Logik dass UK auf einmal losprosperiert. Und ja – ich kenne die Zusammensetzung des FTSE (exportlastig). Aber die müssen ja auch Rohstoffe und Vorprodukte einkaufen…

    VG KARL

  2. Euer Bericht bestätigt meine seit gefühlt 100 Jahren getätigten Hinweise.

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