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EU greift Amazon an – wird das „tatsächliche Geschäftsmodell“ offengelegt?

Redaktion

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Amazon App auf einem Smartphone

Inzwischen hat fast jeder „normale“ Konsument ein Amazon-Konto. In den USA ist der Riese gefühlt schon Monopolist im Onlineshopping. In Deutschland gibt es da mit Zalando, Otto und Co noch einiges an Konkurrenz, aber die Entwicklung schreitet auch hierzulande immer weiter voran, hin zu immer mehr Marktmacht für Amazon. Das Geschäftsmodell des Unternehmens, so meint man ja, ist einfach. Der Anbieter verkauft selbst Produkte, und gleichzeitig werden über den „Marketplace“ Produkte von Drittanbietern verkauft. Für den Konsumenten ist der Unterschied beim Shoppen über Amazon in der Regel gar nicht mehr sichtbar. Man kauft bei Amazon ein, fertig aus. Nur wer ganz genau hinschaut, sieht kleine Hinweise, dass das Paket von einem externen Verkäufer stammt.

Das Geschäftsmodell hinter dem Geschäftsmodell?

Aber da immer alles auf Amazon gelabelt ist, und da man als Konsument einfach und bequem heutzutage fast alles über diese Webseite findet, steigt die Marktmacht immer weiter an. Die EU-Kommission will laut einem aktuellen Bericht des WSJ (siehe hier) nun offenbar Amazon angreifen, und damit womöglich das „tatsächliche Geschäftsmodell“ des Anbieters aufdecken. Seit Jahren gibt es immer wieder Gerüchte und Berichte. Aber in der breiten Öffentlichkeit wird das Thema nicht wirklich wahrgenommen.

Amazon hat vollen Zugang zu den Daten wie dem Kaufverhalten der Kunden, wenn diese über Amazon bei Dritten einkaufen. Dadurch hat Amazon quasi ein gigantisches Tool zur kostenlosen Marktforschung zur Hand. Der Vorwurf: Amazon sieht, was bei Drittanbietern erfolgreich verkauft wird, spricht die Hersteller in Asien direkt an, kauft dort selbst ein, und verkauft dann im eigenen Namen die Produkte, und kegelt die externen Händler aus dem Geschäft. Natürlich gibt es hierzu kein offizielle Statement vom Amazon, und es gibt bis jetzt dazu auch keine Beweise. Aber die Vorwürfe gibt es seit Jahren. Schauen Sie dazu gerne auch die hochinteressante Doku im folgenden Video. Es werden konkrete Alltagsbeispiele von Händlern gezeigt, die über Amazon verkaufen, oder mal verkauft haben. Einige sind inzwischen pleite, obwohl sie bis zu einem gewissen Zeitpunkt extrem erfolgreich waren. Dann war ganz plötzlich Schluss. Wir empfehlen: Schauen Sie die Doku ab Minute 7:15.

Verfahren durch die EU-Kommission

Aber zurück zur EU-Kommission. Sie untersucht, ob Amazon die Daten seiner externen Verkäufer, die ihre Artikel auf der Webseite des Konzerns anbieten, ausnutzt, um ihnen mit eigenen Angeboten Konkurrenz zu machen. Hier geht es also genau um den Vorwurf, der auch in der Doku angesprochen wird. Die EU-Kommission in Person der im Silicon Valley inzwischen gefürchteten Wettbewerbskommissarin Vestager (Milliarden-Bußgelder) plane nach nun erfolgten Ermittlungen ein offizielles Kartellverfahren gegen Amazon einzuleiten, wegen des Verdachts illegaler Geschäftspraktiken im Umgang mit seinen Händlern auf der Marketplace-Plattform. In der nächsten Woche könne es soweit sein. Wird es ein Milliarden-Bußgeld geben? Wird das Unternehmen diese mutmaßliche Geschäftspraxis aufgeben müssen?

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Indiz für die jüngste Zocker-Orgie in US-Aktien und Bitcoin – man schaue auf die Such-Trends

Claudio Kummerfeld

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Bunte Kurstafel

Markus Fugmann hatte die letzten Tage darüber berichtet, so auch heute früh (siehe hier). Vor allem über einen gigantischen großen Zocker-Blog auf Reddit (siehe hier) formiert sich quasi täglich neu eine gigantische Crowd aus gierigen Jung-Zockern, um sich auf einzelne US-Aktien zu stürzen. Besonders interessant waren die letzten Tage kräftige Kursanstiege Aktien wie „Gamestop“, bei denen es hohe Short-Volumina gab. Profi-Spekulanten wie Hedgefonds hatten große Wetten auf fallende Kurse aufgebaut. Steigt der Aktienkurs nun aber kräftig, kann der Verlust dieser Profis ins Unendliche steigen.

Und die Banken und Broker, die solchen Hedgefonds oft Kredite für ihre Spekulationen gewähren, könnten kalte Füße kriegen und mehr Sicherheiten verlangen – oder die Short-Positionen zwangsweise schließen, wodurch der Aufwärtssog der Aktien noch mehr verstärkt wird. Auf genau diese Bewegung hofften die Zocker wohl bei Gamestop und anderen Aktien. Man schaue in der folgenden Grafik, wie die Beliebtheit für den Google-Suchbegriff „Short Squeeze“ in den USA in den letzten fünf Jahren aussah. Erst in den letzten Tagen explodierte die Beliebtheit dieses Suchbegriffs extrem. Mit Short Squeeze bezeichnen Börsianer einen stark steigenden Aktienkurs, der durch das Schließen von Short-Positionen verursacht wird. Der Wert 100 in der Grafik steht für die höchste Beliebtheit des jeweiligen Suchbegriffs.

Im folgenden Chart sehen wie in den Google Trends für die letzten fünf Jahre die weltweite Beliebtheit des Suchbegriffs „Bitcoin“. Man sieht, dass bei der ersten großen Hausse Ende 2017 die maximale Beliebtheit von 100 Punkten erreicht wurde, und Anfang diesen Jahres nur ein Wert von 69 – jetzt nur noch 42 Punkte. Die Gier der Internet-Gemeinde nach dem Thema war damals also wohl noch größer als heute. Offenbar scheint sich ganz aktuell die „Meute“ auf die kleinen US-Aktien zu stürzen – weil die wohl von einer Meute Klein-Zocker leichter kräftig im Kurs zu bewegen sind?

Chart zeigt Beliebtheit der Suche nach Bitcoin

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

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SAP in der Krise: Ist das eine Chance für uns? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war ganz harte Kost, die der europäische Software-Riese SAP am 26. Oktober für seine Aktionäre hatte. Die Cloud-Sparte blieb überraschend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Einzelne Anwendungen wie die Software Concur (Verwaltung und Organisation von Geschäftsreisen) floppten völlig. Und noch mehr: Die Walldorfer kassierten auch gleich die Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre, wie wir aus dem Quartalsbericht entnehmen mussten.

So kam es wie es kommen musste. Die Aktie des DAX-Schwergewichts kollabierte an jenem Tag binnen weniger Sekunden und verlor 20 % ihres ursprünglichen Marktwertes. Per saldo sank die SAP-Aktie von über 140 Euro unter 100 Euro ab. Milliarden Euro waren plötzlich durch den Schornstein.

Ungefähr im gleichen Zeitraum meldete die US-Konkurrenz bestes Zahlenwerk. Oracle und Salesforce nutzten die Dollarschwäche des vergangenen Jahres und griffen den deutschen Software-Riesen in seinem europäischen Heimatmarkt an. Die Analysten hängten wie üblich ihr Mäntelchen in den Wind und urteilten vernichtend über das Software-Unternehmen. Der Tenor: Eine Wachstumsgeschichte geht zu Ende. SAP bringt es nicht mehr.

In der Tat befindet sich die Walldorfer Software-Schmiede in einer veritablen Krise. So wird der Umsatz 2021 kaum noch wachsen, der Gewinn wird großer Wahrscheinlichkeit sogar rückläufig sein.

Das sind die Stärken der SAP

Aber gemach! SAP ist unverändert ein großartiges Unternehmen, dessen Software-Anwendungen weltweit in rund 25 Branchen genutzt werden. Bei Großunternehmen sind die Deutschen immer noch das Maß aller Dinge. 9 von 10 Playern nutzen mindestens eine kleine SAP-Anwendung. Die Kundenkartei der Walldorfer liest sich imposant. Dort finden Sie typische Traditionsunternehmen wie Chevron, Ford oder AT&T. Aber auch die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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