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Devisen

Euro vs US-Dollar – die Trendwende schreitet voran

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Dollar Geldscheine - Euro vs US-Dollar in der Besprechung

Die Wahlen zum britischen Unterhaus sowie die jüngsten Statements der US-Notenbank bringen die Notierungen des Euro gegenüber dem US-Dollar wieder nach oben.

Euro holt Rückschlag schnell wieder auf

Der Euro war bereits drauf und dran, die 1,11-er Marke zum US-Dollar ins Visier zu nehmen, als Ende November überraschend gute Arbeitsmarktzahlen aus den USA den Kursanstieg der Gemeinschaftswährung vorerst stoppten.
Doch die jüngste Notenbanksitzung der US-Fed sowie die größere Klarheit in Sachen Brexit nach den Parlamentswahlen in Großbritannien geben dem Euro neuen Schwung und heben die Kurse über die 200-Tagelinie in Richtung 1,12 zum US-Dollar. Damit manifestiert sich charttechnisch und fundamental immer mehr eine Trendwende im weltweit wichtigsten Währungspaar.

Euro vs US-Dollar im Kursverlauf als Chart

Gelingt der Sprung über den Horizontalwiderstand bei aktuell ca. 1,1175, dann ist mit weiteren schnellen Kursanstiegen zu rechnen.

Zinsen, Wachstum, Inflation

Im kommenden Jahr dürfte sich der Trend hin zu weiter schrumpfenden Zinsdifferenz zwischen Euro und US-Dollar fortsetzen. Die massive Geldflutung durch die Fed, die um ein Vielfaches höher ist als die der EZB, dürfte ebenfalls Impulse für eine weitere Euro-Aufwertung bringen. Zumal sich auch die Wachstumsdifferenzen zwischen den USA und Europa weiter zurückbilden.
Das klare Bekenntnis der Fed zu anhaltend niedrigen Zinsen, verbunden mit einer Reduzierung der durchschnittlichen Zinserwartung für das kommende Jahr an Hand der Dot-Plots signalisieren den Märkten klar, dass die Zeit des Zinsvorteiles des US-Dollars sich dem Ende entgegen neigt.

Die Erwartung, dass die Fed die Zinsen wieder anheben würde, wird aktuell komplett ausgepreist. Selbst bei anziehender Inflation werden die US-Notenbanker nicht sofort reagieren, da sie ihre qualitative Geldpolitik, ebenso wie die EZB, auf ein sogenanntes „Symmetrisches Inflationsziel“ umgestellt haben. Die Fed muss nach diesem Konzept ihre Zinsen nicht sofort anheben, wenn das Inflationsziel (aktuell 2 Prozent) erreicht oder überschritten wurde. Erst, wenn die Inflation gemäß dem Core-PCE-Deflator solange über dem Zielwert liegt, wie sie vorher darunter gelegen hat, müsste mit Zinserhöhungen gegengesteuert werden. Damit ist auch in den USA eine Phase der anhaltend niedrigen Zinsen, relativ unabhängig von der Inflationsentwicklung, eingeläutet.

Die Annahme, die USA könnten sich geldpolitisch und konjunkturell dauerhaft vom Rest er Welt abkoppeln hatte ungerechtfertigterweise noch bis in den Herbst dieses Jahres hinein zu steigenden US-Dollar-Notierungen geführt. Spätestens seit der dritten Zinssenkung der Fed, gepaart mit der Auflage eines massiven Gelddruckprogramms in Höhe von 60 Mrd. US-Dollar monatlich zzgl. Repo-Markt-Interventionen in Höhe von 260 Mrd. US-Dollar denkt der Devisenmarkt nun um. Seit Mitte September hat die Fed im Rekordtempo ihre Bilanz um 324 Mrd. US-Dollar aufgebläht.

Die Tatsache, dass das Gelddruckprogramm der Fed aktuell fast achtmal so groß ist, wie das der EZB, liegt auch an dem deutlich höheren Schuldenstand der US-Regierung. Während die Staaten der Eurozone im Schnitt mit 84 Prozent des BIP verschuldet sind, liegt das Verhältnis von Staatsverschuldung zu BIP in den USA bei 108 Prozent – bei einer Neuverschuldung im laufenden Fiskaljahr (Oktober bis September) nahe 6 Prozent des BIP. Auch die Abkühlung der US-Konjunktur auf zuletzt nur noch 2,1 Prozent annualisiertes Wirtschaftswachstum bei einem gleichzeitigen Rückgang der Gewinne der US-Unternehmen diesem Jahr sprechen gegen den US-Dollar.

Moneyflow, Terminmarkt und Saisonalität

Schaut man sich die internationalen Kapitalströme an, dann waren die letzten drei Quartale geprägt von massiven Zuflüssen in den europäischen Aktienmarkt, der v. a. in Deutschland mit deutlich günstigeren Bewertungen im Vergleich zu den amerikanischen Pendants US-Investoren anlockte. Keine schlechte Entscheidung, wenn man zu den Kursgewinnen der deutschen Aktien noch die Währungsgewinne der letzten Monate dazu addiert.

Ein Blick auf die Terminmarktdaten zeigt ebenfalls ein Umdenken der Marktteilnehmer. Wetteten die großen Spekulanten bis Anfang Oktober an den Währungsterminmärkten noch mit Rekordvolumina auf einen weiter steigenden US-Dollar gegenüber den wichtigsten Handelspartnerwährungen (US-Dollar Index), hat sich dieses Volumen Stand letztem Dienstag fast halbiert.
Sehr konstruktiv sieht auch die Terminmarktsituation bei Euro vs. US-Dollar selbst aus, wo die großen Spekulanten (rote Linie im verlinkten Chart) nach wie vor massiv auf weiter fallende Euro-Kurse setzen, was eine Kontraindikation ist, während sich die kommerziellen Händler Richtung steigende Notierungen beim Euro positionieren (blaue Linie im verlinkten Chart).
Unter saisonalen Aspekten ist der Dezember ohnehin einer der besten Monate für den Euro vs. US-Dollar.

Fazit und Ausblick

Die Annäherung im Konjunkturzyklus der USA und Europas sowie die schrumpfende Zinsdifferenz bei gleichzeitig schneller steigender US-Dollar-Geldmenge sollte den Euro weiter im Aufwertungsmodus gegenüber dem Greenback halten.
Die ungleich höheren Defizite in den USA sowie die Auspreisung der US-Wachstums- und Zinsillusion werden auch im kommenden Jahr die Abwertung der Weltleitwährung fortsetzen. Damit bleibt die Perspektive nach dem Wegfall diverser positiver Sonderfaktoren für den US-Dollar klar: Steigen kann er, fallen muss er.

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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