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Eurokrise: Behält die EZB den Schuldentsunami im Griff?

Hannes Zipfel

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EZB Zentrale in Frankfurt - kann sie die Eurokrise abwenden?

Wie tief die Corona-Rezession in der Eurozone ausfallen wird, kann auch die EZB-Präsidentin Christine Lagarde noch nicht abschätzen. Sehr schnell könnte sich aus den Folgen des Shutdowns eine neue Eurokrise entwickeln. Ist die EZB dafür gewappnet, oder steht sie vor ihrem letzten Gefecht?

Am 18. März stand man bereits kurz vor einer neuen Eurokrise

Am letzten Donnerstag fand die mit Spannung erwartete virtuelle Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) statt. Die Prognosen der Ökonomen des IWF waren düster: die größte Wirtschaftskrise seit 100 Jahren stehe der Welt bevor. Auch die Präsidentin der Europäischen Zentralbank war zugeschaltet und gab eine Erklärung ab. Für die Eurozone erwarte sie einen „starken Rückgang der Produktion“ sowie „sich rapide verschlechternde Arbeitsmärkte“. Für die 19 Staaten der Eurozone wird ein beispielloser Einbruch von 7,5 Prozent der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr erwartet. Für das nächste Jahr hoffen die Ökonomen dann auf ein Wachstum in Höhe von 4,7 Prozent.

Besonders dramatisch sehen die Prognosen für Italien aus. Um 9,1 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr schrumpfen. Zusammen mit der Staatsverschuldung von 135 Prozent des BIP ergibt das eine gefährliche Mischung, die die EZB bereits Mitte März dazu veranlasste, zugunsten italienischer Staatsanleihen am Sekundärmarkt zu intervenieren. Die Zinsen für zehnjährige Obligationen des Stiefelstaats schossen von 0,9 Prozent Ende Februar bis auf 3 Prozent am 18. März nach oben. Eine ähnliche Entwicklung gab es bei den Renditen spanischer Schuldpapiere. Sogar französische Staatsanleihen wurden zwischen dem 9. und 18. März panikartig abverkauft, was die Renditen innerhalb weniger Tage um 100 Basispunkte nach oben trieb. Anders als üblich flüchteten die Anleger jedoch nicht in deutsche Staatsanleihen.

Die Bundesobligationen drohten im Gegenteil sogar mit in den Abwärtsstrudel hineingezogen zu werden. Erst als Christine Lagarde am 18. März kurz vor Mitternacht ein weiteres 750 Mrd. Euro schweres Anleihekaufprogramm mit veränderten Regeln zugunsten italienischer und erstmals auch griechischer Bonds ankündigte, legte sich die Panik bei den Rentenhändlern. Die riesige geldpolitische Bazooka, die zum damaligen Zeitpunkt zusammen mit den zuvor bereits beschlossenen Maßnahmen ein Gesamtvolumen von 1,1 Billionen Euro erreichte, begründete Lagarde kurz und bündig so: „Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“. Die EZB-Präsidentin wusste, dass die Eurozone den März nicht überstanden hätte, wenn sie nicht geldpolitisch „All In“ gegangen wäre und Tabus gebrochen hätte.

Kann die EZB zwei G7-Staaten plus Spanien retten?

Das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Isabell Schnabel stellt nüchtern fest, dass die schlagartige Verschlechterung der Refinanzierungsbedingungen an den europäischen Kapitalmärkten „eine gefährliche makro-finanzielle Rückkopplungsschleife auszulösen drohte“. Vergegenwärtigt man sich die Dimension des Stresszustandes an den Anleihemärkten, dann wird klar, wie kurz die EU vor einer neuen Eurokrise stand. Die besonders hart von der Coronakrise betroffenen Länder Italien und Frankreich gehören zu den G7-Staaten und bringen zusammen 4,7 Billionen Euro BIP auf die Waage. Die ausstehenden Schulden belaufen sich auf kumuliert 4,8 Billionen Euro – wohlgemerkt vor der jetzigen Krise. Als Griechenland im Jahr 2015 nach dem berühmten „Ochi“ zum Euro-Referendum eine Eurokrise auszulösen drohte, standen lediglich Staatsschulden in Höhe von 315 Mrd. Euro zur Disposition.

Wie in der letzten Eurokrise ist auch Spanien erneut Schauplatz einer massiven Rezession. In der viertgrößten Volkswirtschaft der EU und der Nummer 13 der Weltrangliste soll die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr laut dem jüngsten „World Economic Outlook“ des IWF um 8 Prozent einbrechen. Doch diese Zahl ist nur eine erste Prognose. In dem von der Pandemie mit am stärksten betroffenen Eurostaat ist das Vertrauen der Unternehmen zuletzt auf ein Rekordtief gefallen. Drei Viertel der Unternehmen Spaniens sind laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des nationalen Statistikamtes pessimistisch in Bezug auf ihre Zukunft. Mit 1,2 Billionen Euro Staatsschulden ist auch Spanien fast zehn Mal höher verschuldet als Griechenland während der letzten Eurokrise.

Mit ihren Bazookas hat die EZB die erste Welle der Panik am Anleihemarkt brechen können. Wenn die erste Welle der Corona-Pandemie abgeebbt ist und der wirtschaftliche Schaden in der Eurozone für den Kapitalmarkt sichtbar wird, könnte die EZB erneut gezwungen sein, zu intervenieren – vielleicht sogar dauerhaft zur Vermeidung einer ansonsten jederzeit möglichen Eurokrise.
Durch ihre geldpolitische Maßlosigkeit und diverse Tabu- und Rechtsbrüche hat die Europäische Zentralbank unter Führung der Juristin Christine Lagarde nun das umgesetzt, was Mario Draghi im Juli 2012 in London nur verbal ankündigte: Die EZB rettet die Eurozone „whatever it takes“.

Gefährlich wird es dann, wenn die Billionen Euro zu Fantastilliarden Euro werden und die Gigantomanie bei den Hilfsprogrammen und der Staatsverschuldung selbst zu Panik führen. Allein der Verdacht eines Kontrollverlusts bei der EZB würde zu Verwerfungen an den Devisen- und Bond-Märkten führen. Das Einzige, wogegen die EZB keine Bazooka hat, ist der Vertrauensverlust. Gegen den hilft auch keine noch so schnell rotierende digitale Notenpresse. Hoffentlich kommt es nicht soweit, denn die daraufhin folgende Eurokrise wäre eine finale Krise für die Europäische Union und die Gemeinschaftswährung.

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    Eric

    18. April 2020 11:14 at 11:14

    Wie auch die Japaner sind die Europäer v. a. bei sich selbst und in eigener Währung verschuldet. Das ist letztlich nur ein Verteilungsproblem. Die Privatvermögen der Spanier, Italiener, Franzosen werden im Durchschnitt auf ca. 5x das jährliche BIP geschätzt. Mit besserer Besteuerung großer Vermögen, gar einem einmaligen Lastenausgleich, lässt sich das prinzipiell schultern. Wenn man es denn will. Es ist natürlich bequemer Geld aus Nordeuropa zu verlangen. Aber letztlich und mit Distanz betrachtet ist das alles lösbar.

    Ganz anders viele Schwellenländer, die kaum Devisenreserven haben, eine eigene Währung die am internationalen Finanzmarkt keiner will und darum der Privatsektor immens in Fremdwährungen verschuldet ist und umgekehrt kaum Privatvermögen hat.
    Deren Aufschwung der letzten Jahre droht der Schwung auszugehen, vom endgültigen Ruin vieler Entwicklungsländer gar nicht zu sprechen.

    In Folge drohen neue Krisen und Kriege in Krisenregionen, mehr Flüchtlinge, weniger Klimaschutz, weniger Wachstum der Weltwirtschaft usw.
    Wirklich langfristig gesehen werden wir das in Westeuropa wie soviel in der Geschichte hinter uns lassen und wir werden weiterhin in Wohlstand leben.
    Das sieht jenseits der klassischen Industriestaaten möglicherweise anders aus.
    Paradoxerweise profitieren wir sogar von deren Krise. Denn einerseits zieht sich das Kapital gerade nach Nordamerika und Europa zurück und dürfte eine Rückkehr in emerging markets scheuen bis diese sich stabilisiert haben (ohne das ausländische Kapital schwer möglich, ein Henne Ei Problem) und uns weiterhin zum Minizins die Krise beseitigen lassen und gleichzeitig lässt sich wunderbar der Druck auf diese Länder erhöhen möglichst billig für uns zu produzieren, nachdem dort in den letzten Jahren die Einkommen steigen konnten. Damit importieren wir uns danb schön die Inflation die wir brauchen um trotz zeitweiser monetärer Krisenfinanzierung keine unerwünschte Inflation zu erleben.

    Mich würde nicht einmal wundern, dass man nach einer Bilanz in 10 Jahren sieht, dass der alte Westen ökonomisch von dieser Krise profitiert hat und dessen Wettbewerber in den emerging markets um viele Jahre zurückgeworfen wurden und es schwer haben werden nochmal aufzuholen.

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      Columbo

      18. April 2020 17:23 at 17:23

      Eurobonds, Vermögensabgaben für die Südländer. Who knows? In diesen Zeiten ist alles möglich.

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      Goldsammler

      18. April 2020 17:28 at 17:28

      @ERIC
      Der Wirtschaftsinterventionismus kann nicht als ein System von Dauer angesehen werden. Er ist lediglich eine Methode, um allmählich und stufenweise vom Kapitalismus zum Kommunismus überzugehen.
      Ludwig von Mises

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    foxxly

    18. April 2020 13:41 at 13:41

    Unsere Arbeitsleistung von Mensch und Maschine, ist in dieses Schulgelsystem, stets eine neue Kreditschuld. Je mehr wir leisten, desto höher sind zwangsläufig die Schulden (+Zinsen. Es ist ein völlig absurdes System, – denkt bitte selber darüber nach!
    Der Schuldentsunami wird auch nach Corona weitergehen, bis der Resetknopf gedrückt wird. Das heisst dann die vollständige Enteignung der Bürger und neue Zwangshypothenen und Lastenausgleichszahlungen.
    Arbeit darf niemals eine Kreditschuld sein und mit Abgaben aller Art belastet werden!!!!!!

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      asisi1

      18. April 2020 14:54 at 14:54

      Nur die es ändern könnten, leben davon. Also wird sich dieses System auch nicht ändern!

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      Dreamtimer

      19. April 2020 17:05 at 17:05

      „Je mehr wir leisten, desto höher sind zwangsläufig die Schulden (+Zinsen. Es ist ein völlig absurdes System, – denkt bitte selber darüber nach! )“

      Ja, auf den ersten Blick ist das natürlich absurd, auf den zweiten Blick ist es nur normal, dass die Unproduktiven, die Kapitalisten, nahezu das ganze Vermögen besitzen. Wäre das Vermögen bei den Produktiven, so könnten diese am meisten konsumieren und der Grund, weiterhin selbst produktiv zu sein würde entfallen. Sie würden dann von den Produktiven zu den Unproduktiven wechseln und der leer gewordene Platz würde wieder von jemand anderem besetzt.

      Neu an der Situation ist nur, dass die Zentralbanken als die ultimativen Unproduktiven auftreten und während der gemeine Kapitalist noch Gewinnabsichten hat, sind diese bei den Zentralbanken nicht mehr vorhanden. Die FED kauft Junkbond-ETFs ja nicht, weil sie diese später für 3Bio$ mit Profit wiederverkaufen will, sondern um die unwirtschaftlichen unter den Produktiven am leben zu halten.

      Wirtschaft ist jetzt nicht mehr so wichtig. Auch die Unwirtschaftlichen, unter den Produktiven leisten nun ihren Beitrag für das Gemeinwohl. Die Politik der Rettung der Unwirtschaftlichen ist eine Grenzüberschreitung, die man derzeit zwar an der Corona-Krise festmacht, mit der man aber Gefahr läuft, ganze Volkswirtschaften in die Dekadenz zu führen. Irgendwie müssen die Unternehmen der Wirtschaft wieder zugeführt werden und sie müssen dort auch pleite gehen können. Aber wie? Sollte das nicht passieren, dann haben wir irgendwann die Zombi-Apokalypse.

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    korrektor

    18. April 2020 16:58 at 16:58

    In Kriesenzeiten suchen die Menschen Substanz und werden weniger vom Schwachsinn geblendet:

    https://www.n-tv.de/politik/Union-so-stark-wie-Rot-Rot-Gruen-zusammen-article21723345.html

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      Petkov

      18. April 2020 22:47 at 22:47

      Gute Nachrichten! Bedauerlicherweise ist die Ursache für diese Rückkehr zur Vernunft eine tückische Pandemie. Also der Weg des größten Schmerzes.

      Ich kann nur aufrichtig hoffen, dass möglichst viele Menschen gesund bleiben oder zumindest nicht schwer erkranken. Das wünsche ich insbesondere dem gesamten FMW Team und allen Lesern / Foristen.

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        md

        19. April 2020 00:43 at 00:43

        @petkov, danke für deine worte.
        auch ich schliesse alle menschen in meine gebete mit ein. möge der allmächtige alle menschen beschützen.
        vg md

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        asisi1

        19. April 2020 10:06 at 10:06

        Möglichst viele Menschen gesund bleiben!
        Diese Aussage ist schon vollkommen verkehrt. Die Menschen wurden durch dieses „Sozialistische Gesundheitssystem“ erst richtig krank gemacht! Es ist ein „Zwangssystem“ in das Alle einzahlen müssen. Die Profiteure in diesem System machen nur Kasse mit „Kranken“, also wurden für jede kleine Blessur Pillen verordnet. Aus einem leichten Rückenleiden oder Kopfschmerzen oder Migräne wurden über die Jahre große Mengen an Pillen verordnet, um am Schluss durch Operationen angebliche Hilfe leisten zu wollen. 90% dieser Behandlungen haben dem Menschen nicht geholfen, sondern ihn noch kränker gemacht. Das war und ist aber die Absicht.
        In einem selbstverantwortlichem und Kapitalistischem System, würde sich der Mensch denjenigen suchen, der ihm mit einfachsten und günstigsten Mitteln hilft.
        Eine Zahl mal zum Nachdenken. Man könnte heute 75% der Bandscheibenoperationen vermeiden, würde man den Patienten vorzeitig mit physikalischen Maßnahmen behandeln! Es wären Einsparungen im zweistelligen Milliardenbereich möglich!

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          Anna

          19. April 2020 14:20 at 14:20

          Aber das ist ja das Perverse! Es wird operiert – auch, wenn es nicht notwendig ist –
          weil die Krankenhäuser diese OPs gut von den Krankenversicherungen bezahlt bekommen-
          überspitzt: je mehr operiert wird, desto mehr Geld gibt s . Aber das ist nur die Reaktion auf diese perverse Philosophie, die Krankenhäuser und Altenheime als
          gewinnorientiere Unternehmen ansieht bzw. versucht, aus ihnen gewinnorientierte und nach Möglichkeit gelistete Unternehmen zu machen. Mit anderen Worten: Die operieren, um Gewinn zu erwirtschaften, verstehen Sie? Sonst droht die Schließung, Entlassungen etc., das ist das Perverse. Diese Herumoperiererei ist eine Reaktion darauf, sonst nichts. Und: Wir müssen gar nicht darüber streiten, dass unsere gesetzlichen krankenkassen „fett“ sind – sicher sitzen da zu viele Funktionäre und was weiß ich wer noch alles, die man nicht wirklich braucht. Da sollte man mal diesen Mc Kinsey ansetzen, aber das heißt noch lange nicht, dass man aus Krankenhäusern und Altenheimen gewinnorientierte Unternehmen machen kann – nicht: soll. Allein der Versuch wird schon tragisch scheitern, und je schneller er scheitert, desto besser, dann kann man umsteuern.

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      Michael

      19. April 2020 12:10 at 12:10

      Ich bin verwirrt: War es nicht gerade Mutti Merkel, die Sozialistin aus der Uckermark, auf die gewisse Kreise und „Korrektive“ hier im Forum seit Jahren aufs Übelste eingeprügelt haben? Und plötzlich diese Lobeshymnen auf die Heldin der Nation? Derzeit jedoch steht niemand anderes als Angela Merkel für den Kurs der Bundesregierung, und in der Frage der politischen Kompetenz halten 47 Prozent der Deutschen sie … für am besten in der Lage, die derzeitigen Probleme zu lösen.

      Gut, bekanntermaßen drehen sich Wetterfähnchen stets lustig im Kreise, und 180°-Kehren gehören längst zu guten Ton. Bleibt für die Substanz nur die Hoffnung, dass die Kriese noch bis Oktober 2021 anhält. Dass eine millionenfache Pleitewelle von KMUs an dieser schwarz-düsteren Schönwetter-Stimmung nichts ändern möge. Eine Pleitewelle, nicht zuletzt verursacht durch völlig hirnrissige, an der Realität vorbeigehende Fehlallokationen aktionistischer und verlogener „Hilfs“programme.

      Dass die kommenden Heerscharen an Arbeitslosen noch immer wohlwollend den neuen Helden huldigen, während sie altbackenes Brot kauen. Derweil sich zugleich ihre ehemaligen Brötchengeber in neuen ATHs, Rekordboni und -dividenden suhlen. Während künftige Finanzminister noch geiziger und restriktiver die Seite links vom Einkommens-Median auspressen, die Krankenversicherungsbeiträge um 30% gestiegen sind und Gesundheits-, Corona- und Leistungsträger-Soli etabliert wurden.

      Auf der anderen Seite mögen Sie auch Recht behalten: Denn sind es von den 9% an Wählerzustimmung, die CDU/CSU seit Juli 2018 aktuell gewonnen haben, nicht 6% an ehemals völlig von Schwachsinn Verblendeten, die einer zunehmend rechtsradikalen bis rechtsextremistischen, verfassungsfeindlichen Strömung nun angewidert und voller Grauen den Rücken zuwenden und sich erneut ins reaktionär-konservatistische Lager der Beamten- und Großunternehmerfreunde kuscheln?

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      Koch

      20. April 2020 08:08 at 08:08

      Nicht „die Menschen“(da wäre ja Gott behüte auch ich dabei!),sondern nur solche die KRIESE schreiben,suchen da „Substanz“Dahingestellt sei mal,ob man üppigstes geldausgeben(welches man in der utopischen Menge nicht hat),als Substanzpolitik bezeichnen kann.Vor kurzem hiess es mal hier auf FMW:Fahnenstangen haben Substanz!Ich bin der Meinung,dass diese politische Substanz ähnlich einsturzgefährdet ist.

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    Marcus

    18. April 2020 18:08 at 18:08

    Die EZB muss eigentlich weiterkaufen in der Hoffnung das sie die Lage kontrollieren kann. Alleine wenn man sich überlegt was die hochverschuldeten Länder Italien und Spanien an neuen Schulden aufnehmen müssen, um ihre Wirtschaft „wiederzubeleben.“ Da bleibt nur die EZB als Käufer letzter Instanz, da gibt es überhaupt keinen Zweifel.

    Der Unterschied an der ganzen Geschichte ist halt der, das bei dem PEPP-Programm die EZB je nach Notwendigkeit einzelnen Länder beispringen kann was sie beim PSPP-Programm nicht kann weil sie dort nach Kapitalschlüssel kaufen muss. Mich würde auch nicht wundern wenn wir eine Aktivierung des OMT mit veränderten Konditionen sehen, denn da gilt ja auch kein Kapitalschlüssel…

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    jürgen

    19. April 2020 13:28 at 13:28

    Ich schätze mal die Zeit ist reif, den Zyklen nach sind wieder 75 Jahre vergangen, und jede 3.Generation hat in den letzten 3 Jahrhunderten wieder bei Null angefangen…so soll es hier auch kommen. Das wird auch keine Notenbank aufhalten, eventuell eine Gnadenfrist erkaufen…. so bis 2023/24

  7. Avatar

    Lausi

    19. April 2020 22:21 at 22:21

    Wie steht es so schön im Spiegel: Der „schwarze Schwan“ wird durch die Coronakrise zum neuen Wappentier der Weltwirtschaft. lol

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    Anna

    20. April 2020 12:14 at 12:14

    Äh, und was würde passieren, wenn Italien seine ehemalige Währung wieder einführte?
    Ich habe bald das dumme Gefühl, dass diese Eurozone und die EU eigentlich nur eine Art
    „Jobmotor“ für bestimmte Leute darstellen. Es wird doch nicht so sein, dass ich durch
    diese Bonds eine bestimmte soziale Schicht in einem bestimmten noch EU- Land an der Macht halten soll, oder? Hat es denn bisher keine Zahlungen an Italien gegeben? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein solch gigantisches Problem erst in 4 Wochen Corona entwickelt hat, das kann ja nicht sein. Die Probleme müssen sich über einen langen Zeitraum aufgetürmt haben.

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Coronavirus: Herdenimmunität, ein Geduldsweg, vor allem in Deutschland

Wolfgang Müller

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Die Impfung gegen das Coronavirus nimmt immer mehr Gestalt an, nicht nur in China, in Russland, in der Türkei, ab Montag in Großbritannien, aber bald auch in Deutschland. Endlich die Plage loswerden, immun werden, so die berechtigte Hoffnung Vieler. Eines aber spricht gegen eine rasche Herdenimmunität, auch in Deutschland – die Bereitschaft zur Impfung.

Coronavirus: Aktuelle und künftig Immunisierte

Betrachtet man sich die aktuellen Infektionszahlen, so erkennt man große Unterschiede bei den offiziell registrierten Infizierten mit dem Coronavirus. In den USA ist bereits jeder 23. Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden, in Frankreich jeder 29., in Spanien jeder 27., in Belgien und Tschechien jeder 20. – und in Deutschland? Jeder 76. Einwohner, bei einer Dunkelziffer von vielleicht Faktor drei bis vier, nach Einschätzungen von Virologen. Bleiben also noch über 78 Millionen, die es geschafft haben, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Aber was ist mit den USA, wo selbst der Leiter der nationalen Seuchenschutzbehörde von einer Dunkelziffer mit unglaublichem Faktor 10 sprach? Wenn dies zuträfe, hätten schon unglaublich viele Amerikaner die Sache bereits überstanden. Worüber das deutsche Gesundheitswesen eigentlich sehr stolz sein kann, bringt aus jetziger Sicht einen zusätzlichen Nachteil bei der Herdenimmunität.

Die derzeitige Abneigung der Bundesbürger gegen die Impfung

Auch wenn es bereits einen gewaltigen Aufbau für die über 400 Impfzentren in Deutschland gibt, von denen kürzlich die Rede war und die ab 15. Dezember funktionsfähig sein sollen, wird das Thema Massenimpfung eine große Aufgabe werden. Es leben bereits über 83 Millionen Menschen in diesem Lande und bis die so oft zitierte 60 Prozent-Rate erreicht ist, könnte es doch eine Zeit dauern. Zumal mit der Entwicklung der Impfstoffe die Zahl der Impfwilligen sogar abgenommen hat. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass derzeit nur 53 Prozent der Bundesbürger zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit sind.

Man bräuchte aber selbst bei einem 100-prozentigen Schutz 60 Prozent der Bevölkerung, die bei der Impfung mitmachen. Bei der bisher verkündeten Wirksamkeit von 95 Prozent sogar noch einige Prozent mehr.

Sicherlich gibt es viele Skeptiker, die sich berechtigt Sorgen um die Nebenwirkungen machen, die man derzeit bei der geringen Probandenzahl gewiss noch nicht ausschließen kann. Die Anzahl sollte aber abnehmen, wenn die Impfungen gut funktionieren. Ein paar Sonderfälle aber, in den Medien verbreitet, schon könnte die Bereitschaft abnehmen. Aber es gibt auch die radikalen Impfgegner, auch Gentechnikgegner, die bis zu einer Herdenimmunität immer noch eine Gefahr darstellen, als mögliche Spreader des Coronavirus.

Die Impfung ist ein gewaltiger Schritt – aber kein Wundermittel, welches in kurzer Zeit die Normalität versprechen kann. Man weiß heute noch nicht, wie lange ein Schutz wirksam sein wird und ob man als Geimpfter nicht doch noch als Virenspreader in Frage kommt. Es wird bei aller Freude über die Impfung noch einiges an Geduld brauchen, denn es werden bestimmt in kurzer Zeit Meldungen entstehen, die contra Impfung verwendet werden können. Zum Beispiel von Menschen, die plötzlich nach der Impfung schwer erkranken, weil sie vor der Impfung noch keine Symptome verspürt haben. Das allgemeine Gesundheitsrisiko bleibt, ebenso das „Fake News-Risiko“ in den sozialen Medien.

Die kommende natürliche Spaltung der Gesellschaft

Es ist sicherlich nicht an der Zeit, um sich allzu viel Gedanken über ein mögliches Zukunftsproblem im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise zu machen. Aber die Fragestellungen könnten schneller kommen, als man jetzt glaubt. Was passiert mit den Millionen, die es bald geben wird, die geimpft sind und immunisiert: sollen diese weiter Maske tragen und die vielen Sonderregeln beachten? Wird anfangs sicherlich aus Solidarität funktionieren, aber es werden ja täglich mehr. Gar nicht zu reden von den vielen Branchen, die von dem Zusammentreffen vieler Menschen profitieren, wie Tourismus, Kultur, Festveranstalter, diese werden sicherlich die Rückkehr zur Normalität fordern. Es werden sich Gruppen bilden, aber was passiert mit den Verweigerern einer Impfung?

Viele Fragen, nicht nur für den Ethikrat.

Fazit

Die letzten Monate haben gezeigt, wie lange es dauern würde, bis eine natürliche Herdenimmunisierung dem Coronavirus den Garaus machen könnte. Vor allem in Deutschland. Selbst bei 10.000 kontrollierten Fällen pro Tag (3,6 Mio/Jahr) wären es viele Jahre, bis man eine Herdenimmunität erreicht hätte. Ein Kollaps nicht nur für die Wirtschaft und viele Branchen, sondern auch eine unerträgliche Lage für die Menschen und dem Leben in ständiger Angst.

Es geht nicht um die Jugend – in Deutschland gibt es bereits über 21 Millionen Rentner und viele Risikogruppen unterhalb dieser Altersgruppe. Klar gibt es die berechtigten Bedenken über Nebenwirkungen, aber bei einer Impfquote von gut 50 Prozent würde man in Deutschland noch sehr lange mit SARS-CoV-2 leben müssen. Ohne wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus hätte aber gerade Deutschland ein längeres Problem. Es sollte sich eigentlich jeder über den medizinischen Fortschritt freuen, auf die Wirksamkeit der Impfung hoffen und sich auf eine baldige Rückkehr zu sozialen Gewohnheiten des Miteinanders innerlich einstellen. Es dürfte allerdings noch ein gerüttelt Maß an Geduld erfordern.

Über das Coronavirus und Herdenimmunität

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Investieren Sie in ideen-intensive Geschäftsmodelle – Werbung

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Lieber Börsianer,

eine Frage an Sie: Welches Unternehmen würden Sie derzeit gründen? Eher einen Hersteller von Elektro-Autos oder – sagen wir – eine kleine Softwareschmiede, die Anwendungen für das Autonome Fahren entwickelt?

Eine kleine Abwägung: Für den Aufbau einer Autoproduktion dürfen Sie schon gleich zu Beginn mit Investitionen von mehreren 100 Millionen Euro kalkulieren. Daneben brauchen Sie Männer und Frauen für die Fließbänder und holen sich auf diese Art und Weise einmal einen deftigen Fixkostenblock in die Gewinn- und Verlustrechnung. Wenn alles halbwegs rundläuft, haben Sie nach rund 5 oder 6 Jahren Ihre Kosten amortisiert und dürfen ab jetzt auf Gewinne hoffen.

Ihre Softwareschmiede bauen Sie im eigenen Keller auf mit einigen Kumpels (m/w/d) aus dem Informatikstudium. Kostenfaktor wenige 100.000 Euro. Im 2. Jahr dürfen Sie bereits einen mittelschweren Auftrag für BMW abwickeln und haben Ihre Startinvestitionen schon fast kompensiert.

Natürlich, ich habe stark vereinfacht. Aber im Kern zeigt dieser Vergleich, welche Geschäftsmodelle in der modernen Wirtschaft besonders gut funktionieren. Industrie- oder Hardware-Produktion ist enorm kapitalintensiv und verlangt einige spendable Finanziers an Ihrer Seite. Digitale Geschäftsmodelle hingegen verlangen zunächst einmal „nur“ eine zündende Idee. Genau so entstanden Unternehmen wie Facebook und Microsoft. Damals schwänzten Mark Zuckerberg und Bill Gates ihre Vorlesung und schrieben im Studentenwohnheim an einem Betriebssystem oder einer Social-Media-Anwendung.

Aber es geht nicht nur um die Startinvestitionen. Generell werfen Geschäftsmodelle aus den Segmenten Internet oder Software auch in der Folge ganz andere Umsatzrenditen ab als etwa die Produktion von Fahrzeugen, Maschinen oder etwa Gasturbinen. Apple oder Facebook holt aus…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Brexit: Angeblich Einigung an diesem Wochenende

Markus Fugmann

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Laut einem Insider-Bericht wird es bereits an diesem Wochenende eine Einigung auf einen Deal für den Brexit zwischen der EU und Großbritannien geben. Damit würde dann laut diesem Bericht ein „Last-Minute“-Deal erreicht.
Möglich sei, dass die EU dann am 10. oder 11.Dezmeber einen Gipfel abhalten würden, so der Insider weiter.
Zuletzt war es vor allem zwischen Frankreich und Großbritannien zu Konflikten um Fischerei-Recht in britischen Gewässern gekommen..

Der Dax mit leichten Anstiegen auf die Meldung, ebenso das britische Pfund..

Gibt es auf den letzten Drücker einen Deal zum Brexit?

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