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Euro-Dollar: Wie weit geht der Abverkauf?

Die deutsche Bundestagswahl war der Trigger: seitdem geht es mit dem Euro-Dollar bergab. Der Markt „riecht“, dass das ein Erdbeben war, das für Europa folgen haben wird..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Die deutsche Bundestagswahl war der Trigger: seitdem geht es mit dem Euro-Dollar bergab. Der Markt „riecht“, dass das ein Erdbeben war, das für Europa folgen haben wird. Dazu kommt, dass Schäuble wohl definitiv nicht mehr Finanzminister wird (er wird Parlamentspräsident), was den Weg für die FDP frei machen dürfte, das Ministerium zu übernehmen. Und die FDP hat „rote Linien“ in der Europa-Politik – das wird wohl auch die EZB merken..

Dazu kommt derzeit noch die Hoffnung auf die Steuerreform in den USA – heute um 20.15Uhr deutscher Zeit wird der Plan für die Steuerreform vorgestellt , um 21.20Uhr spricht dazu Trump. Ein weiterer Meilenstein waren die hawkishen Aussagen von Janet Yellen gestern.

Blickt man auf den Euro-Dollar-Chart, fallen zwei Dinge auf: erstens eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation, und zweitens drei Shooting Stars (kleine Kerzen-Körper mit langem Docht nach oben als Abschlussmuster eiens Aufwärtstrends).

Der Fall des Euro wird immer dynamischer, das nächste Ziel liegt bei 1,1661, dem Tief aus Mitte August. Aus der Schulter-Kopf-Schulter-Formation wiederum würde sich ein Kursziel von 1,550 ableiten lassen (Abstand zwischen Schultern und Kopf nach unten projeziert). Im Bereich von 1,14 finden sich dann zahlreiche Unterstützungs-Cluster.

Hier eine interessante (englischsprachige Einschätzung) zum Euro-Dollar vom Anfang der Woche, die jedoch, was die Kursziele betrifft, weiterhin Gültigkeit hat:

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Marko

    27. September 2017 17:31 at 17:31

    „Der Markt „riecht“, dass das ein Erdbeben war, das für Europa folgen haben wird.“

    Das ist, mit Verlaub , Unsinn… ein Erdbeben ? Bei allem nötigen Respekt, wieso sollte ein fallender EUR „folgen haben“ für Europa ? ;D :D

    Ich find´s cool , dass der EUR fällt, eben deshalb, weil der EUR viel zu teuer bewertet ist.

    Finanzmarktwelt at its best,, und das ist o.k. so… ;)

  2. Avatar

    Marko

    27. September 2017 17:34 at 17:34

    Und wenn man sich mal den Schuppen „da drüben“ anschaut, sollte man sich schon fragen, wer ist hier der Gewinner bei einem EUR-Abverkauf ? :D

  3. Avatar

    Marko

    27. September 2017 17:39 at 17:39

    Es ist halt so, Markus.
    Die Amis waren die Ersten die den ganzen Kram in die Wege geleitet haben (Lehman/ABS), natürlich sind sie auch die Ersten, die die „Suppe auslöffeln mussten“.. :D
    während die EUR/EU bisher gar nicht reagiert hat. Die Bundesbank-Wahl spielt der EZB definitiv in die Karten…

  4. Avatar

    Marko

    27. September 2017 18:03 at 18:03

    Gehen wir davon aus, CDU/CSU /FDP hätte die absolute Mehrheit gewonnen, der EUR wäre „durchgestartet“ bis zum „geht-nicht-mehr“. :D
    So herum gesehen, ist das da, für Europa gar nicht so schlecht..

  5. Avatar

    Wolfgang Koch

    27. September 2017 19:33 at 19:33

    Die Märkte,die ehemals Börse hiessen,verfolge ich schon seit beinahe 30 Jahren,FMW so roundabout 10 Jahre.So richtig weitergebracht hat mich eigentlich keiner.Vor allem die „ultralockere Geldpolitik“mit ihren QE’s,Anleihekäufen &Käufen von Allem,was nicht bei 3 auf den Bäumen ist,sucht bei mir mathematische Logik.Dass die Währungen dieser Welt,unabhängig wo sie gerade stehen, immer gut für den heimischen Aktienmarkt & die Wirtschaft sind,ebenfalls.Egal ich bin nur Otto Normalo.Ob ich etwas,einiges oder evtl.beinahe alles verstehe ist nicht von Relevanz!Was ich allerdings schwarz auf weiss sehen kann ist die Tatsache,dass die Schulden der Welt immer gigantischer werden!Wahrscheinlich verstehe ich nur nicht,dass in einer Welt in der es keinen Zins(zumindest keinen positiven!)mehr gibt,auch das Pendant ,die Schulden,obsolet sind!Ich beginne zu realisieren,dass wir,ohne es zu merken,ins Paradies/Schlaraffenland gestolpert sind!Was bin ich/sind wir doch für Glückspilze!Haken?War gestern,in der voralternativlosen Zeit!!

  6. Avatar

    Marko

    27. September 2017 20:27 at 20:27

    Sehr netter Kommentar Herr Koch, Sie müssten eines bedenken : Die Sache mit Lehman ! „Klingets“ jetzt ?

    Es sollte doch allen klar sein, dass „Lehman“ nicht das Normalniveau ist,hoffentlich, und dass die Notenbanken versuchen, den Markt auf das Normalniveau zu bewegen.
    Alles andere ist eine Farce.

  7. Avatar

    Rainer Köhler

    27. September 2017 21:21 at 21:21

    Vielleicht wird Schäuble auch EU-Finanzminister…

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Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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am

Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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